Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

Transdisziplinarität

Die Forschungsprojekte am ISOE sind transdisziplinär angelegt. Das bedeutet zum einen, dass sozial- und naturwissenschaftliche Erkenntnisse in unsere Forschung einfließen. Zum anderen heißt das, dass wir die Erfahrungen und das Wissen unserer Praxispartner aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft mit einbeziehen. Wesentliche wissenschaftliche Grundlagen dafür erarbeiten wir in unserem Forschungsschwerpunkt Transdisziplinäre Methoden und Konzepte.

Komplexe Probleme erforschen

Transdisziplinär zu forschen und zu arbeiten, ist notwendig, da die aktuellen globalen Probleme immer vielschichtiger werden: Globalisierung, Klimawandel, demographischer Wandel oder Umweltbelastungen sind aktuelle Beispiele für solche Probleme mit einer neuartigen Struktur. In ihnen sind soziales Handeln und ökologische Effekte so eng miteinander verknüpft, dass die Grenzlinien zwischen Gesellschaft und Natur immer mehr verschwimmen.

Charakteristisch für solche sozial-ökologischen Probleme ist die Komplexität der Wirkungsprozesse. Denn sie verlaufen auf unterschiedlichen räumlichen, zeitlichen und sozialen Skalen: vom Lokalen zum Globalen, von gegenwärtigen Ereignissen zu langfristigen Folgen, vom Handeln im Alltag bis zur Politik weltweiter Regimes und multinationaler Organisationen. Die einzelnen Disziplinen der etablierten Wissenschaft stoßen hier an ihre Grenzen.

Forschung als gemeinsamer Lernprozess

Transdisziplinäre Forschung konzeptualisiert und organisiert Forschung als gemeinsamen Lernprozess zwischen Gesellschaft und Wissenschaft - sie verläuft reflexiv. Bei der Problembearbeitung überschreitet die transdisziplinäre Forschung die Disziplin- und Fachgrenzen sowie die Grenzen zwischen wissenschaftlichem Wissen und relevantem Praxiswissen.

Voraussetzung für transdisziplinäres Arbeiten ist, dass die beteiligten gesellschaftlichen Akteure in den Forschungsprozess einbezogen werden. Ihre Problemsichten und ihr Alltags- und Praxiswissen werden mit wissenschaftlichen Problemstellungen und Erkenntnissen zusammengeführt. Durch diese Wissensintegration wird die Anschlussfähigkeit der Forschungsergebnisse an Wissenschaft und Gesellschaft gewährleistet. Es wird möglich, daraus neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Fragestellungen sowie praxisrelevante Handlungs- und Lösungsstrategien zu formulieren.

Unsicherheit des Wissens

Die Frage, welche Sachverhalte problematisch sind, wird nicht allein nach wissenschaftlichen Kriterien der Objektivität entschieden. Sondern auch nach Interessenslagen und Wertorientierungen. Was in der Gesellschaft oder einzelnen gesellschaftlichen Bereichen als problematisch wahrgenommen wird, hängt davon ab, welchen Zugang die gesellschaftlichen Akteure zu Wissen haben. Und es ist davon abhängig, wie dieses Wissen von ihnen bewertet wird.

Mit zunehmender Komplexität werden Unsicherheiten immer offensichtlicher. Dabei entsteht ein Konflikt, denn die gesellschaftliche Erwartung an die Forschung ist, gesichertes Wissen für gesellschaftliche Entscheidungsprozesse bereitzustellen. Transdisziplinäre Forschung setzt sich mit dieser Wissensproblematik auseinander.