ISOE-Lecture zum Thema Umweltgerechtigkeit

„Decolonizing Ecology“

Das ISOE hat auch im Wintersemester 2018/2019 seine Veranstaltungsreihe „ISOE-Lecture“ fortgesetzt. Thema der diesjährigen Lesung am 17. Januar war die aktuelle philosophische Debatte über Umweltethik: Kann unsere traditionelle westliche Naturvorstellung als Grundlage für einen weltweit gerechten Umweltschutz dienen? Dazu hatte das ISOE die Philosophin Barbara Muraca von der Oregon State University nach Frankfurt eingeladen. Ihre ISOE-Lecture „Decolonizing Ecology – Umweltgerechtigkeit jenseits dominanter westlicher Naturvorstellungen“ stieß auf großes Interesse und war sehr gut besucht. Ihre Präsentation ist jetzt auch online verfügbar. 

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©Tarzan9280/istockphoto

Seit 2013 veranstaltet das Institut für sozial-ökologische Forschung die ISOE-Lecture - eine Vorlesungsreihe für Studierende, Wissenschaftler*innen und interessierte Öffentlichkeit, die sich mit aktuellen Fragen der Nachhaltigkeitsforschung beschäftigt. Dazu lädt das ISOE jeweils im Wintersemester renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein, die sich einem besonderen Themenkomplex zuwenden. Im Mittelpunkt der Lesungen an der Goethe-Universität standen zuletzt die Soziale Ökologie als integrative Wissenschaft, Realexperimente als gesellschaftliche Laboratorien und die Debatte um das Anthropozän. 

Im Wintersemester 2018/19 richtete Barbara Muraca den Blick auf „koloniale“ Denkstrukturen in der Umweltethik. Ausgangspunkt war die gängige ökologische Sichtweise, die auf einer einfachen Subjekt-Objekt-Vorstellung von Menschen und Natur basiert. Ihre Argumentation: Ideen über die Beziehungen zwischen Menschen und den natürlichen Lebensgrundlagen seien in modernen Industriegesellschaften häufig von einem einfachen Subjekt-Objekt-Verständnis geprägt. Die traditionelle westliche Naturvorstellung liefere die Legitimation für die Selbstverständlichkeit, mit der sich Gesellschaften die Natur zunutze machen und Raubbau an natürlichen Ressourcen betreiben, und sie tauche zugleich in aktuellen Argumenten des Naturschutzes auf. 

Die Philosophin Barbara Muraca artikulierte eine radikale Kritik an dieser Perspektive und ging der Frage nach, wie eine „strukturelle Kolonialität“ gesellschaftlicher Naturverhältnisse überwunden werden könne. Ihre ISOE-Lecture bezog sich u.a. auf postkoloniale Theorien und Erkenntnisse aus den Science-and-Technology-Studies (STS) und lieferte damit einen provokanten Beitrag zum aktuellen Diskurs über Umweltgerechtigkeit und zur philosophischen Debatte innerhalb der Umweltethik. 

Der Audiomitschnitt der ISOE-Lecture sowie die Präsentation von Barbara Muraca sind online verfügbar.

ISOE-Lecture WS 2018/2019 vom 17. Januar 2019

Decolonizing Ecology: Umweltgerechtigkeit jenseits dominanter westlicher Naturvorstellungen

Dr. Barbara Muraca, Assistant Professor of Philosophy, Department of Philosophy, Oregon State University, Oregon (USA)

Ort: Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Max-Horkheimer-Str. 4, Seminarhaus SH 5.101

Veranstalter: ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung in Kooperation mit dem Schwerpunkt Industrie- und Organisationssoziologie, Umweltsoziologie, FB 03, Goethe-Universität
 

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