Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

09.03.2018

Anstatt Trinkwasser: Marktpotenziale der Wasserwiederverwendung

Kann man gereinigtes Abwasser direkt vor Ort wiederverwenden, anstatt es in den Fluss zu leiten? Für welche Verwendung bietet sich dieses Wasser an? Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt MULTI-ReUse beschäftigt sich mit der Anwendung neuer Verfahren, durch die aufbereitetes Abwasser für den Einsatz in Industrie, Landwirtschaft, Siedlungen und auch zur Grundwasseranreicherung bereitgestellt werden kann. Ein umfangreicher Bericht über die Marktpotenziale dieses Verfahrens der Wasserwiederverwendung ist jetzt in der Schriftenreihe ISOE-Materialien Soziale Ökologie erschienen.


Artesischer Brunnen Grube Messel (Symbolbild)

Die Verfügbarkeit von Wasser ist ein Schlüsselfaktor für die Wirtschaft jeder Region der Welt. Der Wettbewerb um Wasserressourcen nimmt zu, insbesondere zwischen Landwirtschaft, Industrie und öffentlicher Wasserversorgung. Angesichts der stetig steigenden Nachfrage gewinnt Siedlungsabwasser deshalb entsprechend an Bedeutung – als eine zuverlässige alternative Wasserquelle für Bedarfe, die nicht notwendigerweise auf Trinkwasserqualität angewiesen sind. Im Forschungsprojekt MULTI-ReUse entwickeln neun Projektpartner in einer Pilotanlage auf dem Gelände der kommunalen Kläranlage im niedersächsischen Nordenham Techniken und Methoden, bedarfsgerecht Wasser in sicherer Qualität und Quantität zur Verfügung zu stellen.

Aufbereitet bietet sich dieses Wasser für ganz unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten an: zur Bewässerung öffentlicher Parks und Grünflächen oder auch zur Straßenreinigung. Unter bestimmten Umständen ist auch eine Verwendung im Gebäudebereich möglich. Neben der Verwendung als Spül- und Transportmedium zur Toilettenspülung kann es auch zur Bewässerung von Ziergärten, in Waschmaschinen und für Reinigungswecke, wie etwa die Autowäsche, eingesetzt werden. Aber auch in der Industrie gibt es vielfältige Anwendungsbereiche. Kühlwasser, Transport- oder Kesselspeicherwasser im industriellen Produktionsprozess der Metallverarbeitung oder in der Textilherstellung muss sich nicht aus Trinkwasser speisen.

In einem ausführlichen Dossier haben sich Autorinnen und Autoren aus dem Projekt MULTI-ReUse nun mit den Marktpotenzialen, möglichen internationalen Zielmärkten, mit Rahmenbedingungen, Richtlinien und Verordnungen auseinandergesetzt. Zugleich stellen sie für alle relevanten Sektoren – Industrie, Landwirtschaft, Siedlungswasserwirtschaft und Grundwasseranreicherung – Best-Practice-Beispiele aus unterschiedlichen Regionen der Welt vor.


Becker, Dennis/Alexander Frey/Christina Jungfer/Kerstin Krömer/Philipp Kulse/Sebastian Maaßen/Engelbert Schramm/Kristina Wencki/Barbara Zimmermann/Martin Zimmermann (2017): Marktpotenziale der Wasserwiederverwendung – Anforderungen und Kriterien in unterschiedlichen Sektoren und mögliche Zielmärkte für das MULTI-ReUse-Verfahren. ISOE-Materialien Soziale Ökologie, 49. Frankfurt am Main: ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung

Direkt zum Download:
www.isoe.de/fileadmin/redaktion/ISOE-Reihen/msoe/msoe-49-isoe-2017.pdf


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