Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

11.05.2017

Mit dem Rad entlang der Nidda – Exkursion im Forschungsprojekt NiddaMan

Vom 19. bis 28. Mai 2017 lädt das Netzwerk BioFrankfurt wieder zur regionalen Aktions- und Erlebniswoche „Biologische Vielfalt erleben!“ ein. Zu dem umfangreichen Angebot an Veranstaltungen gehört in diesem Jahr auch eine Fahrradtour im Forschungsprojekt NiddaMan. Sie wird vom ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung gemeinsam mit der Abteilung für Ökotoxikologie der Universität Frankfurt und dem Büro für Gewässerökologie, Bad Vilbel organisiert. Interessierte BürgerInnen können sich ab sofort für die Teilnahme an der Exkursion entlang der Nidda anmelden.


Die Nidda bei Bonames

Die Radtour am 24. Mai 2017 führt die Teilnehmenden an der Nidda entlang, von Frankfurt Bonames bis Bad Vilbel-Gronau. An Haltepunkten erläutern WissenschaftlerInnen des Forschungsprojektes NiddaMan und der Gewässerökologe Gottfried Lehr, wie sich das Bild der Nidda in den letzten hundert Jahren gewandelt hat und was aus ökologischer Sicht noch zu tun ist. Denn noch entspricht die Gewässerqualität der Nidda nicht dem guten bis sehr guten ökologischen Zustand, wie ihn die EU-Wasserrahmenrichtlinie fordert. Der etwa hundert Kilometer lange Fluss ist in seinem Oberlauf noch in einem fast naturnahen Zustand. Das gilt aber nicht überall zwischen der Quelle im Vogelsberg und der Mündung in den Main.

Im Mittel- und im Unterlauf treten Konflikte zwischen Ökologie und gesellschaftlicher Nutzung des Flusses auf. Im Zuge umfassender Regulierungsmaßnahmen in den 1920er und 1960er Jahren wurde die Nidda von ihren Auen und Nebenarmen abgetrennt und fast durchgängig in ein geradliniges Kanalbett ohne Böschungsbepflanzung mit mehreren Wehren überführt. Die Regulierung hatte vor allem das Ziel, den Fluss hochwasserfrei auszubauen. Das hatte, zusammen mit Verschmutzungen durch diverse Einleitungen in die Nidda, negative Auswirkungen auf das Ökosystem. Die Folgen waren unter anderem ein Verlust an Artenvielfalt und eine schlechte Wasserqualität.

Bedrohte Tiere kehren zurück: Beobachtungen mit der App NiddaLand teilen

Nun zeigen Gewässerschutz und Renaturierungsmaßnahmen inzwischen zwar erste Erfolge: Bedrohte Tiere und Pflanzen kehren zurück. So sind etwa die europäische Sumpfschildkröte, der Biber und der Eisvogel wieder an der Nidda anzutreffen. Doch die Gewässerqualität muss langfristig noch weiter verbessert werden. Um das zu erreichen, entwickeln WissenschaftlerInnen im Forschungsprojekt NiddaMan seit 2015 zusammen mit BürgerInnen und PraxisakteurInnen der Region ein Informations- und Managementsystem zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Nidda.

Die Exkursion entlang der Nidda soll den Wissensaustausch zwischen BürgerInnen und WissenschaftlerInnen fördern. Zudem bietet die Radtour den Teilnehmenden eine gute Gelegenheit, die im Forschungsprojekt entstandene Wissenslandkarte und App NiddaLand zu nutzen. Sie wurde entwickelt, um Beobachtungen am Fluss ins Internet zu stellen und sich darüber auszutauschen. Wer etwa eine Tierart entdeckt, die ihm nicht bekannt ist, kann ein Foto davon hochladen und die Community befragen. Aber auch Radwege, besonders schöne Landschaften oder selbstgemessene Wasserwerte können geteilt werden, ebenso Beobachtungen zu Hochwasser, Baustellen oder Umweltbelastungen.

Die App NiddaLand sollte vorab auf dem Smartphone installiert werden. Sie ist sowohl im Playstore als auch im App Store verfügbar. Nach der Installation ist eine Registrierung auf der Homepage www.niddaLand.de notwendig.

Fahrradtour im Forschungsprojekt NiddaMan
Die Nidda im Fluss: Ökologie, Nutzung, Renaturierung

Datum: Mittwoch, 24.05.2017

Uhrzeit: 14:30–17:30 Uhr

Treffpunkt: Straße vor dem Eingang zum Tower Café, Alter Flugplatz Bonames, Am Burghof 55 Anfahrtsbeschreibung

Tourenlänge: ca. 15 km bis zum Ziel in Bad Vilbel-Gronau

Hinweise: Verpflegung ist selbst mitzubringen; die Teilnahme erfolgt auf eigene Verantwortung und ist kostenfrei; Rückfahrt ist selbst zu organisieren

Anmeldung: ist erforderlich (Oliver Schulz, schulz(at)isoe.de oder
Tel. 069 7076919-49)

Veranstalter: ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt; Abteilung für Ökotoxikologie der Universität Frankfurt; Büro für Gewässerökologie, Bad Vilbel


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Ansprechpartnerinnen

Nicola Schuldt-Baumgart

Nicola Schuldt-Baumgart
Leitung Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 069 707 6919-30
schuldt-baumgart(at)isoe.de

Melanie Neugart
Referentin Wissenskommunikation, Medienkontakt
Tel. 069 707 6919-51
neugart(at)isoe.de

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