Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

PlastX – Verpackungen und nachhaltiger Konsum

Unter der Leitung des ISOE untersucht die Nachwuchsgruppe PlastX die gesellschaftliche Rolle von Kunststoffen und deren Wirkungen auf die Umwelt. Das Teilprojekt Verpackungen und nachhaltiger Konsum sucht nach nachhaltigeren Wegen für Produktion und Konsum von Kunststoffverpackungen.

Forschungsansatz

Ziel des Forschungsprojekts „Verpackungen und nachhaltiger Konsum“ ist es, Alternativen zu Kunststoff in Verpackungen aufzuzeigen. Untersucht wird, wie die Verwendung von Plastikverpackungen verringert oder durch nachhaltigere Alternativen ersetzt werden kann. Die Forschungsergebnisse bieten Entscheidungsträgern in der Lebensmittelwirtschaft eine wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlage für eine nachhaltigere Gestaltung von Produktverpackungen.

Ansatzpunkt der Forschung ist der Lebenszyklus einer Verpackung (Herstellung, Nutzung und Beseitigung). Untersucht werden in diesem Ablauf die Qualitätskriterien von Lebensmittelverpackungen (z.B. Haltbarkeit, Hygiene, Transportfähigkeit) sowie Marketingstrategien der Produzenten und Hersteller. Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Analyse lebensstilspezifischer Konsumpraktiken sowie die Einstellung der KonsumentInnen beispielsweise zu plastikverpackten Bioprodukten, aber auch von verzehrfertigen Lebensmitteln („food to go“). Des Weiteren werden gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung Alternativen zu konventionellen Kunststoffverpackungen, wie z.B. Bioplastik, auf ihre Abbaubarkeit unter Nachhaltigkeitsaspekten untersucht. Dabei werden sowohl die für das Produkt erforderlichen Eigenschaften der Verpackung bzw. des zugrunde liegenden Polymers (z.B. Dichte, Permeabilität für Gase, Wasser etc.) als auch dessen Abbaubarkeit unter umweltrelevanten Bedingungen berücksichtigt.

Hintergrund

Im Zeitraum zwischen 1993 und 2012 hat sich das Aufkommen von Plastikverpackungen in Deutschland verdoppelt. Ein Großteil entfällt dabei auf die Verpackung von Lebensmitteln. Zurückgeführt wird der Anstieg unter anderem auf den soziodemographischen Wandel, und hier insbesondere die Zunahme von Zwei- und Einpersonenhaushalten. Diesen Personengruppen werden die Nachfrage nach kleineren Füllgrößen und Fertigprodukten sowie ein höherer Verbrauch von „Food-to-go“-Produkten zugeschrieben. Bei der Frage, welche Steuerungsinstrumente eingesetzt werden können, um nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster zu befördern, sollte die Verantwortung für ökologisch-nachhaltiges Handeln nicht allein auf den Verbraucher abgewälzt werden, vielmehr sollte bereits beim Hersteller und Handel angesetzt werden, mit dem Ziel, nachhaltige Angebote für den Markt zu schaffen. In diesem Innovationsbereich sollten Vermeidungsstrategien ansetzen.

In der Frage möglicher Alternativen zu konventionellen Kunststoffen werden sogenannte Biokunststoffe (Bioplastik) diskutiert, die entweder auf Basis nachwachsender Rohstoffe erzeugt werden oder biologisch abbaubar sind und dabei auf fossilen oder regenerativen Rohstoffen basieren können. Da die meisten aktuell produzierten Biokunststoffe in der Gesamtökobilanz nicht besser als herkömmliche Kunststoffe abschneiden, muss für die Entwicklung künftiger Biokunststoffe eine Optimierung hinsichtlich ihrer ökologischen Wirkung erfolgen. Für zukünftige Arbeiten soll daher der Fokus vor allem auf die Implementierung von Biokunststoffen (z.B. für Lebensmittelverpackungen) gelegt werden. Insbesondere der Verpackungsbereich wird für die Substitution herkömmlicher Kunststoffe als vielversprechend angesehen.

Forschungspartner

Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI), Abteilung Physikalische Chemie der Polymere

Praxispartner

Partner des Teilprojekts kommen aus den Bereichen Lebensmitteleinzelhandel und Verbraucherschutz.

Förderung

Gefördert wird die Nachwuchsgruppe „PlastX – Kunststoffe als systemisches Risiko für sozial-ökologische Versorgungssysteme“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm „Forschung für nachhaltige Entwicklungen (FONA)“. PlastX ist darin Teil der Fördermaßnahme „SÖF – Sozial-ökologische Forschung“ im Förderbereich „Nachwuchsgruppen in der Sozial-ökologischen Forschung“.

Laufzeit

04/2016–03/2021