Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

18.04.2017

Wasserressourcen und Klimawandel – Neue Modellierungsmethoden eröffnen Anpassungsstrategien

Welche Modellierungsmethoden eignen sich, um Auswirkungen des Klimawandels besser zu verstehen? Besonders vielversprechend erscheinen sogenannte agentenbasierte Modelle (ABMs), die z.B. in der Ökologie oder für „Social Simulations“ verwendet werden. Für das Themenfeld des Klimawandels könnten sie sich als hilfreich erweisen, weil sie die sozio-ökonomische Situation von Bevölkerungsgruppen gut simulieren können. Beim „Workshop on Agent-based Modeling of Environmental Challenges and Climate Policy“, der im März in Hamburg stattfand, trafen sich WissenschaflerInnen, die an solchen ABMs arbeiten. Lukas Drees, Wissenschaftler am Frankfurter ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung stellte vor, wie integrierte Modelle natur- und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse verbinden und welchen Nutzen diese für die Gesellschaft haben können.


Savanne

Menschen im südlichen Afrika sind seit jeher von Dürreereignissen betroffen. Da die Menschen überwiegend in Subsistenz wirtschaften, sind sie von der Verfügbarkeit lokaler natürlicher Wasserressourcen wie saisonal wasserführenden Flüssen, einfachen Brunnen oder Regenwasser abhängig. Unzuverlässige Regenmengen bedeuten deshalb eine große Unsicherheit und Gefahr für die Bevölkerung. Inwiefern die Menschen auf kostenpflichtige moderne Infrastruktur für die Wasserversorgung zurückgreifen können, hängt von verschiedenen sozialen und ökonomischen Faktoren ab.

Ein agentenbasierter Modellierungsansatz bietet sich hier an, weil es sich um ein sozial-ökologisches System handelt, das viele verschiedene Akteure beinhaltet, die Entscheidungen in unterschiedlichen Situationen und unter verschiedenen Umständen treffen, während sie sich untereinander beeinflussen. „Integrierte Modelle, die dazu in der Lage sind, natur- und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse zu verbinden, helfen uns, ein genaueres Bild davon zu bekommen, wie Menschen auf den Klimawandel reagieren. Agentenbasierte Modelle werden bei dieser Fragestellung immer häufiger angewendet. Sie bieten vielversprechende Möglichkeiten, um komplexe gesellschaftliche Dynamiken zu simulieren“, fasst Drees zusammen. In seiner Modellierung kombiniert er agentenbasierte Modelle mit Bayes‘schen Netzen. Diese tragen dem Umstand Rechnung, dass weder das Modell noch das Wissen, das verwendet wird, um das Modell auszuführen, vollständig sind.

Gute Erfahrungen wurden mit dieser Methodik bereits im Forschungsprojekt micle erzielt, in dem Drees zu Klimawandel und Migration forschte. „Unsere Modellergebnisse können dabei helfen, den Zusammenhang von Klimawandel, sozialen und ökonomischen Faktoren und deren Auswirkungen auf die Nutzung der unterschiedlichen Wasserquellen besser zu verstehen. So lassen sich langfristige Anpassungsstrategien entwickeln.“

Link zum Vortrag

https://www.scribd.com/document/345522375/Water-use-trade-offs-How-integrated-modelling-can-help


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