Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

14.11.2017

UN-Klimagipfel in Bonn: Genderperspektive für eine gerechte Klimaschutzpolitik

In der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen haben Genderfragen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Denn längst ist deutlich geworden, dass Männer und Frauen nicht nur unterschiedlich zum Klimawandel beitragen, sie sind auch in unterschiedlichem Maß von den Folgen betroffen. Eine Begleitveranstaltung zum UN-Weltklimagipfel in Bonn am 16. November unter Beteiligung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung zeigt Zusammenhänge zwischen Genderperspektive und internationaler wie auch nationaler Klimaschutzpolitik auf.


COP23

Der Klimawandel ist von Menschen verursacht. Aber wer wie stark daran beteiligt und davon betroffen ist, hängt von vielen Faktoren ab – zum Beispiel von Alter, Einkommen, gesellschaftlichem Status oder Herkunft. Dabei zeigt sich noch ein starkes Gefälle zwischen den Ländern des globalen Nordens und des Südens. Und auch die Geschlechterzugehörigkeit macht beim Klimawandel Unterschiede: Frauen und Männer haben generell einen unterschiedlichen Ressourcenverbrauch und CO2-Fußabdruck, zudem unterscheiden sich ihre Bedürfnisse, ihr Wissen und ihre Erfahrungen, die im Umgang mit dem Klimawandel zu berücksichtigen sind.

Diese geschlechtsspezifischen Dimensionen hinsichtlich der Verursachung, Betroffenheit und Anpassung an den Klimawandel sind bislang für Industrieländer noch wenig untersucht. Doch Erkenntnisse darüber sind wichtig, um die Wirksamkeit klimapolitischer Maßnahmen zu erhöhen und dabei zugleich mehr Geschlechtergerechtigkeit zu gewährleisten.

Relevanz der Geschlechterverhältnisse für effektive klimapolitische Maßnahmen

Im Forschungsprojekt des Umweltbundesamtes (UBA) „Gendergerechtigkeit als Beitrag zu einer erfolgreichen Klimapolitik“ wird derzeit untersucht, wie in der nationalen Klimapolitik das Ziel der Geschlechtergerechtigkeit besser verankert werden kann. Dies gilt sowohl für Politiken zur Verringerung der Treibhausgasemissionen als auch für Maßnahmen zur Klimaanpassung. Bei einem Side Event zum Weltklimagipfel in Bonn stellt Diana Hummel vom ISOE erste Ergebnisse aus dem UBA-Forschungsvorhaben vor.

Die Begleitveranstaltung „Giving Voice, Assessing Impacts. Dealing with climate change in the Global North and South from gender perspectives“ wird vom Umweltbundesamt und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) organisiert. Es findet am 16. November im Deutschen Pavillon der UN-Klimaschutzkonferenz in Bonn statt. Ziel ist es, einen umfassenden Überblick über die Zusammenhänge von Gendergerechtigkeit und Klimaschutzpolitik deutlich zu machen und deren Relevanz zu betonen. Die Veranstaltung gibt dabei auch Einblicke in die Auswirkungen des Klimawandels aus Sicht von Frauen in Nordindien und Laos.

Mehr zum UBA-Projekt www.isoe.de/projekte/aktuelle-projekte/energie-und-klimaschutz-im-alltag/geschlechtergerechtigkeit-klimapolitik/

SIDE EVENT COP 23 Bonn
Giving Voice, Assessing Impacts. Dealing with climate change in the Global North and South from gender perspectives
16.11.2017, 16:30–18:00
German Pavilion, Bonn Zone
Side-Event-Programm im Deutschen Pavillon


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