Abschlusstagung im Forschungsprojekt LebensWert

Hessische Kommunen im demographischen Wandel – Regionale Zusammenarbeit für eine verbesserte Daseinsvorsorge

Was benötigen Kommunen für eine vorausschauende Gestaltung von Wohnraum, Umfeld und technischer Infrastruktur? Im Forschungprojekt „LebensWert“ haben Wissenschaftler*innen unter der Leitung des ISOE – Insitut für sozial-ökologische Forschung gemeinsam mit der hessischen Stadt Eschwege und umliegenden Gemeinden ein regionales Managementkonzept für eine nachhaltige Ortsentwicklung erarbeitet. Die Ergebnisse wurden auf der Abschlusstagung des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts am 9. Mai in Eschwege vorgestellt.

| Pressemitteilung
Wochenmarkt in Eschwege (Foto: Thorsten Eschstruth)
Wochenmarkt in Eschwege (Foto: Thorsten Eschstruth)

Für viele Menschen ist das Leben jenseits großer Städte attraktiv. Es steht für eine hohe Lebensqualität: Austausch und Zusammenhalt der Bürger*innen sind groß, die Nähe zur Natur wird von vielen sehr geschätzt. Gleichzeitig stehen heute kleine Städte und Gemeinden vor großen Herausforderungen, denn die Bevölkerung altert, die Jüngeren ziehen weg, Arbeitsplätze vor Ort fehlen, sodass viele gezwungen sind zu pendeln. Die Folgen für die Kommunen sind offensichtlich: Öffentliche Plätze verwaisen, Häuser und Wohnungen stehen leer, Geschäfte müssen schließen, kommunale Leistungen der Daseinsvorsorge, wie Wasserinfrastrukturen, sind unterausgelastet. Gleichzeitig gehen die Einnahmen der Kommunen zurück, während Ausgaben steigen. 

Dörfer und Kleinstädte wie im Werra-Meißner-Kreis kooperieren bereits heute miteinander, um die Auswirkungen des demographischen Wandels abzufedern und die Lebensqualität aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Das Potenzial zur Weiterentwicklung dieser regionalen Zusammenarbeit ist dennoch groß. Deshalb wurden im Forschungsprojekt in den beispielhaften Handlungsfeldern Siedlungswasserwirtschaft, Wohnen & Sanieren und Nahversorgung Möglichkeiten für den strategischen Austausch sowie Werkstattgespräche initiiert, um für anstehende Herausforderungen gemeinsame Lösungen zu finden – etwa zur Umsetzung neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen, den Umgang mit Leerstandsimmobilien oder für neue Möglichkeiten der Nahversorgung. 

Forschungsergebnisse für die kommunale Praxis 

Bei der Abschlusstagung wurden die Ergebnisse des Forschungsprojekts „LebensWert“ vorgestellt und interkommunale Handlungsstrategien der Daseinsvorsorge diskutiert. Die Ergebnisse sollen auch dazu beitragen, andere Kommunen und Kreise mit ähnlichen Herausforderungen zu unterstützen. Die Tagung richtete sich an Bürgermeister*innen, kommunale Mitarbeiter*innen kleinerer und mittlerer Kommunen, Akteure und Vernetzungsstellen der Regionalentwicklung in ländlichen Räumen, der interkommunalen Zusammenarbeit und anwendungsorientierte Wissenschaftler*innen sowie Planer*innen, die im Kontext des demographischen Wandels und der interkommunalen Kooperation arbeiten. 

Demographischen Wandel gemeinsam gestalten: Regionale Zusammenarbeit für eine verbesserte Daseinsvorsorge – Abschlusstagung im Forschungsprojekt LebensWert

Datum: 9. Mai 2019, 15:30 Uhr bis 19:00 Uhr
Ort: Stadthalle, Wiesenstraße 9, 37269 Eschwege

Programm 

15:30 Uhr: Begrüßung und Einführung
Alexander Heppe (Bürgermeister Eschwege und Verbundpartner), Dr. Martin Zimmermann und Dr. Jutta Deffner (ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, Verbundleitung LebensWert), Michael Heußner (Bürgermeister Hessisch Lichtenau)

16:00 Uhr: Interkommunale Zusammenarbeit zur Sicherung der Daseinsvorsorge – Ergebnisse aus LebensWert
Jan Trapp (Difu), Anne Franz (Koordination LebensWert, Kreisstadt Eschwege), 
Dr. Jörg Felmeden (Cooperative) und lokale Partner*innen aus den Impulsformaten

16:30 Uhr: Impulsvortrag: Lebensqualität im demographischen Wandel erhalten – Chancen und Grenzen neuer Strategien
Dr. Stefanie Bock (Difu)

17:00 Uhr: Podiums- und Publikumsgespräch
Auf dem Podium: Dr. Stefanie Bock (Difu), Dr. Martin Zimmermann (Projekt LebensWert), Alexander Heppe (Bgm. Eschwege), Michael Heußner (Bgm. Hessisch Lichtenau), Tobias Scherf (Regionalbeauftragter Nordhessen – Land hat Zukunft/ Akademie für den ländlichen Raum) 
Moderation: Dr. Jutta Deffner und Robert Riechel

18:00 Uhr: Verabschiedung und Ausklang mit Umtrunk

Kurzinformation zum Forschungsprojekt „LebensWert“

Das Forschungsprojekt „LebensWert – Lebenswerte Kleinstädte im demografischen Wandel – Lebensqualität erhalten durch ein sektorenübergreifendes interkommunales Entwicklungsmanagement“ wird innerhalb der Fördermaßnahme „Kommunen innovativ“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Forschungs- und Projektpartner sind das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt am Main, die Kreisstadt Eschwege, das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu), Berlin sowie COOPERATIVE Infrastruktur und Umwelt, Kassel. Zu den Praxispartnern zählen die Städte und Gemeinden Bad Sooden-Allendorf, Berkatal, Eschwege, Hessisch Lichtenau, Meißner, Sontra, Waldkappel, Wanfried, Weißenborn, Witzenhausen und das Regierungspräsidium Kassel. https://kommunen-innovativ.de/lebenswert  

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