Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

Wissenschaftliche Koordination der Fördermaßnahme „Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems“ des BMBF

Seit 2013 forschen insgesamt 33 Verbund-Forschungsvorhaben zu verschiedenen Aspekten einer „Umwelt- und gesellschaftsverträglichen Transformation des Energiesystems“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat diese Maßnahme im Rahmen seines Förderschwerpunkts Sozial-ökologische Forschung (SÖF) aufgelegt und das Öko-Institut gemeinsam mit dem ISOE mit der wissenschaftlichen Koordination der Fördermaßnahme beauftragt.

Vorgehensweise

Im Rahmen des Begleitvorhabens werden wissenschaftliche Synthese- und Transferleistungen erbracht und ein Überblick über die Ergebnisse der Fördervorhaben erstellt. Ein besonderes Augenmerk wird auf den Forschungsstand zur Partizipation gelegt.

Drei Untersuchungsfelder stehen im Mittelpunkt:

  • Entwicklungsoptionen für das Energiesystem einschließlich ökonomischer Szenarien
  • Partizipation am Transformationsprozess und gesellschaftliche Voraussetzungen für die Akzeptanz der Transformation
  • Governance von Transformationsprozessen einschließlich ökonomischer Instrumente

Damit die Fördermaßnahme „Umwelt- und Gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems“ einen gezielten Beitrag zur Transformation leisten kann, konzentriert sich die Wissenschaftliche Koordination auf folgende Aufgaben:

  • Ergebnisse der Forschungsvorhaben werden projektbegleitend aufgenommen und in geeigneter Form zusammengefasst. Dazu werden die Projekte in fünf thematischen Clustern vernetzt, um Überschneidungen, Unterschiede, Methoden, Daten etc. zu erfassen und gemeinsam zu beraten. Das ISOE betreut das Cluster „Partizipationsstrategien“. Auf Synthesekonferenzen mit allen Projekten werden jährlich zentrale Ergebnisse identifiziert und gezielte Transferstrategien entwickelt.
  • Der Wissenstransfer in die Praxis wird auf Basis einzelner Erkenntnisse und von synthetisierten Ergebnissen aus den Clustern und Synthesekonferenzen gezielt und rasch durchgeführt. Dazu ist es Aufgabe des ISOE, ein Online-Tool zu entwickeln und in Absprache mit den Projekten die Inhalte kontinuierlich bereitzustellen (sogenannter Online-Transfer-Hub). Private Haushalte, Unternehmen, Politik, Verwaltung sowie Forschungsplattformen sind die Adressaten.
  • Quer über alle Vorhaben werden Ansätze, Methoden und Strategien von Partizipation und Bürgerbeteiligung identifiziert und beschrieben. Zudem werden Qualitätsmerkmale entwickelt. Diese Aufgabe wird von ISOE und Öko-Institut gemeinsam durchgeführt.
  • In den Projekten angewendete oder entwickelte Methoden der transdisziplinären Integration werden durch das ISOE gesammelt, beschrieben und geordnet.
  • Die Aufbereitung relevanter externer Entwicklungen (national und international) in den Bereichen Technik, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sowie Gesetzgebung wird federführend durch das Öko-Institut vorgenommen. Darüber hinaus stellt die Wissenschaftliche Koordination die zentralen Entwicklungsoptionen der Energiewende in Entwicklungsportfolios dar.

Hintergrund

Die geplante Transformation des Energiesystems bietet im Gegensatz zu historischen Transformationen die Chance der aktiven Gestaltung des Prozesses. Die Transformation kann dabei nicht technokratisch top-down oder gar im Detail gesteuert werden, sie muss vielmehr als gesellschaftlicher Such-, Verhandlungs- und Entscheidungsprozess konzipiert sein, der forschungs- und wissensbasiert ist. Dieser Prozess stellt alle Teile der Gesellschaft vor neuartige Herausforderungen – private Haushalte ebenso wie die Wirtschaft und insbesondere die Energiewirtschaft, die Politik und die Wissenschaft. Die Fördermaßnahme „Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems“ kann einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung dieser Aufgaben leisten.

Projektpartner

  • Öko-Institut e.V.
  • Dr. Florian Keil, kib, Berlin (ständiger Kooperationspartner im Forschungsschwerpunkt Transdisziplinäre Methoden und Konzepte)

Auftraggeber

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt im Rahmen der Fördermaßnahme „Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems“ im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung. (Förderkennzeichen: 01UN1200B)

Laufzeit

03/2014–08/2017