Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

18.03.2016

Best Paper Award der Zeitschrift GAIA: ISOE-Beitrag unter den drei Erstplatzierten

Die Herausgeber der Zeitschrift GAIA haben den Beitrag „Nachhaltige Wissenschaft im Anthropozän“ von Diana Hummel, Thomas Jahn und Engelbert Schramm auf den dritten Platz der besten GAIA-Artikel des Jahres 2015 gewählt. Die AutorInnen des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung greifen darin die Idee vom Zeitalter der Menschheit auf, die seit längerem nicht nur unter GeologInnen diskutiert wird, und fragen, welche Konsequenzen diese Idee eines möglichen Epochenwechsels für die Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung und für eine nachhaltige Wissenschaft hat.


Die Wahl des Beitrags der ISOE-WissenschaftlerInnen unter die drei Erstplatzierten der besten GAIA-Artikel des Jahres 2015 wurde unter anderem mit der fundierten Reflexion der Rolle der Wissenschaft im Anthropozän und mit der Verbindung von Anthropozändiskurs und Nachhaltigkeitsdiskurs begründet. Hintergrund der Zeitdiagnose vom Anthropozän ist die Frage, ob der Einfluss des Menschen auf die Erde so massiv ist, dass erstmals eine erdgeschichtliche Epoche nach ihm benannt werden muss. Noch in diesem Jahr werden Geologen der Internationalen Kommission für Stratigraphie (ICS) eine Empfehlung dazu aussprechen, ob das gegenwärtige Holozän vom Anthropozän abgelöst werden sollte.

Die ISOE-WissenschaftlerInnen Hummel, Jahn und Schramm sind sich sicher: Unabhängig davon, ob der Epochenwechsel offiziell stattfinden wird oder nicht, ist die Auseinandersetzung mit der Zeitdiagnose sinnvoll, denn sie bringt zum Ausdruck, wie eng Gesellschaft und Natur inzwischen miteinander verbunden sind – so eng, dass sie nicht mehr unabhängig voneinander verstanden werden können. Mit Blick darauf verändere sich auch das Verhältnis von Natur- und Sozialwissenschaften und von Gesellschaft und Wissenschaft. Gerade die Wissenschaft sei mehr denn je als kritische Instanz gefragt und müsse dafür transdisziplinär aufgestellt sein.

Neues wissenschaftliches Selbstverständnis und gesellschaftliche Teilhabe am Wissensprozess

Hummel, Jahn und Schramm plädieren für neue Formen der gesellschaftlichen Teilhabe am Wissensprozess. „Wo menschliches Handeln für biogeophysikalische Prozesse bestimmend ist, müssen Natur-, Technik-, Sozial- und Geisteswissenschaften inter- und transdisziplinär zusammenarbeiten“, schreiben sie in dem GAIA-Artikel. Außerdem müsse sich Wissenschaft noch viel stärker als teilnehmende Beobachterin begreifen.

Die Autorin Diana Hummel und ihre Kollegen Thomas Jahn und Engelbert Schramm bilden gemeinsam die Leitung des ISOE. Institutssprecher Thomas Jahn ist 2014 bereits mit dem GAIA Best Paper Award in Silber für seinen Beitrag „Wissenschaft für eine nachhaltige Entwicklung braucht eine kritische Orientierung“ ausgezeichnet worden.

Den vollständigen Artikel „Nachhaltige Wissenschaft im Anthropozän“ finden Sie hier als PDF-Download


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