Bereichsbild Transdisziplinäre Konzepte und Methoden: Ausschnitt Notizpapiere zwischen Buchrücken

Transdisziplinäre Methoden und Konzepte

 

Projekt:

Wissenskommunikation - Konzept und Instrumente zur Verbesserung der gesellschaftlichen Nutzung von sozial-ökologischen Forschungsergebnisse

Projektleitung:

Michaela Kawall

Bearbeitung:

Dr. Engelbert Schramm
(Projektleitung bis 02/2005)
Michaela Kawall
Petra Krautter
Edith Steuerwald
Dr. Doris Hayn (bis 12/2002)
Rolf Schmidt (bis 12/2003)

Laufzeit:

06/2001-02/2006
abgeschlossen

Werkvertragspartner:

Erwachsenenbildung
Deutsches Institut für Erwachsenenbildung

Wissenschaftsjournalismus Klartext Medienproduktion

Unternehmensberatung
Ahrens und Behrent Agentur für Kommunikation

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung


Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung

     söf Logo

 

Publikationen

Angela Franz-Balsen/Matthias Stadler (2003): Erwachsenenbildung als Multiplikator für die Kommunikation sozial-ökologischer Forschung in die Gesellschaft. ISOE DisussionsPapier 20. Frankfurt am Main 

Schmidt, R. (2003): Wissenskommunikation. Konzepte und Instrumente zur Verbesserung der gesellschaftlichen Nutzung von Wissen. Ergebnisse einer Literaturrecherche. ISOE-Materialien Soziale Ökologie, Nr. 21. Frankfurt am Main.

 

Wissenskommunikation

Als transdisziplinäres sozial-ökologisches Forschungsinstitut liegt ein besonderes Augenmerk der Institutsarbeit auf einer wirkungsvollen Wissenskommunikation, die auf die Steigerung des gesellschaftlichen Handlungsvermögens und damit auf die Gebrauchsfähigkeit ihrer Ergebnisse durch möglichst viele, unterschiedliche Akteure und Akteursgruppen in verschiedenartige Praxisfelder und Öffentlichkeiten zielt. Das Infrastrukturvorhaben Wissenskommunikation hat hier sowohl konzeptionell als auch praxisbezogen entscheidende Grundlagen für eine effektive und anpassungsfähige Kommunikation des erarbeiteten Wissens gelegt. So wurde beispielsweise die eigens entwickelte Strategie in Instrumente und Prozessabläufe für die Forschungspraxis am Institut überführt und in einem Manual gebündelt, um die Wissenskommunikation als unverzichtbaren Bestandteil der Forschungsarbeit zu verankern.

Wissenschaft und Forschung bestimmen heute immer stärker Alltag und Erwerbstätigkeit in den hochindustrialisierten OECD-Staaten. In der "Wissensgesellschaft" stellt sich daher immer stärker die Frage, wie wissenschaftliches Wissen mit der Gesellschaft, mit Akteuren auf unterschiedlichen Handlungsfeldern kommuniziert werden kann. Einer sozial-ökologischen Forschung stellt sich diese Aufgabe der "Wissenskommunikation" in besonderer Weise. Das Institut für sozial-ökologische Forschung führte aus diesem Grund das Vorhaben "Wissenskommunikation – Konzept und Instrumente zur Verbesserung der gesellschaftlichen Nutzung von sozial-ökologischen Forschungsergebnissen" durch. Das im BMBF-Schwerpunkt "Sozial-ökologische Forschung" geförderte Infrastrukturprojekt zielte darauf, das Institut konzeptionell und organisatorisch in die Lage versetzen, die Ergebnisse seiner Forschung in angemessener und differenzierter Form unterschiedlichen Zielgruppen zur Verfügung zu stellen und die gesellschaftliche Wirkung dieser Forschung verbessern.

Voraussetzung: professionelle Schnittstelle

Ergebnisse aus internen und externen Erhebungen zur Wissenskommunikation des ISOE haben verdeutlicht, dass auftretende Probleme bei der Wissenskommunikation ihre Ursachen vor allem in den Besonderheiten transdisziplinärer und insbesondere sozial-ökologischer Forschung haben. Einige der relevanten Zielgruppen lassen sich über die bisher in der Kommunikation sozial-ökologischer Forschung vernachlässigte Erwachsenenbildung erreichen. Die erarbeitete Analyse einschlägiger Literatur zur Wissenskommunikation und zum Wissensmanagement und zum Wissensmanagement hat die Problemstellung erhärtet und sogar noch verschärft. Aufbauend auf die Bestandsaufnahmen wurden eine spezifische Strategie für die Wissenskommunikation des ISOE entwickelt. Im Hinblick auf ihre Wirksamkeit bzw. ihre Stärken und Schwächen wurde diese anhand unterschiedlicher Praxisbeispiele für die Kommunikation sozial-ökologischen Wissens erprobt und überprüft. Die entwickelte Strategie wurde anschließend bewertet und teilweise präzisiert. Zur Strategie-Implementierung ins Institut wurde eine professionelle Schnittstelle aufgebaut: Neben der Einrichtung einer Schnittstellen-Arbeitsgruppe wurde daher eine eigene Stelle "Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit" im Institut eingerichtet. Diese doppelte Schnittstelle intern/extern bzw. wissenschaftlich/nicht-wissenschaftlich bildet die Voraussetzung für die erfolgreiche Implementierung der Strategie.

Strategisch verankerte Kommunikation

Durch die Projektaktivitäten ist es gelungen, im Institut das Bewusstsein für die Notwendigkeit strategisch verankerter Kommunikation zu verankern. Die Strategie konnte exemplarisch für verschiedene Projekte erprobt werden. Die Anfang April 2003 durchgeführte Tagung "Nachhaltigkeit neu denken" konnte beispielsweise mehr als zweihundert Teilnehmende aus unterschiedlichen Zielgruppen erreichen. Wie geplant gelang es hierbei, eine größere Anzahl Entscheider aus der Politik sowie Akteure aus der Wirtschaft und eine breitere Öffentlichkeit aus der Region für Themen der sozial-ökologischen Forschung anzusprechen. Das Interesse der Öffentlichkeit am ISOE ist darüber hinaus während der Projektlaufzeit deutlich gestiegen. Dies ist zu einem wesentlichen Teil auf die durch das Projekt angestoßenen Aktivitäten im ISOE zurückzuführen. Eine Verdoppelung der Zugriffszahlen auf die Web-Präsenz des Instituts, eine Verdoppelung der Abonnenten des elektronischen Newsletters während der Projektlaufzeit sowie verschiedenste Medienresonanzen belegen dies deutlich.

Dauerhafte Integration

Mit dem Vorhaben ist es gelungen, eine organisatorische Basis aufzubauen, die dem Institut eine optimierte Wissenskommunikation erlaubt. In der abschließenden Projektphase  wurde die Strategie und die Erfahrungen der Praxisbeispiele erfolgreich in die laufende Institutsarbeit integriert und dauerhaft verankert. Das Vorhaben hat sowohl konzeptionell als auch praxisbezogen entscheidende Grundlagen für eine effektive und anpassungsfähige Kommunikation des erarbeiteten Wissens gelegt. So wurde beispielsweise die eigens entwickelte Strategie in Instrumente und Prozessabläufe für die Forschungspraxis am Institut überführt und in einem Manual gebündelt, um die Wissenskommunikation als unverzichtbaren Bestandteil der Forschungsarbeit zu verankern. Zentrale übertragbare Ergebnisse aus dem Vorhaben wurden im Dezember 2004 Projekten aus dem BMBF-Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung sowie im Januar 2005 den Instituten des Ökoforum vorgestellt.