Mobilität und Lebensstilanalysen
Sozialwissenschaftliche Begleitung des Forschungsvorhabens Environmental Policy, Social Exclusion and Climate Change (EPSECC)
Dr. Konrad Götz
Dr. Irmgard Schultz
1996-1998
abgeschlossen
Umweltpolitik, die sich an die Bevölkerung wendet, zielt bisher größtenteils unausgesprochen auf privilegierte Milieus. Im Auftrag der EU-Kommission und des Umweltbundesamtes untersucht das Öko-Institut Freiburg im Rahmen eines europäischen Verbundes die Chancen zur Einbeziehung bisher von der Klimaschutzpolitik ausgeschlossener Gruppen in Griechenland, Großbritannien, der Schweiz und Deutschland.
Das ISOE unterstützte das Öko-Institut in Bezug auf eine sozialwissenschaftliche Fragestellung, nämlich: welche sozialen Gruppen sind ausgeschlossen? Soziodemographisch betrachtet gibt es mehrere wichtige Gruppen: Langzeitarbeitslose, alleinerziehende Frauen (und Männer) in schwierigen materiellen Verhältnissen, isolierte/arme Ältere, diejenigen, die durch ihre Arbeit nicht ihren Lebensunterhalt sichern können (working poor), und illegale oder von Abschiebung bedrohte Einwanderer. Da sich diese Gruppen keine Neugeräte kaufen können, kommen ihnen z.B. Zuschüsse für energiesparende Haushaltsgeräte nicht zugute. Die Politik privilegiert insofern die bereits Abgesicherten. Der Effekt der Energieeinsparung wird nicht erreicht.
Das ISOE hat verschiedene Empfehlungen ausgesprochen, z.B.: Maßnahmen zur Reduzierung der Autonutzung oder gar zur Förderung des Autoverzichts sollten berücksichtigen, dass das Auto in den benannten Gruppen ein Symbol der sozialen Integration, also des Noch-Dabei-Seins ist.