Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

06.12.2016

Neue Mobilitätsangebote – neue Herausforderungen. Handlungsempfehlungen für die Region FrankfurtRheinMain

Carsharing, Fahrradverleihsysteme und Mitfahrvermittlung über Apps: In Frankfurt sind Sharing-Verkehrsangebote vergleichsweise weit verbreitet. Immer mehr Menschen nutzen diese Mobilitätsdienstleistungen in Kombination mit dem öffentlichen Verkehr. Diese neuen Angebote stellen Kommunen und Verkehrsunternehmen vor neue Herausforderungen: Wie können die neuen Sharing-Konzepte in die Verkehrsplanung integriert werden? Die Ergebnisse einer Untersuchung der Goethe-Universität und des ISOE sind jetzt in einer Broschüre des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung nachzulesen.


Verkehrsmittel-Mix

In den vergangenen Jahren sind in der Rhein-Main-Region viele neue Mobilitätsdienstleistungen entstanden, die auf Sharing-Konzepten beruhen und als Reaktion auf ein verändertes Verkehrsverhalten der Nutzerinnen und Nutzer zu verstehen sind. Einerseits besitzen immer weniger junge Erwachsene in Ballungsräumen einen privaten Pkw. Zum anderen sind die Möglichkeiten, ohne Privatauto mobil zu sein, in den Ballungsräumen bisher am besten. Allerdings sind Sharing-Angebote bislang auch fast außschließlich in der Kernstadt nutzbar. Hier können Verkehrsmittel zunehmend situationsspezifisch genutzt und miteinander kombiniert werden. Dadurch steigt der Anteil der Personen, die ihre Alltagsmobilität multioptional gestalten.

Dieses multimodale Verkehrsverhalten gilt insgesamt als umweltfreundlicher und ressourceneffizient, da sehr viel stärker die Verkehrsmittel des Umweltverbunds genutzt werden. Auf Anbieterseite sind dabei auch ganz neue Akteure im Markt, der bislang den öffentlichen Verkehrsunternehmen vorbehalten war, etwa Automobilhersteller, IT-Unternehmen oder Wohnungsunternehmen. Sie alle entwickeln derzeit neue Geschäftsmodelle für urbane Mobilität.

Gestaltungsbedarf für ein multioptionales Verkehrssystem

Die verantwortlichen Verkehrsplaner in den Kommunen stehen somit vor der Herausforderung, den erheblichen Gestaltungsbedarf für die neuen Mobilitätsangebote einzuschätzen und vorausschauend umzusetzen. Gerade hier aber besteht Unklarheit: Wie kann ein multioptionales Mobilitätssystem integriert und anbieterunabhängig gestaltet werden, damit es seine Wirkung entfalten kann? Welche Potenziale, Chancen und Risiken haben die einzelnen Verkehrsmittel und wie stehen sie in Wechselwirkung zueinander? Eine der Empfehlungen hierzu ist, dass Fahrradverleihsysteme und Carsharing von den Kommunen und Anbietern auch in suburbanen Räumen bereitgestellt werden. Dies würde auch außerhalb der Kernstadt die Möglichkeiten erhöhen, dass Bewohner solche Angebote mit dem ÖPNV kombinieren können.

Im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung haben die Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt und des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung Handlungsempfehlungen entwickelt. Zusammengefasst sind die Ergebnisse auf Basis einer umfangreichen Status-quo-Analyse für das Rhein-Main-Gebiet und einer wissenschaftlichen Recherche zu Nutzung und Wirkungen neuer bundeweiter wie internationaler Mobilitätsangebote jetzt in der Broschüre „Sharing-Konzepte für ein multioptionales Mobilitätssystem“ nachzulesen.

Sharing-Konzepte für ein multioptionales Mobilitätssystem. Zentrale Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für die Region FrankfurtRheinMain Jutta Deffner, Thomas Klinger, Melina Stein, Juliane Kemen, Martin Lanzendorf. Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (Hrsg.)
https://www.mobileshessen2020.de/mm/Sharing-Konzepte.pdf

 

 


Weiter empfehlen:

Ansprechpartnerinnen

Nicola Schuldt-Baumgart

Nicola Schuldt-Baumgart
Leitung Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 069 707 6919-30
schuldt-baumgart(at)isoe.de

Melanie Neugart
Referentin Wissenskommunikation, Medienkontakt
Tel. 069 707 6919-51
neugart(at)isoe.de

Newsletter abonnieren