Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

15.09.2017

Dr. Laura Woltersdorf erhält Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“

Der in diesem Jahr erstmals ausgeschriebene Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ geht an die Umweltwissenschaftlerin Dr. Laura Woltersdorf. Die Jury zeigte sich überzeugt von dem transdisziplinären Ansatz ihrer Forschungsarbeit, mit der sie ein Bewertungskonzept zur Nachhaltigkeit eines integrierten Wasserressourcenmanagements in Namibia entwickelt hat. Das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung gratuliert seiner ehemaligen Mitarbeiterin ganz herzlich zu diesem Preis, den das Wuppertal Institut und die Zempelin‐Stiftung im Stifterverband vergeben – für eine Forschung, die gesellschaftliche Impulse auslöst und fördert und die Zivilgesellschaft in den Forschungsprozess einbezieht.


Laura Woltersdorf

Den mit 25.000 Euro dotierten Preis erhält Laura Woltersdorf für ihre Nachhaltigkeitsbewertung im Forschungs- und Entwicklungsprojekt CuveWaters. Ihre konzeptionelle Arbeit, die die Jury als innovativ und vorbildlich hervorhebt, war grundlegend für die Umsetzung eines nachhaltigen Wasserressourcenmanagements im Norden Namibias. Dort sind natürliche Wasserquellen seit jeher knapp, und mit fortschreitendem Klimawandel erhöht sich der Druck auf die Ressource noch. Um die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung und die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen zu sichern, wurden in dem Projekt Lösungen für eine nachhaltige Wasserver- und -entsorgung entwickelt. Preisträgerin Laura Woltersdorf untersuchte die technologisch möglichen Varianten – etwa die Wiederverwendung von geklärtem Abwasser oder Regenwasser – auf ihre Nachhaltigkeit hin. In ihr Bewertungskonzept flossen ökologische Aspekte ebenso ein wie Fragen der Armutsbekämpfung.

Erfahrungswissen der Bevölkerung für die Forschung nutzen

Welche Möglichkeiten sind unter den gegebenen klimatischen und institutionellen Bedingungen sozial, ökonomisch und ökologisch am wirksamsten? Um diese Frage zu beantworten, hat Laura Woltersdorf das lokale Erfahrungswissen in ihr Konzept integriert. Damit hat die junge Wissenschaftlerin wesentlich zum Erfolg des BMBF-geförderten und 2015 abgeschlossenen Projektes unter der Leitung des ISOE beigetragen. Nach Meinung der Jury stehe CuveWaters beispielhaft für den Entwurf, die Umsetzung und die Verstetigung eines transdisziplinären Forschungsprojektes in der Entwicklungsarbeit.

„Wir gratulieren Laura Woltersdorf und freuen uns mit ihr über die Anerkennung ihrer Arbeit, mit der sie eindrücklich gezeigt hat, wie sich das Potenzial eines transdisziplinären sozial-ökologischen Forschungsansatzes entfalten und nutzen lässt“, sagt Thomas Jahn, Sprecher der Institutsleitung des ISOE. Für die Auswahl und die Umsetzung der nachhaltigen Technologievarianten sei das von Laura Woltersdorf berücksichtigte Wissen der Bevölkerung eine wichtige Voraussetzung gewesen – auch weil die Entscheidungen über ein nachhaltiges Wasserressourcenmanagement in der Region dadurch von einer hohen Akzeptanz in der Bevölkerung begleitet waren.

Laura Woltersdorf war von 2011 bis 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin am ISOE. Seit Ende 2015 forscht sie in der Arbeitsgruppe Hydrologie des Instituts für Physische Geographie an der Goethe-Universität Frankfurt. Dort vertritt sie den Schwerpunkt Methoden der transdisziplinären Forschung sowie die Verbindung von Sozial- und Naturwissenschaften.

Links

CuveWaters
Mehr über die Preisvergabe beim Wuppertal Institut


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