Wissenskommunikation
Konzept und Instrumente zur Verbesserung der gesellschaftlichen
Nutzung von sozial-ökologischen Forschungsergebnisse
Besonderheiten transdisziplinärer sozial-ökologischer Forschung
Auftretende Probleme bei dieser Wissenskommunikation haben ihre
Ursachen zunächst vor allem in den Besonderheiten sozial-ökologischer
Forschung. Eine sozial-ökologische Wissenskommunikation ist strukturell
vor allem mit folgenden Paradoxien und Problemen konfrontiert:
- Komplexität des Inhalts: Als Folgeprobleme rein umwelttechnischer
Lösungen entstehen "Umweltprobleme zweiter Ordnung". Diese, aber auch
der zunehmend syndromatische Charakter sozial-ökologischer Problemlagen
machen die Ergebnisse sozial-ökologischer Forschung immer komplexer,
während die Auswahlmechanismen der Massenmedien Vereinfachungen
verlangen. Wie läßt sich komplexes sozial-ökologisches Wissen
kommunizieren?
- Dynamik des Kommunikationsnetzwerks: Im Forschungsfeld treten neue
Akteure auf; dies erfordert, die sozial-ökologische Forschung für diese
und weitere Zielgruppen zu öffnen: Wie können Ergebnisse beispielsweise
an Entscheider in der Wirtschaft herangetragen und kommuniziert werden?
Welche Zugangswege sind für weitere Zielgruppen, z.B. Jugendliche,
adäquat?
- Differenzierung des Wissens: Wissen unterscheidet sich von
Information dadurch, dass es in einen Deutungskontext eingebettet ist.
Auf diese Weise wird Daten und Informationen "ein Platz" zugewiesen, so
dass sie versteh- und verwendbar werden. Kann in der
Wissenskommunikation die Differenz zwischen Daten, Informationen und
Wissen berücksichtigt werden? Wie ist das Wissen für den jeweiligen
Deutungskontext unterschiedlicher Zielgruppen zu reformulieren?
Die Lösung dieser Probleme erfordert ein stark analytisch orientiertes
Vorgehen, wie es im Projekt Wissenskommunikation praktiziert wird.