Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

06.02.2017

Leseempfehlung: Warnsignal Klima – Die Biodiversität

Biologische Vielfalt ist unentbehrlich für Menschen und ein schützenswertes Naturgut. Dieses Gut ist gefährdet, wesentlich durch die Erderwärmung. In der Folge des Klimawandels kommt es in bislang ungekannter Geschwindigkeit zu vorhersehbaren wie nicht vorhersehbaren Veränderungen des Ökosystems, die auch die Lebensgrundlagen der Menschen bedrohen. Mit dem gerade erschienenen Sammelband „Warnsignal Klima: Die Biodiversität“ liefern BiodiversitätsforscherInnen Fakten und Diskussionsbeiträge zum Verlust der biologischen Vielfalt.


Korallenriff

Bei Aussterben einer Art gehen Erbgut und spezifische Eigenschaften eines Organismus unwiederbringlich verloren. Die damit verbundene Funktion für die Menschen kann dann im Ökosystem fehlen. Und die für den Menschen wichtigen Funktionen sind vielfältig: Das Zusammenspiel der Organismen führt zur Reinhaltung der Luft, zur Bereitstellung des Trinkwassers, zur Fruchtbarkeit der Böden sowie zur Bildung von Grundwasser oder der Bestäubung vieler Nutzpflanzen. Es gehört deshalb zu den großen Herausforderungen, den wie selbstverständlichen, bedrohten Wert der Natur bewusst zu machen.

Die beiden Biodiversitätsforscherinnen Marion Mehring und Alexandra Lux vom ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung beschäftigen sich in ihren Arbeiten unter anderem mit der Bewertung von Biodiversität und dem Zusammenhang von Wahrnehmung, Wertschätzung und Nutzung biologischer Vielfalt. In ihrem Beitrag „Der Wert der Biodiversität“ im Sammelband „Warnsignal Klima“ gehen sie auf diesen Zusammenhang näher ein. Ihre Beobachtung ist, dass es wichtig ist, die Pluralität der Werte zu beachten: Unterschiedliche Akteure können unterschiedliche Nutzungsansprüche, z.B. an einen Wald, haben wie Erholungsfunktion, Trinkwasserspeicher oder Holzproduktion.

Ökonomische Perspektive auf Biodiversität: Welchen Nutzen haben Leistungen der Natur für die Gesellschaft?

Eine ökonomische Perspektive auf Biodiversität könne helfen, die unterschiedlichen Werte der Biodiversität und ihre vielfältigen Leistungen sichtbar zu machen. An den Aspekt der vielfachen Nutzungsansprüche setzt der Beitrag von Marin Mehring und Alexandra Lux an. Sie fragen, was und wie bewertet werden kann und wo die Grenzen der Bewertung liegen. Dabei gehen sie auf das Konzept der Ökosystemleistungen ein – also auf die Leistungen der Natur für die Gesell¬schaft. Diese Leistungen lassen sich zum Teil monetär messen, etwa an der Zahlungsbereitschaft für sauberes Trinkwasser. In anderen Fällen ist dies nicht so einfach möglich. Bei kulturellen Leistungen kommen deshalb vorwiegend nicht-monetäre Bewertungsmethoden zum Einsatz.

Eine ökonomische Betrachtung kann hilfreich sein, um sozial-ökologische Zusammenhänge darzustellen. Wenn die Leistungen von Ökosystemen anhand der gesellschaftlichen Nutzung bewertet werden, werden die Nutzungsansprüche an die Natur nicht nur besser deutlich. Die unterschiedlichen Ansprüche und der damit verbundene Wert der Natur lassen sich in den gesellschaftspolitischen Entscheidungsprozess einbeziehen – darüber, wie der Umgang mit Biodiversität und Ökosystemleistungen künftig gestaltet werden soll.


Mehring, M. & A. Lux (2016): Der Wert der Biodiversität. In: Lozán, J. L., S.-W. Breckle, R. Müller & E. Rachor (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die Biodiversität. pp. 32-37. doi:10.2312/warn-signal.klima-die-biodiversitaet
www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/biodiversitaet/


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