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Veröffentlichung

Konsumbezogene Innovationssondierung - Veränderte Produktgestaltung durch Berücksichtigung von ökologischen und Nutzungsansprüchen - 

Trotz der großen Produktvielfalt und relativen Elastizität des Marktes gegenüber der Hereinnahme neuer oder veränderter Produkte spielten bisher ökologisch orientierte Innovationsansprüche der Verbraucher und NutzerInnen praktisch keine Rolle im Innovationsprozeß. Daher wurde anhand von Öko-Innovationen in zwei Produktgruppen (Textilien, Lebensmittel) eine Methode zur konsumbezogenen Innovationssondierung entwickelt, mit der die Ansprüche von Verbraucherinnen und Verbrauchern für Innovationen nutzbar gemacht werden können. 

Die beiden Fallstudien haben ergeben, daß es sinnvoll ist, die ökologischen Ansprüche von Verbraucherinnen und Verbrauchern gezielter als bisher durch die Marktforschung aufzunehmen und in den Innovationsprozeß einzuspeisen. Die Fallstudien im Lebensmittel- und im Textilbereich haben ein wichtiges Neben-Ergebnis: Eine isolierte Betonung ökologischer Aspekte an Produkte tritt in den Hintergrund,denn zunehmend betrachten Verbraucherinnen und Verbraucher Umweltfreundlichkeit als Normalbestandteil neben anderen Produkteigenschaften. 

Die entwickelte Innovationssondierung hat fünf Kernarbeitsschritte. Es wird aufgezeigt, unter welchen Bedingungen Vereinfachungen bei der Durchführung von konsumbezogenen Innovationssondierungen möglich sind. In ihrer einfachsten Form unterscheidet sie sich vom Aufwand her kaum von üblichen Vorfelderkundungen, hat aber den Vorteil, daß mit iher Hilfe vergleichsweise präzise vor allem Langzeitwirkungen von Innovationen abgeschätzt werden können. Eine konsumbezogene Innovationssondierung ist prinzipiell sowohl für Verbrauchsgüter als auch für Gebrauchsgüter geeignet; sie kann aber auch zur Innovationsvorbereitung in weiteren Branchen verwendet werden. Um auch ein gesellschaftliches Stoffstrommanagement zu initiieren und um langfristig nachhaltigkeitsorientierte Innovationen vorzubereiten, sollte aber auch herstellerübergreifend eine neue Stelle eingerichtet werden, die - finanziert durch einen gemeinsamen Fond von Wirtschaft und Staat - für neue Innovationslinien eine sozial-ökologische Innovationssondierung durchführt.

Schramm, E./C. Empacher/Götz, Konrad/Th. Kluge/I. Weller (2000): Konsumbezogene Innovationssondierung. Veränderte Produktgestaltung durch Berücksichtigung von ökologischen und Nutzungsansprüchen. Studientexte des ISOE Nr. 7, 146 Seiten, EUR 13.-

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