Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

Begleitforschung für Reallabore in Baden-Württemberg

Der Forschungsansatz der Reallabore orientiert sich sowohl am transdisziplinären Prinzip und darin sowohl am interdisziplinären, problemorientierten Zusammenarbeiten zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Fächern als auch am Gedanken einer intensiven Partizipation mit Akteuren des als ‚Labor‘ bezeichneten gesellschaftlichen Handlungsraumes (oft Städte oder Stadtteile). Hier steht der Gedanke des gegenseitigen, mittel- bis langfristig angelegten Lernens in einem gewissermaßen experimentellen Setting im Vordergrund.

Reallabore werden als eine neue Form der Vernetzung und Kooperation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft apostrophiert. Der Reallabor-Ansatz soll die Anschlussfähigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse für Politik und Wirtschaft erleichtern und die Handlungsfähigkeit der Gesellschaft für eine nachhaltige Entwicklung unterstützen. Mit einem Förderprogramm für insgesamt sieben Reallabore nimmt Baden-Württemberg eine Pionierrolle ein, da dieser Ansatz bisher wenig verbreitet ist. Seit Januar 2015 fördert das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) sieben Reallabore. Themen sind unter anderem nachhaltige Mobilitätsstrukturen, nachhaltige Stadtentwicklung, der Nationalpark Nordschwarzwald oder nachhaltiger Textilkonsum.

Forschungsansatz

Eine allgemeingültige Definition des Begriffs Reallabor gibt es bislang nicht. Auch das Verhältnis zum etablierten Begriff des Realexperiments ist unklar. Ähnlich verhält es sich mit methodischen Fragen. Es wird zwar immer wieder auf Transdisziplinarität und etablierte Methoden hingewiesen, allerdings wird hierbei nicht klar herausgestellt, ob und wie diese auch im Reallaborkontext angemessen anzuwenden sind bzw. ob es für Reallabore eine darüber hinausgehende Methodik braucht. Vor diesem Hintergrund beauftragte das MWK ein Konsortium bestehend aus der Leuphana Universität Lüneburg, dem ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung und dem Wuppertal Institut mit der Begleitforschung zu sieben in Baden-Württemberg bestehenden Reallaboren. Die Forschungspartner arbeiten zudem eng mit einem zweiten Begleitvorhaben, das an der Uni Basel verankert ist, zusammen.

Ziele der Begleitforschung sind:

  • Unterstützung der Reallabore durch Bereitstellung strukturierter und praxisorientierter Grundlagen zu ‚Reallaborforschung‘, gezielten Inputs und interne/externe Vernetzung
  • Ermittlung, Beschreibung und Strukturierung der eingesetzten Methoden zur Verwirklichung der konzeptionellen Reallabor-Ideen
  • Identifikation übergreifender Qualitätsmerkmale von Reallaboren als Transformationsvorhaben, damit Beitrag zur Übertragbarkeit von Reallabor-Prozessen und -Ergebnissen
  • Nationale und internationale Vernetzung zum Austausch von Good Practices

Kooperationspartner

  • Leuphana Universität Lüneburg (Lehrstuhl für transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung)
  • Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
  • Universität Basel (Programm Mensch-Gesellschaft-Umwelt)

Auftraggeber

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK)

Laufzeit

01/2015–12/2017