Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

IMAGINE – Integratives Management von Grüner Infrastruktur

Das Verbundprojekt IMAGINE untersucht in fünf europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Belgien, Norwegen und Estland), wie ein nachhaltiges Management von Grüner Infrastruktur auf regionaler und Landschaftsebene gelingen kann. Zur Grünen Infrastruktur zählen natürliche Flächen (z.B. Moore) und naturnahe (z.B. extensiv genutzte Weideflächen) sowie künstlich geschaffene Elemente in der Natur (z.B. Grünbrücken).

Forschungsansatz

Übergeordnetes Ziel des Verbundprojektes ist es, einen integrativen Rahmen für die Bewertung, das Management sowie gesetzliche und organisatorische Instrumente für die Regulation von Grüner Infrastruktur zu entwickeln. Das ISOE verantwortet hierbei ein Teilvorhaben, das sich mit der Nutzung und Regulation von Grüner Infrastruktur befasst.

In einem ersten Schritt werden relevante Stakeholder ermittelt. Die Analyse beinhaltet die Identifikation von Akteuren sowie die Frage, wie diese Akteure bestimmte Ökosystemleistungen bewerten. Dabei werden auch die Nutzung, der Zugang sowie mögliche Zielkonflikte, die sich aus der Nutzung ergeben, berücksichtigt. Dazu gehören auch sogenannte ecosystem disservices – Ökosystemleistungen, die der Gesellschaft einen Schaden zufügen. Im Ergebnis entsteht eine Übersicht relevanter Stakeholder, die von Bereitstellungs-, Nutzungs-, Bedarfs-, Zugangs- und Verteilungsaspekten der untersuchten Ökosystemleistungen direkt betroffen sind.

Die Nutzung von Ökosystemleistungen sowie der Zugang zu ihnen werden in einem zweiten Schritt aus sozio-kultureller Perspektive betrachtet. Dabei sollen die Interaktionen von Stakeholdern und Grüner Infrastruktur sowie daraus entstehende mögliche Konflikte identifiziert werden. Daneben werden eine Analyse der bestehenden Politik- und Regulationsinstrumente auf unterschiedlichen administrativen Ebenen und eine Bestandsaufnahme von Verfügungs- und Nutzungsrechten vorgenommen, die die dazugehörigen Governance-Strukturen, die diese Rechte garantieren und nutzbar machen, umfasst. Abschließend werden aus den Ergebnissen politikrelevante und praktische kontextspezifische Managementempfehlungen entwickelt.

Die Ergebnisse dieses Teilvorhabens leisten einen Beitrag zur Stärkung des sozial-ökologischen Charakters des Verbundprojektes. Sie stellen die Grundlage weiterführender modellbasierter Analysen und fließen in die Entwicklung nachhaltiger Managementansätze für Grüne Infrastruktur ein.

Hintergrund

Grüne Infrastruktur beschreibt ein strategisch geplantes Netzwerk von natürlichen, naturnahen sowie künstlich geschaffenen Flächen mit dem Ziel, die Umwelt für den Menschen effizient zu sichern und zu verbessern und zugleich die biologische Vielfalt zu bewahren. Das „Rückgrat“ der Grünen Infrastruktur bilden geschützte Flächen wie Natura-2000-Gebiete, Nationalparks oder Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten. Aber auch Flussauen, Grünflächen im ländlichen und urbanen Raum sowie künstlich geschaffene Strukturen, wie Grünbrücken und Dachgärten, gehören dazu. Dabei übernimmt die Grüne Infrastruktur eine Vielzahl von Funktionen: Sie dient dem Schutz der Biodiversität, der Verbesserung ökologischer Prozesse (z.B. als Korridor für migrierende Tier- und Pflanzenarten) und der Förderung von Ökosystemleistungen für den Menschen (z.B. Schutz vor Hitzewellen, insbesondere in urbanen Gebieten).

Für eine nachhaltige Entwicklung von urbanen und ländlichen Räumen ist die Grüne Infrastruktur von essentieller Bedeutung. Der Forschungsstand im Hinblick auf ein nachhaltiges Management ist heute jedoch noch lückenhaft. Diese Wissenslücke adressiert das internationale IMAGINE-Projekt und trägt so zu einem umfassenderen Verständnis von Grüner Infrastruktur und Möglichkeiten ihres Managements bei.

Projektpartner

  • IRSTEA - National Research Institute of Science and Technology for Environment and Agriculture, Frankreich (Leitung)
  • Estnische Universität der Umweltwissenschaften (EMU), Estland
  • Research Institute for Nature and Forest (INBO), Belgien
  • Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Deutschland
  • Norwegian Institute for Nature Research (NINA), Norwegen

Finanzierung

  • BiodivERsA
  • Für Deutschland: BMBF

Laufzeit

02/2017–01/2020