Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

06.09.2017

Ökosystem Savanne bewahren: Lokales Wissen für die Forschung

Savannen bedecken weltweit 20 Prozent der Landoberfläche und bieten eine wichtige Lebensgrundlage für Menschen und Tiere. Doch das Ökosystem steht zunehmend unter Druck. Beispiel Namibia: Weideflächen sind übernutzt, Bodenbedingungen verschlechtern sich, in Trockenzeiten steht den Nutztieren nicht immer ausreichend Futter zur Verfügung. Mit dem Ziel, bessere Bedingungen für die Weidewirtschaft zu schaffen, wurden im Forschungsprojekt OPTIMASS die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Management von Savannen-Ökosystemen untersucht. Hierfür hat das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung gezielt das Wissen der örtlichen Farmer einbezogen.


Savanne in Namibia

Ziel des ISOE-Teilprojekts im internationalen Forschungsvorhaben OPTIMASS war, einen Beitrag zum nachhaltigen Ressourcenmanagement für die namibischen Savannen zu leisten. Hierzu wurde zunächst ein grundlegendes Verständnis vom Zusammenhang zwischen Ökosystemleistungen und den Wechselwirkungen zwischen der Geo-, Bio- und Atmosphäre in den namibischen Savannen gewonnen. Als ein Schlüssel zum Verständnis dienten dabei die vor Ort bestehenden Formen der Farmbewirtschaftung. Das ISOE-Team nahm deshalb das lokale Wissen der Farmer in den Fokus.

Farmer und ihre Familien machen etwa 70 Prozent der namibischen Bevölkerung aus. Da ihre Haupteinkommensquelle die Landwirtschaft ist, sind sie in besonderem Maße von den Folgen der Bodenverschlechterung betroffen. Zugleich sind Farmer wichtige Wissensträger: Sie kennen die Niederschlagsmuster und das Zusammenspiel von Gräsern, Bodenart oder Herdengrößen, Ruhe- und Weidezeiten. Dieses Wissen ist entscheidend für den Aufbau eines angepassten Managementsystems für Savannen.

Übertragbare Strategien für nachhaltiges Ressourcenmanagement

Namibia ist besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen, Extremereignisse wie Dürren nehmen zu. Auch die sogenannte Verbuschung wird immer mehr zum Problem: Der dichter werdende Wuchs von Sträuchern verringert die für die Weidewirtschaft wertvollen Grasflächen der Savannen. All dies erhöht den Druck auf die Ökosysteme erheblich. Die Ergebnisse des ISOE-Teilprojekts zeigen, dass deshalb neue, möglichst flexible Ansätze nötig sind, um das Weideland der Savanne vorausschauend zu bewirtschaften.

Eine Anpassung an die sich ändernden Bedingungen ist durchaus möglich. So konnten mithilfe der Zusammenführung von lokalem und wissenschaftlichem Wissen Empfehlungen herausgearbeitet werden, die auf eine Erhöhung von Reservebiomasse und Wasserspeicherkapazitäten, Effizienzsteigerung von Wassernutzungen und Erosionskontrolle oder die Entbuschung zielen. Diese Lösungsansätze sind auch auf andere, vergleichbare Regionen mit ähnlichen Herausforderungen übertragbar. Dabei lieferte das Wissen der Farmer auch wichtige Anhaltspunkte für die modellbasierten Analysen der Projektpartner.

Die Projektergebnisse wurden im Juli 2017 in Namibia vorgestellt, unter anderem in Otjiwarongo beim Namibian Rangeland Forum (NRF), dessen Ausrichter OPTIMASS zugleich war. Die Ergebnisse fließen in die namibische National Rangeland Management Policy & Strategy (NRMPS) ein.

Mehr zum Projekt www.optimass.org/de


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