Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

11.12.2017

Artikel von ISOE-AutorInnen in Top-Ten-Auswahl von internationalem Biodiversitätsjournal

Der globale Verlust der Artenvielfalt hält an – trotz umfangreicher Initiativen und Programme für Biodiversität. Als mögliche Ursache dafür wird häufig ein „lack of action“ genannt – also ein Handlungsdefizit. In dem Artikel „Halting biodiversity loss: how social-ecological biodiversity research makes a difference“ greifen Marion Mehring und weitere ISOE-AutorInnen dieses Argument auf und erweitern es um ein Wissensdefizit. Solange ein Mangel an Wissen darüber bestehe, wie der Verlust der Artenvielfalt mit gesellschaftlichen Ursachen zusammenhängt, sei ein zielgerichtetes Handeln zum Schutz der Biodiversität gar nicht möglich. Ihr Artikel wurde vom International Journal of Biodiversity Science, Ecosystem Services and Management unter die Top-Ten-Beiträge des Jahres 2017 gewählt.


Transdisziplinäre Biodiversitätsforschung

Biologische Vielfalt ist unentbehrlich für Menschen und ein schützenswertes Naturgut. Dieses Gut ist gefährdet, wesentlich durch menschliche Aktivitäten und die Erderwärmung. In der Folge kommt es in bislang ungekannter Geschwindigkeit zu vorhersehbaren wie nicht vorhersehbaren Veränderungen des Ökosystems, die auch die Lebensgrundlagen der Menschen bedrohen. Aber wie kann ein zielführendes Handeln dagegen aussehen?

Marion Mehring, Barbara Bernard, Diana Hummel, Stefan Liehr und Alexandra Lux vom ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung führen in ihrem wissenschaftlichen Beitrag für das Open Access Journal aus, dass für eine erfolgreiche Biodiversitätspolitik das Wissen zum Handeln gefördert werden müsse. Das setze voraus, dass aber auch Lücken im Systemwissen geschlossen würden, also im Wissen über die komplexen Zusammenhänge zwischen Biodiversitätsverlust und gesellschaftlichen Ursachen. Auch fehle es an Orientierungswissen -  welches Leitbild ergibt sich aus dem Verständnis von Ursachen und Wirkung?

Gesellschaftliche Debatte über den Erhalt von Biodiversität dringend notwendig

Die ISOE-AutorInnen sind sich sicher: Um den ungehindert voranschreitenden Biodiversitätsverlust zu stoppen, ist eine gesellschaftliche Debatte dringend notwendig. Wichtige Fragen müssen rasch diskutiert werden. Was soll geschützt werden? Welchen Nutzen hat die Gesellschaft von Biodiversität? Führen bestimmte Maßnahmen dazu, dass gesellschaftlichen Gruppen bevorzugt oder benachteiligt werden?

Um die Wissenslücken zu schließen, sei eine sozial-ökologische Ausrichtung der Biodiversitätsforschung notwendig, meinen die AutorInnen, weil sie die positiven und negativen Ursachen und Folgen von gesellschaftlichem Handeln für die Artenvielfalt in den Vordergrund stellt. Durch den transdisziplinären Ansatz gelingt es sozial-ökologischer Biodiversitätsforschung, gesellschaftliche Wissens- und Handlungsbedarfe mit einzubeziehen.

Ihr Artikel wurde von dem herausgebenden Journal IJBESM – International Journal of Biodiversity Science, Ecosystem Services and Management in die Top-Ten-Auswahl aufgenommen. Das Auswahlgremium betonte die Rolle des Artikels als „Botschafter“ für das Journal. Es stelle einen besonderen Bezug zu den Zielen von IJBESM her, das Ergebnisse und Empfehlungen für die Entscheidungsfindung in Bezug auf Ökosystemleistungen und Biodiversität, nachhaltiges Land- und Wassermanagement, Landnutzungsplanung und Naturschutz versammelt.

Mehring, Marion/Barbara Bernard/Diana Hummel/Stefan Liehr/Alexandra Lux (2017): Halting biodiversity loss: how social-ecological biodiversity research makes a difference. International Journal of Biodiversity Science, Ecosystem Services & Management 13 (1), 172–180
www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/21513732.2017.1289246


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