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Alltagsökologie, Energie, Konsum

 

Aktuell

BMU fördert Projekt zur Elektromobilität. ....Pressemitteilung_BMU

 

Projekt:

Optimierung der Umweltentlastungspotenziale von Elektrofahrzeugen- Integrierte Betrachtung von Fahrzeugnutzung und Energiewirtschaft

Gesamtprojektleitung und Projektpartner:

Öko-Institut

Ansprechpartner im ISOE:

Dr. Konrad Götz

Mitarbeit im ISOE

Dr. Konrad Götz
Dr. Jutta Deffner
Georg Sunderer

Förderung:

Bundesministerium für Umwelt

Laufzeit:

09/2009–09/2011

Optimierung der Umweltentlastungspotenziale von Elektrofahrzeugen- Integrierte Betrachtung von Fahrzeugnutzung und Energiewirtschaft

Welchen Beitrag zur Umweltentlastung kann Elektromobilität tatsächlich leisten?

In wieweit die Umstellung auf Elektromobilität die Umwelt tatsächlich entlastet, ist noch völlig unklar. Es hängt davon ab, welche technischen Lösungen entwickelt werden und was sich am Markt durchsetzt, denn zurzeit liegen verschiedene Konzepte vor. Neben einer Anschaffung als Privatwagen könnten die Autos zum Beispiel in einem Pool zur Verfügung stehen und ausgeliehen werden. Die Elektroautos könnten auch kleine Kraftwerke auf Rädern sein, die antizyklisch Windenergie speichern, wenn diese nicht benötigt wird und sie bei Bedarf wieder abgegeben, als so genannte vehicle to grid. Wir untersuchen zusammen mit dem Öko-Institut, welche der Konzepte aus Expertensicht eine Chance haben, sich durchzusetzen. Die aussichtsreichsten Zukunftsideen werden dann mit Hilfe sozialwissenschaftlicher Befragungen daraufhin untersucht, ob sie für potentielle Nutzerinnen und Nutzer attraktiv sind. Politik und Industrie sollen schließlich auf Basis der Ergebnisse entscheiden können, welche Varianten weiter verfolgt werden sollen.

In einem ersten Schritt soll im Projekt daher geklärt werden, welche Konzepte der Elektromobilität zu welchen Nutzungszwecken eine Akzeptanz bei potenziellen Kunden erfahren können. Auf dieser Basis sollen dann Marktdurchdringungsszenarien erstellt und der jeweilige Gesamtenergiebedarf ermittelt werden. Die Treibhausgasemissionen, die mit diesem Energiebedarf einhergehen werden, hängen entscheidend von den Veränderungen ab, die Elektromobilität im Energiesystem auslösen wird.

Ein zentrales Anliegen des Projektes ist es daher, in einer Integration von Verkehrs- und Energiesystem diese Veränderungen zu analysieren. Hierunter fallen zum Beispiel die Ladecharakteristika und deren Wirkungen auf Lastverläufe des Energienetzes oder die Nutzung der Elektrofahrzeuge als Zwischenspeicher für Energie. Die Erkenntnisse des Projekts sollen dazu beitragen, politische Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass eine möglichst optimale Ausnutzung der Potenziale, die Elektromobilität zur Reduktion der Treibhausgasemissionen bietet, erreicht werden kann.  

Die gesellschaftliche Akzeptanz von Elektromobilität ist wenig erforscht

Bisher fehlen verlässliche Erkenntnisse zu der Frage, in welchen Bereichen, zu welchen Zwecken und damit in welchem Ausmaß Elektromobilität eine realistische Alternative zu konventionellen Fahrzeugen darstellt. Also wie hoch die Fahrleistung, die sich substituieren ließe, tatsächlich ist.

Zunächst bewerten Experten hierfür verschiedene Konzepte im Hinblick darauf, welche von diesen aus wissenschaftlicher, technischer und wirtschaftlicher Sicht sinnvoll und realistisch sind. Anschließend wird die resultierende Konzeptauswahl und deren Eigenschaften, wie Reichweite, Leistung, Nutzungs- und Besitzmuster (z.B. Privatbesitz oder Pooling) etc., in empirischen qualitativen und quantitativen Erhebungen bei potenziellen Nutzerinnen und Nutzern auf Attraktivität, Potenziale und Barrieren hin untersucht. Auf dieser Basis sollen Szenarien entstehen, die ein realistisches Bild davon zeichnen, in welchen Bereichen und in welchem Ausmaß Elektromobilität Verbreitung finden wird. Damit einher geht auch die Ermittlung des Gesamtstrombedarfs, der durch Elektromobilität entsteht.  

Systemintegration: Verkehr und Energie

Während bisherige Untersuchungen immer nur Teilaspekte der Wechselwirkungen zwischen Elektromobilität und Energiesystem auf kurzfristiger Ebene betrachtet haben, ist eine integrierte Betrachtung auch der langfristigen Entwicklungen Ziel dieses Projektes. So bestimmen zum Beispiel Ladecharakteristika maßgeblich die Höhe der CO2-Emissionen, die durch Elektrofahrzeuge eingespart werden können. Sie wirken sich auch auf die Potenziale für die Integration von erneuerbaren Energien, sowie die Wettbewerbsfähigkeit fossiler Stromquellen aus. Denn hier kommt Elektrofahrzeugen möglicherweise auch eine Rolle als Zwischenspeicher für Energie zu, wenn sie zu Schwachlastzeiten beladen werden und zu Spitzenlastzeiten wieder Energie ins Netz einspeisen, sofern sie nicht im Gebrauch sind.

Die auf dieser Grundlage prognostizierten Einsparungen an Treibhausgasemissionen lassen sich dann mit möglichen Alternativentwicklungen basierend auf konventionellen Fahrzeugen vergleichen.    

Begleitung durch einen Stakeholderdialog

Die Optimierung der Umweltentlastungspotenziale benötigt ein Maßnahmenbündel, das Potenziale ausnutzt und Fehlentwicklungen entgegensteuert. Zu diesem Zweck soll das Projekt von einem Stakeholderdialog begleitet werden. Innerhalb dieses Dialogs wird es darum gehen, unterschiedliche Positionen und Interessen in den Bereichen Mobilität und Energie zu adressieren und für ein gemeinsames Vorgehen zusammenzuführen.

Ziel soll es sein, konkrete Empfehlungen für die Gestaltung politischer Rahmenbedingungen zu entwickeln, die von den beteiligten Akteuren mitgetragen werden.