Ansprechpartnerin:

Dr. Irmgard Schultz, schultz@isoe.de

 

Referenzen

Hayn, Doris / Schultz, Irmgard (2004): Das Gender Impact Assessment (GIA) – ein Instrument zur Umsetzung von Gender Mainstreaming. In: Bundesamt für Naturschutz BfN (Hg.), Gender Mainstreaming im Naturschutz. Institut für sozial-ökologische Forschung ISOE. Bonn, Münster: Landwirtschaftsverlag, 121-138

Hayn, Doris / Schultz, Irmgard (2004): A gender impact assessment for the environment. In: LIFE / FrauenUmweltNetz (Hg.), Towards Gender Justice in Environmental Policy. Institut für sozial-ökologische Forschung ISOE. Frankfurt am Main, 10-17

Schultz, Irmgard (2003): Gender Impact Assessment - Geschlechterfragen als integraler Bestandteil der Forschung. In: Matthies, Hildegard / Kuhlmann, Ellen / Oppen, Maria / Simon, Dagmar (Hg.), Gleichstellung in der Forschung. Organisationspraktiken und politische Strategien. Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Berlin: edition sigma, 189-203               

Weller, Ines / Fischer, Karin / Hayn, Doris / Schultz, Irmgard (2003): Gender Impact Assessment der Angewandten Umweltforschung Bremen (GIA). Gefördert durch das Förderprogramm “ Angewandte Umweltforschung “ des Landes Bremen. Abschlussbericht zum Forschungsvorhaben 134.

Institut für sozial-ökologische Forschung ISOE / Universität Bremen. Bremen, Frankfurt am Main Hayn, Doris / Schultz, Irmgard  (2002): Gender Impact Assessment im Bereich Strahlenschutz und Umwelt - Abschlussbericht - im Auftrag des BMU. Mit Expertisen von: Simone Mohr, Regine Barth, Christian Küppers und Anja Ruf.

Institut für sozial-ökologische Forschung ISOE. Frankfurt am Main Hayn, Doris /  Schultz, Irmgard (2002): Gender Impact Assessment  in the Field of Radiation Protection and the Environment - Concluding Report - with expert opinions by: Simone Mohr, Regine Barth, Christan Küppers and Anja Ruf.

Institut für sozial-ökologische Forschung ISOE / Universität Bremen. Bremen, Frankfurt am Main

Institut für sozial-ökologische Forschung ISOE (o.J.): Gender Impact Assessment – Prototyp. Download  

Gender Impact Assessment

Das Gender Impact Assessment (kurz: GIA) ist ein zentrales Instrument der Strategie Gender Mainstreaming (Hintergrundwissen zu Gender Mainstreaming und zum Gender Mainstreaming Prozess) und unterstützt die Verwirklichung des Ziels Gleichstellung bzw. Geschlechtergerechtigkeit. Das GIA dient der Analyse und Überprüfung der Auswirkungen von Vorhaben auf Frauen und auf Männer sowie auf die Geschlechterverhältnisse. Seine zentrale Funktion besteht darin, die gleichstellungspolitischen Wirkungen konkreter Vorhaben wie politische Maßnahmen (bspw. Gesetze, Verordnungen), Programme und Projekten sowie des Handelns einer Organisation allgemein zu identifizieren. Auf dieser Grundlage zeigt es auf, wie negative Folgen vermieden und Verbesserungen erreicht werden können. Das GIA wurde aus der Einsicht heraus entwickelt, dass eine vermeintlich geschlechtsneutrale Gestaltung von Vorhaben unintendierte, aber folgenreiche und nicht selten negative Auswirkungen haben kann.  

Als Assessment-Instrument orientiert sich das GIA an anderen Instrumenten der Folgenabschätzung, insbesondere an der Umweltverträglichkeitsprüfung. Der vom ISOE entwickelte GIA-Prototyp beinhaltet einerseits die organisatorisch-institutionelle Verankerung des GIA, die für jede Organisation in spezifischer Weise auszuarbeiten ist. Andererseits umfasst der Prototyp einen themen- und aufgabenbezogenen Bestandteil, die sog. GIA-Checkliste, anhand derer die Prüfung vorgenommen wird. Diese GIA-Checkliste ist als Stufenmodell mit drei nacheinander durchzuführenden Prüfschritten angelegt. Im ersten Schritt wird im Rahmen der Relevanzprüfung (Vorprüfung) die Genderrelevanz eines Vorhabens bestimmt. Anschließenden wird im zweiten Schritt, dem Gender Impact Assessment (Hauptprüfung) eine detaillierte Analyse durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Analyse sind Ausgangspunkt für den dritten Schritt, die Bewertung. Der Bewertungsansatz des GIA stellt nicht das Fehlen gleichstellungspolitischer Ziele ins Zentrum (Negativbewertung), sondern zielt auf die „Anreicherung“ konkreter Vorhaben mit gleichstellungspolitischen Zielen (Positivbewertung). Durch ein wechselseitiges Abwägen von fachlichen und gleichstellungspolitischen Zielen werden Zielkonflikte identifiziert und letztlich Zieleallianzen erreicht. Auf dieser Basis können konkrete Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Das GIA leistet insgesamt einen Beitrag zur differenzierten Betrachtung und liefert Grundlagen für sachgerechtere Lösungen und adäquate Entscheidungen.  

Das GIA kann als ex ante- oder ex post-Evaluation durchgeführt werden: ersteres erlaubt es, Gleichstellungsfragen systematisch in Entscheidungsprozesse einzubringen, negative Auswirkungen vor der Umsetzung zu identifizieren und alternative (Teil-)Lösungen aufzuzeigen. Dies ist die weitreichendere Funktion eines GIA. Als ex post-Evaluation kann ein GIA zur Weiterentwicklung von bereits ausgearbeiteten Vorhaben dienen. Das GIA wurde inzwischen in verschiedenen fachlichen Feldern (Umweltschutz, Naturschutz, Strahlenschutz, Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Forsten; auch Forschungspolitik im Bereich Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung) und auf unterschiedlichen Ebenen angewendet. Die vorliegende Methode ist einfach in weitere fachliche Felder übertragbar und kann für unterschiedliche institutionellen Kontexte/Organisationen angepasst werden.  

Ansprechpartnerin:

Dr. Irmgard Schultz, schultz@isoe.de