Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

08.08.2018

10 Jahre Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum

Mit einem Festakt hat das Frankfurter Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum am 8. August 2018 sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Das 2008 aus Mitteln des hessischen Forschungsförderungsprogramms LOEWE in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main und dem ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung gegründete Forschungszentrum ist seit 2015 ein Institut der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Im interdisziplinär ausgerichteten Zentrum erforschen Wissenschaftler*innen, wie sich Klima und biologische Vielfalt gestern, heute und morgen verändert haben oder verändern werden.


Am 1. Juli 2008 fiel der Startschuss für das LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), mittlerweile Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Zentrums erforschen seither, wie sich biologische Vielfalt und Klima gegenseitig beeinflussen und verändern. Sie untersuchen dazu Gene, Arten und Ökosysteme sowie Prozesse, die sich über mehrere Jahre bis hin zu Jahrmillionen erstrecken. So bezifferten sie beispielsweise erstmals, wie viel genetische Biodiversität durch das Artensterben verloren gehen könnte und identifizierten die Gewinner und Verlierer des Klimawandels in Mitteleuropa und weltweit. Sie konnten zeigen, dass die Gesellschaft das Überleben bestimmter Pflanzenarten im Blick behalten muss, da deren Verschwinden über die Nahrungskette einen Domino-Effekt bei Tieren auslösen kann.

Außerdem untersuchten Forscher*innen des Instituts unter anderem, wie sich exotische Mücken in Deutschland ausbreiten, und modellierten, dass der Klimawandel der afrikanischen Savanne mehr Bäume bescheren könnte. Die daraus entstandenen, international beachteten Forschungsergebnisse leisten einen Beitrag zum gesellschaftlichen Umgang mit dem Klimawandel und der Veränderung der biologischen Vielfalt. Diese Probleme sind heute – zehn Jahre nach der Gründung des Forschungszentrums – durch bereits spürbare Auswirkungen drängender denn je.

Grußworte und Stellungnahmen

Zu den Gratulanten des zehnjährigen Jubiläums gehörte auch der hessische Minister für Wissenschaft und Kultur, Boris Rhein. „Das Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum ist ein wunderbares Beispiel für Forschung ‚Made in Hessen‘ und zeigt eindrucksvoll, wie wichtig LOEWE für die Wissenschaft ist. Obwohl das Thema Biodiversität 2008 im Alltag noch nicht so präsent war, haben wir als Land Hessen vorausschauend in das Thema investiert und können heute davon profitieren. Die Forscherinnen und Forscher des SBiK-F sind mit ihrer wissenschaftlichen Expertise international gefragt und arbeiten an Beiträgen zur Lösung von globalen Herausforderungen wie etwa dem Insektensterben“, sagte der Wissenschaftsminister beim Festakt am Mittwochvormittag.

„Am Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum werden die Wechselwirkungen zwischen den beiden Gebieten Biodiversität und Klima in einer einzigartigen Breite und Tiefe aus der Perspektive der Naturwissenschaften erforscht“, kommentierte Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Außerdem setzt das Zentrum auf interdisziplinäre Forschung und untersucht in Kooperation mit dem ISOE auch die gesellschaftlichen Ursachen und Folgen von Klimaveränderungen und des Verlustes biologischer Vielfalt. „Erkenntnisse aus beiden Perspektiven, gerade auch aus der sozial-ökologischen, sind notwendig, um mit Veränderungen angemessen umgehen zu können“, bestätigte ISOE-Institutssprecher Dr. Thomas Jahn. „Ich bin davon überzeugt, dass Senckenberg BiK-F in der nationalen wie auch der internationalen Forschungslandschaft hervorragend aufgestellt ist. Seine exzellente Forschung, seine interdisziplinäre, sozial-ökologische Ausrichtung, sowie das Mitdenken des Transfers sind zukunftsweisend“, sagte Jahn.

Dem disziplinübergreifenden Grundgedanken zufolge wurde das heutige Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum 2008 als Joint Venture der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, der Goethe-Universität und des ISOE sowie weiterer Partner gegründet. Nach Auslaufen der LOEWE-Förderung wurde das Zentrum am 1. Januar 2015 Teil der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und somit in die Bund-Länder-Förderung der Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen. Neben zahlreichen nationalen und internationalen Kooperationen arbeitet das Forschungszentrum besonders stark mit der Goethe-Universität zusammen. Acht leitende Wissenschaftler*innen des Instituts haben Kooperationsprofessuren an den Fachbereichen Biowissenschaften und Geowissenschaften inne, sie selbst und ihre Mitarbeiter*innen sind in die Lehre eingebunden und betreuen zahlreiche Doktorand*innen, Master- und Bachelorarbeiten. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden, denn der Klimawandel und die Veränderung der biologischen Vielfalt werden die Gesellschaft langfristig beschäftigen. Entsprechend nachhaltig muss die Forschung dazu ausgelegt sein. Zudem gibt es gewaltige Wissenslücken, die wir schließen müssen. Es gibt also noch viel zu tun“, lautete das Fazit von Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums.

Mehr Informationen unter www.bik-f.de/root/index.php


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