Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

02.12.2016

Werkstattbericht WohnMobil: Neue Geschäftsmodelle in der Wohnungswirtschaft?

In der strategischen Unternehmensplanung und in der Umgangssprache hat sich seit den 1990er-Jahren der Begriff „Geschäftsmodell“ etabliert, um die Funktionsweise eines Unternehmens zu beschreiben. Auch in der Nachhaltigkeitsforschung hat der Begriff mittlerweile Einzug gehalten. Doch was genau macht ein Geschäftsmodell aus? In einem jetzt erschienenen Werkstattbericht geben WissenschaftlerInnen des Projekts WohnMobil einen Überblick über wesentliche Elemente von Geschäftsmodellen: Kunden, Wertangebot, Kanäle, Kundenbeziehung, Kosten und Umsatz. Exemplarisch wird ein weit verbreitetes Konzept herangezogen und auf die Wohnungswirtschaft angewendet.


Laubengangmodell (Foto: wup – wimmerundpartner)

Im Projekt WohnMobil unter der Leitung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung geht es darum, Konzepte für die Planung und Umsetzung gemeinschaftlicher Mobilitäts- und Wohndienstleistungen und gemeinsamer Flächennutzungen zu untersuchen. Zusammen mit den Praxispartnern des Projekts werden innovative Angebote, Dienstleistungen und Aktivitäten zur gemeinsamen Nutzung von Autos, Fahrrädern, Räumen, Freiflächen und Geräten entwickelt und erprobt.

Die Konzepte werden dann auf ihre ökonomische Tragfähigkeit sowie ihre ökologischen und sozialen Wirkungen hin bewertet. Für diese Bewertung ist die Untersuchung der Geschäftsmodelle von Wohninitiativen und Wohnungsbauunternehmen ein zentraler Schritt. Im Werkstattbericht des Verbundpartners IÖW werden die Geschäftsmodelle der acht Praxispartner des Projekts analysiert. Dabei werden insbesondere gemeinschaftliche Mobilitäts- und Wohndienstleistungen, die in Reallaboren entwickelt und erprobt werden – wie etwa Gerätepooling, Car- und Bikesharing – mit herkömmlichen Geschäftsmodellen der beteiligten Wohnungsunternehmen und Wohninitiativen verglichen.

Nähern sich Wohnungsunternehmen den Wohninitiativen durch neue Angebote an?

Die Analysen deuten darauf hin, dass die Wohnungsunternehmen und Wohninitiativen sich annähern: Die untersuchten Wohnungsunternehmen reichern ihre Angebote durch neue modellhafte Projekte an und bieten ein breiteres Set an wohnbegleitenden Dienstleistungen. Dazu gehören etwa die gemeinschaftliche Grünflächennutzung oder soziale Dienstleistungen, wobei auch der Mitbestimmung durch die Bewohnerinnen und Bewohner eine entscheidende Bedeutung zukommt. Es besteht ein erkennbares Interesse von Wohnungsunternehmen an Aktivitäten und Organisationsmodellen der Wohninitiativen.

Daraus ergibt sich die Frage, inwiefern es sich um Imitationsprozesse handelt oder ob tatsächlich erste Konvergenzschritte stattfinden; also ob sich Formen von Annäherungen ergeben, die ganz neue Bündnismöglichkeiten zwischen Unternehmen und Initiativen eröffnen könnten, um damit möglicherweise neue Kundengruppen zu erschließen bzw. bisherige NutzerInnen an sich zu binden.

Der Werkstattbericht ist ein Arbeitspapier des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Vorhabens „WohnMobil. Innovative Wohnformen und Mobilitätsdienstleistungen“, das das ISOE gemeinsam mit dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und dem Öko-Institut durchführt.

Zum Werkstattbericht des IÖW: Frieder Rubik & Tabea Hummel (2016): Überblick über Geschäftsmodelle und Anwendung auf Wohnungsunternehmen und Wohninitiativen, Werkstattbericht, Heidelberg, 37 Seiten, Download (PDF 1, MB)

Mehr zum Projekt unter: www.wohnmobil-projekt.de


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Nicola Schuldt-Baumgart

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neugart(at)isoe.de

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