Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

20.12.2016

Wasserressourcen schonen: Aufbereitung von Abwasser für Industrie und Landwirtschaft

Gereinigtes Abwasser ist ein wichtiger Bestandteil unserer Wasserressourcen. Für den unmittelbaren Einsatz, etwa in Industrie oder Landwirtschaft, ist es jedoch häufig ungeeignet. In dem jetzt gestarteten Projekt "MULTI-ReUse: Modulare Aufbereitung und Monitoring bei der Abwasser-Wiederverwendung" werden neue Verfahren entwickelt, die den Ablauf konventioneller Kläranlagen für die direkte Wiederverwertung von gereinigtem Abwasser zugänglich machen sollen.


Die Idee ist, das gereinigte Abwasser in der Kläranlage nicht wie bisher in den Fluss abzuleiten, sondern es mithilfe neuer Verfahren in der Industrie, in der Landwirtschaft und zur Grundwasseranreicherung wiederzuverwenden. Mit der Nutzung von gereinigtem Abwasser als Ressource wird der Wasserhaushalt geschont und Trinkwasser gespart. Dies wird auch in Deutschland zunehmend notwendig, wo in einzelnen Regionen die Konkurrenz um die verfügbaren Wasserressourcen wächst, etwa in Ballungsräumen, wo der Wasserbedarf durch Bevölkerungszuwachs größer wird oder in Regionen mit einem hohen landwirtschaftlichen und industriellen Bedarf. Hier birgt die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser ein hohes Potenzial.

In der Aufbereitungstechnik und der notwendigen Qualitätsüberwachung bestehen derzeit noch Lücken. Der Partikelgehalt oder die Nährstoffkonzentration in aufbereitetem Abwasser kann nicht nur aus Umweltsicht problematisch sein, sondern auch für die industrielle Nutzung zu hoch. In anderen Bereichen wie der Landwirtschaft können beispielsweise die Konzentration von gelösten Ionen oder hygienische Bedenken die Verwendung von gereinigtem Abwasser einschränken. Um diese Lücken auf dem Weg zur Wiederverwendung von gereinigtem Brauchwasser zur Wasserressource für Äcker und Industrie zu schließen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Projekt MULTI-ReUse, für das ein Forschungsverbund gegründet wurde, an dem auch das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung beteiligt ist

Forschungsverbund für innovative Verfahrensentwicklung zur Abwasser-Wiederverwendung

Ziel ist die Entwicklung flexibler Verfahrensketten zur zuverlässigen Produktion der jeweils zu bestimmten Zeiten von den Kunden angeforderten Mengen und Qualitäten an Wasser. Daher kommen innovative Verfahrenskombinationen und neue Entwicklungen im Bereich der Membrantechnologie zum Einsatz. Parallel dazu werden schnelle und zuverlässige Monitoring-Verfahren zur Prozesskontrolle und Qualitätsüberwachung von hygienerelevanten Parametern entwickelt. Die praktische Umsetzung erfolgt am Standort der Kläranlage Nordenham in Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband OOWV.

Das ISOE konzentriert sich im Projekt auf den Wissenstransfer der Forschungsergebnisse sowie auf die Konzeption einer Exportstrategie, mit der sich der in MULTI-ReUse entwickelte Baukasten mit seinen Innovationen weltweit vermarkten lässt. Das Projekt schließt entscheidende Lücken, um innovative Verfahrenskonzepte zur Abwasser-Wiederverwendung aus Deutschland weltweit konkurrenzfähiger zu machen, denn die Ergebnisse des Projekts sind nicht nur für Deutschland von Bedeutung.

Der Forschungsverbund besteht aus den Partnern OOWV, dem IWW Zentrum Wasser GmbH, dem Biofilm Centre der Universität Duisburg-Essen (UDE) und den Ausrüsterfirmen inge GmbH, IAB Ionenaustauscher GmbH Bitterfeld, der De.EnCon GmbH sowie der DECHEMA, dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und dem ISOE-Institut für sozial-ökologische Forschung.

Auf den Projektwebseiten von MULTI-ReUse werden in Kürze in regelmäßigen Abständigen Neuigkeiten und Forschungsergebnisse veröffentlicht.


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Ansprechpartnerinnen

Nicola Schuldt-Baumgart

Nicola Schuldt-Baumgart
Leitung Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 069 707 6919-30
schuldt-baumgart(at)isoe.de

Melanie Neugart
Presse
Tel. 069 707 6919-51
neugart(at)isoe.de

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