Download bzw. Bezug der Leitfäden
Berichte zum Projekt "Einführung von Gender Mainstreaming im MUNLV"
Wissenschaftliche Begleitung der Einführung der Strategie Gender Mainstreaming im Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen am Beispiel Nationalpark Eifel
Dr. Doris Hayn
Gudrun Seltmann (bis 02/2005)
Angela Fuhrmann, Konzeptentwicklung–Prozessbegleitung–Moderation (Büro für Nahverkehr)
04/2004-09/2005
abgeschlossen
Hayn, Doris/Seltmann, Gudrun (2004): Gender Mainstreaming im Nationalpark Eifel. In: Forum Umwelt und Entwicklung, 3/2004, S. 11
Broschüre "Menschlich weiter - fachlich stärker. Gender Mainstreaming in Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz" (November 2006)
Hayn, Doris (2006): Gender mainstreaming in National Parc Eifel, Germany. In: Food and agriculture organization of the United Nations (FAO) (Hg.), Time for action. Changing the gender situation in forestry. Rome, 130-134 Download
Hayn, Doris (Bearb.) (2004):
Gender Mainstreaming im Naturschutz. Hrsg vom Bundesamt für Naturschutz
(BfN). Institut für sozial-ökologische Forschung ISOE. Bonn, Münster:
Landwirtschaftsverlag
Gemeinsame Presseerklärung des ISOE und des Nationalparks Eifels
Gender Mainstreaming als durchgängiges Leitprinzip in Politik und Verwaltung braucht passgenaue Umsetzungsinstrumente und konkrete Anwendungsbeispiele, um in der alltäglichen Arbeitspraxis Aufnahme zu finden. Für die Einführung der Strategie Gender Mainstreaming (GM) im Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen hat das ISOE für den Nationalpark Eifel Praxis-Leitfäden für Bildung, Öffentlichkeitsarbeit und sozialwissenschaftliche Forschung entwickelt. Die Umsetzungsergebnisse der im Rahmen des Projektes durchgeführten Gender Mainstreaming-Projekte des Ministeriums wurden zudem praxistauglich aufbereitet, um Anregungen und Hinweise zu bieten, wie Geschlechtergerechtigkeit in Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz sowie Land- und Forstwirtschaft berücksichtigt werden kann. Durch diese Bündelung der Umsetzungserfahrungen wird der fachliche Mehrwert der Integration von Genderaspekten deutlich sichtbar.
Die Regierungen der Bundesländer haben die Strategie Gender Mainstreaming (GM) als durchgängiges Leitprinzip für Landespolitik und -verwaltung eingeführt und mit konkreten Umsetzungsmaßnahmen begonnen. Das Land Nordrhein-Westfalen verfolgt diese Aufgabe seit November 2002. Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV / NRW) richtete zur Implementierung von Gender Mainstreaming die "Arbeitsgruppe Gender Mainstreaming im MUNLV" ein und beauftragte das Institut für sozial-ökologische Forschung mit der Durchführung des Pilotprojekts "Einführung des Gender Mainstreaming im Nationalpark Eifel". Das ISOE brachte seine Erfahrungen aus dem Projekt Begleitung und Beratung der Umsetzung von Gender Mainstreaming in der Umweltpolitik sowie seine fachlichen Vorarbeiten zu Gender Mainstreaming im Naturschutz ein.
Neben der Beratung der "Arbeitsgruppe Gender Mainstreaming im MUNLV" bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming im Ministerium war es Aufgabe des Projekts, das Nationalparkforstamt Eifel bei der Einführung von Gender Mainstreaming im Nationalpark wissenschaftlich zu begleiten und zu beraten. Zentrales Ziel der Einführung von Gender Mainstreaming in dem zum 1. Januar 2004 eingerichteten Nationalpark war es, für die Teilbereiche Bildung und Öffentlichkeitsarbeit sowie sozialwissenschaftliche Forschung konzeptionelle Grundlagen zu erarbeiten, die eine gendersensible Gestaltung der Arbeit und Außenwirkung des Nationalparks langfristig ermöglichen. Zu diesem Zweck entwickelte und erprobte das ISOE drei Umsetzungsinstrumente. Diese unterstützen die Mitarbeitenden des Nationalparks dabei, Genderaspekte dauerhaft in ihre Arbeit zu integrieren.
Für die Arbeitsbereiche Öffentlichkeitsarbeit, Bildung und
sozialwissenschaftliche Forschung wurden gemeinsam mit dem
Nationalparkforstamt konzeptionelle Grundlagen für die wirksame Umsetzung
von Gender Mainstreaming erarbeitet. Für jeden Bereich wurde ein
Praxis-Leitfaden entwickelt, der den umfassenden Einstieg in die Thematik
und die Entwicklung von Routinen unterstützt. Ergänzt werden die Leitfäden
durch Checklisten, die eine zeitsparende Prüfung der täglichen Arbeit
ermöglichen. Die drei Leitfäden sind so konzipiert, dass sie auch für die
forstliche und naturschutzfachliche Praxis anwendbar sind.
Der "Leitfaden zur gendersensiblen Gestaltung von Maßnahmen der
Öffentlichkeitsarbeit" zielt darauf, die unterschiedlichen Interessen und
Lebenssituationen von Frauen und Männern bei der Öffentlichkeitsarbeit zu
berücksichtigen. Bei der Gestaltung von Broschüren und Newslettern gilt es
bspw., beide Geschlechter gleichermaßen anzusprechen, die Zugänglichkeit für
beide Geschlechter sicherzustellen und deren Aktivitäten und Leistungen
gleichgewichtig zu präsentieren.
Die "Konzeptionellen Eckpunkte einer geschlechtergerechten Bildung"
verdeutlichen, wie Bildungsangebote auf die Interessen, Kenntnisse und
Vorerfahrungen von Mädchen und Jungen zuschneidbar sind, um so gleiche
Zugangsmöglichkeiten zu gewährleisten. Übergreifendes Ziel ist, beiden
Geschlechtern einen bleibenden Eindruck von Natur und Wildnis zu vermitteln
und sie nachhaltig für Naturschutzthemen zu interessieren.
Der "Leitfaden zur Integration von Genderfragen in ein Sozioökonomisches
Monitoring" konkretisiert, wie mit Hilfe sozioökonomischer Erhebungen
genderspezifische Erkenntnisse und geschlechterdifferenzierte Daten erfasst
werden können. Als eine zentrale Basis für die genderspezifische Gestaltung
und Weiterentwicklung der naturschutzfachlichen und forstlichen Praxis
können diese die Umsetzung von Gender Mainstreaming befördern.
Ferner hat das ISOE die einzelnen Abteilungen des Ministeriums bei der Durchführung von neun Leitprojekten zur Implementierung von Gender Mainstreaming in die unterschiedlichen Arbeitsfelder beraten. Bewährte Gender Mainstreaming-Instrumente wie das vom ISOE entwickelte Gender Impact Assessment (GIA) wurden dabei genutzt und an die spezifischen Bedingungen des MUNLV angepasst. Darüber hinaus hat das ISOE die Arbeitsgruppe bei der Kommunikation des Themas begleitet. In einer Broschüre, die den fachlichen Mehrwert der Integration von Genderaspekten veranschaulicht, wurden die Ergebnisse der Projektarbeiten gebündelt. Diese praxisnahe Broschüre ist damit eine Beispielsammlung für das breite Themenfeld des Ministeriums. Sie ist einerseits ein Wegweiser für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verdeutlicht andererseits den Nutzen von Gender Mainstreaming für die Bürgerinnen und Bürger. Die in der Broschüre sowie dem Projektbericht aufbereiteten Ergebnisse der neun Leitprojekte und des Pilotprojekts unterstützen die dauerhafte Umsetzung im MUNLV und sind auch Wegweiser für andere Institutionen, um Gender Mainstreaming in ihrer Facharbeit umzusetzen.