Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

Frankfurter Soziale Ökologie

Welche Aufgaben kann und muss Wissenschaft heute wahrnehmen? Der Veränderungsdruck, der auf Wissenschaft heute ausgeübt wird, ist groß: Einerseits sieht sich die Wissenschaft einer wachsenden politischen und wirtschaftlichen Einflussnahme ausgesetzt. Andererseits wächst der legitime Anspruch an die Wissenschaft, zur Lösung der Probleme des Globalen Wandels das notwendige Wissen zur Verfügung zu stellen. Hinzu kommt die Forderung, nicht-wissenschaftliche Akteure an der Erzeugung wissenschaftlichen Wissens und der Bewertung seiner Folgen zu beteiligen.

Seit mehr als 25 Jahren widmet sich das ISOE diesen Herausforderungen mit dem Forschungsprogramm der „Frankfurter Sozialen Ökologie“. Im Fokus stehen hier das veränderte Verhältnis zwischen Natur und Gesellschaft und die Frage, wie diese gesellschaftlichen Naturverhältnisse erkannt, bewertet und gestaltet werden können. In unserem Forschungsprogramm verbinden wir Grundlagen- mit anwendungsnaher Forschung: Wir bearbeiten zentrale theoretische Fragestellungen der Sozialen Ökologie und liefern in unserer Projektforschung Erkenntnisse, die konkrete Wege in eine nachhaltige Entwicklung aufzeigen. Hierfür untersuchen wir die komplexen Strukturen gesellschaftlicher Probleme immer auch mit Blick auf die unterschiedlichen Akteursgruppen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Denn für ein umfassendes Problemverständnis ist es grundlegend, die unterschiedlichen Erwartungen der beteiligten Akteure zu verstehen, ebenso wie deren Beziehungen zueinander und ihre Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten in Bezug auf politische Machtverhältnisse.

Mithilfe des transdisziplinären Forschungsmodus greifen wir diese Komplexität auf. Die Ansätze und Methoden der transdisziplinären Forschung sind geeignet, die Erkenntnisse verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen und die Erfahrungen und das Wissen unterschiedlicher gesellschaftlicher Akteure zusammenbringen. Dies ermöglicht uns ein tiefgreifendes Verständnis sozial-ökologischer Systeme und eine differenzierte Einschätzung von Krisensituationen. Unsere Arbeit konzentriert sich auf die Themenbereiche Wasser, Energie, Mobilität und Biodiversität. Wir untersuchen, inwieweit diese Themen miteinander verbunden sind und wie sie von globalen Entwicklungen beeinflusst werden. Welche Rolle spielen zum Beispiel die Urbanisierung, der Klimawandel, der Biodiversitätsverlust oder demografische Entwicklungen für eine nachhaltige Veränderung von Versorgungssystemen? Die für diese Integrationsprozesse geeigneten transdisziplinären Methoden werden am ISOE ständig weiterentwickelt. So können die Alternativen, die wir aufzeigen, besser in der Praxis angenommen und umgesetzt werden – als gangbare Wege in Richtung einer nachhaltigen Transformation der Gesellschaft.