Transdisziplinäre Methoden und Konzepte
ISOE-Diskussionspapiere, Nr. 4 und 9-12, 15, ISOE-Studientexte, Nr. 7
Grundlage: konsumbezogene Innovationssondierung
Ausblick: Nachhaltige Produktinnovation
Eine konsumbezogene Innovationssondierung besteht aus maximal fünf Arbeitsschritten:
Erster Arbeitsschritt: Bestimmung der KonsumentInnengruppen, mit denen die Befragungen durchgeführt werden.
Zweiter Arbeitsschritt: qualitative Interviews zur Untersuchung von Gebrauchswissen, Umweltverhalten und Nutzungsansprüche bei VerbraucherInnen bezüglich der ausgewählten Produktinnovationen sowie der Einschätzung von Alternativen.
Dritter Arbeitsschritt: Rückkopplung der Ergebnisse an den Auftraggeber und Erarbeitung der Zielgruppen für die weiter zu verfolgende Produktinnovation.
Vierter Arbeitsschritt: ökologisch und sozialwissenschaftlich basierte Akzeptanzabschätzungen.
Fünfter Arbeitsschritt: Gruppendiskussionen zur Einschätzung der Auswirkungen der prognostizierten Produktveränderungen auf das Konsumverhalten (inklusive Auswertung und Rückkopplung in das Unternehmen).
Wenn bereits vom Unternehmen Innovationslinien eindeutig indentifiziert sind, die (technisch) realisiert werden können, ist eine ausführliche Erhebung bei einzelnen Konsumenten überflüssig. Für die meisten Innovationen sind dann vergleichsweise wenig aufwendige Beteiligungen von Fachleuten aus der Verbraucherberatung und Gruppendiskussionen ausreichend. Damit unterscheidet sich die sozial-ökologische Innovationssondierung in ihrer einfachsten Form vom Aufwand her kaum noch von den ohnehin üblichen Vorfelderkundungen, hat aber den Vorteil, daß sie in der Lage ist, vergleichsweise präzise vor allem die Langzeitwirkungen von Innovationen abzuschätzen.
Eine sozial-ökologische Innovationssondierung ist prinzipiell sowohl für Verbrauchsgüter (z.B. Lebensmittel) als auch für Gebrauchsgüter (z.B. Textilien) geeignet; sie kann aber auch zur Innovationsvorbereitung in weiteren Branchen verwendet werden. In Bereichen mit hoher Veränderungsoffenheit (z.B. Kommunikations- oder Biotechnologien), aber auch bei Drogerieartikeln und bei langlebigen Konsumgütern wie Automobilen, Unterhaltungselektronik, Kücheneinrichtungen, Haushaltsgeräten, sowie bei Einrichtungen von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Seniorenwohnungen sollten zusätzlich auch Einzelinterviews durchgeführt und mögliche Akzeptanzprobleme abgeschätzt werden.