Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

06.12.2017

Laura Woltersdorf mit dem Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ ausgezeichnet

Dr. Laura Woltersdorf ist mit dem Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ ausgezeichnet worden. Die Umweltwissenschaftlerin erhielt den in diesem Jahr zum ersten Mal vergebenen Preis am 5. Dezember bei einer feierlichen Veranstaltung in Berlin. Ausgezeichnet wurde sie für den transdisziplinären Ansatz ihrer Forschungsarbeit, mit der sie ein Bewertungskonzept zur Nachhaltigkeit eines integrierten Wasserressourcenmanagements in Namibia entwickelt hat. Ihre konzeptionelle Arbeit war Teil des Forschungsprojektes CuveWaters unter der Leitung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung.


Laura Woltersdorf

Das Wuppertal Institut und die Zempelin‐Stiftung im Stifterverband vergeben den mit 25.000 Euro dotierten Preis für eine Forschung, die gesellschaftliche Impulse auslöst und fördert und die Zivilgesellschaft in den Forschungsprozess einbezieht. Dafür sei die Nachhaltigkeitsbewertung im Forschungs- und Entwicklungsprojekt CuveWaters von Laura Woltersdorf vorbildlich, befand die Jury. Ihre Vorarbeiten im Projekt waren grundlegend für die Umsetzung eines nachhaltigen Wasserressourcenmanagements im Norden Namibias. Dort sind natürliche Wasserquellen seit jeher knapp, und mit fortschreitendem Klimawandel erhöht sich der Druck auf die Ressource noch.

Um die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung und die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen zu sichern, wurden in dem Projekt Lösungen für eine nachhaltige Wasserver- und -entsorgung entwickelt. Preisträgerin Laura Woltersdorf untersuchte die technologisch möglichen Varianten, etwa die Wiederverwendung von geklärtem Abwasser oder Regenwasser – auf ihre Nachhaltigkeit hin. In ihr Bewertungskonzept flossen ökologische Aspekte ebenso ein wie Fragen der Armutsbekämpfung.

Erfahrungswissen der Bevölkerung für die Forschung nutzen

Welche Möglichkeiten sind unter den gegebenen klimatischen und institutionellen Bedingungen sozial, ökonomisch und ökologische am wirksamsten? Um diese Frage zu beantworten, integrierte Laura Woltersdorf das lokale Erfahrungswissen in ihr Konzept. Damit trug die junge Wissenschaftlerin wesentlich zum Erfolg des BMBF-geförderten und 2015 abgeschlossenen Projektes bei. Nach Meinung der Jury stehe CuveWaters beispielhaft für den Entwurf, die Umsetzung und die Verstetigung eines transdisziplinären Forschungsprojektes in der Entwicklungsarbeit.

„Wir gratulieren Laura Woltersdorf und freuen uns mit ihr über die Anerkennung ihrer Arbeit, mit der sie eindrücklich gezeigt hat, wie sich das Potenzial eines transdisziplinären sozial-ökologischen Forschungsansatzes entfalten und nutzen lässt“, sagte Thomas Jahn, Sprecher der Institutsleitung des ISOE bei der Preisverleihung in Berlin. Für die Auswahl und die Umsetzung der nachhaltigen Technologievarianten sei das von Laura Woltersdorf berücksichtigte Wissen der Bevölkerung eine wichtige Voraussetzung gewesen – auch weil die Entscheidungen über ein nachhaltiges Wasserressourcenmanagement in der Region dadurch von einer hohen Akzeptanz in der Bevölkerung begleitet waren.

Laura Woltersdorf war von 2011 bis 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin am ISOE. Seit Ende 2015 forscht sie in der Arbeitsgruppe Hydrologie des Instituts für Physische Geographie an der Goethe-Universität Frankfurt. Dort vertritt sie den Schwerpunkt Methoden der transdisziplinären Forschung sowie die von Sozial- und Naturwissenschaften.

Eindrücke der Preisverleihung am 5. Dezember 2017:
https://wupperinst.org/a/wi/a/s/ad/4164/

 

 


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