Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

09.03.2018

Die Welt als Labor: Experimentelle Formate für die transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung

Forschungsformate wie Reallabore sind noch relativ jung, gewinnen aber zunehmend an Popularität. In der Community der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung haben sie schon jetzt eine wichtige Debatte angestoßen, ob und wie es auf experimentelle Weise gelingen kann, gesellschaftliche Transformationen in eine nachhaltige Entwicklung zu beschleunigen. In den Reallaboren reflektieren und gestalten Wissenschaftler*innen gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft jeweils vor Ort konkrete sozial-ökologische Veränderungsprozesse. Das GAIA-Sonderheft „Labs in the Real World“ widmet sich jetzt wissenschaftlichen und praktischen Fragen zu diesem Format und seiner notwendigen Forschungsinfrastruktur.


Cover GAIA Special Issue "Labs in the Real World"

Beispiel Baden-Württemberg: Seit 2015 fördert das Wissenschaftsministerium im Zuge der Initiative „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ 14 Reallabor-Projekte. Dabei geht es darum, „Lernräume“ zu etablieren, in denen gewissermaßen mit mikroskopischem Blick unterschiedliche gesellschaftliche Haltungen, Bedürfnisse und Fragestellungen zwischen Beteiligten betrachtet werden. Ziel ist es, für konkrete Transformationsprozesse, von der Stadtteilsanierung bis zur Einführung nachhaltiger Mobilitätsysteme, praktikable und von den Menschen vor Ort akzeptierte Lösungen zu finden.

Die „BaWü-Labs“ werden von zwei Forschungsteams begleitet. Beide haben ihre Erfahrungen mit dem Forschungsformat in das Sonderheft der GAIA eingebracht. Das Begleitforschungsteam „ForReal“ bestehend aus Forscher*innen des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, der Leuphana Universität Lüneburg und des Wuppertal Instituts gibt als Gastherausgeber der Sonderausgabe im Editorial einen Einblick in den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs um die Reallabore und ähnliche Formate.

Reallabor: Tragfähiges Konzept an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft

Darüber hinaus widmen sich Autor*innen von „ForReal“ in einem Beitrag der konkreten Umsetzung: Wie kann ein gemeinsames Experimentieren an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft für Transformation gelingen? In einem Vergleich stellen sie mithilfe empirischer Erkenntnisse dar, wie Laboratorien gestaltet werden müssen, damit sie erfolgreich sein können.

Unter den 13 Foren- und Forschungsartikeln ist auch ein Interview mit Helga Nowotny. Die Professorin emerita für Wissenschaftsforschung der ETH Zürich und frühere Präsidentin des Europäischen Forschungsrates ERC antwortet darin ISOE-Forscher Matthias Bergmann auf kritische Fragen zur Nachhaltigkeitsforschung. Helga Nowotny betont: „Die Laboratorien in der realen Welt sind eine großartige Idee, die endlich die Sozialwissenschaften erreicht hat. Wir brauchen zusätzliche Räume, um mit neuen Ideen zu experimentieren und ihre möglichen Folgen und Auswirkungen zu verfolgen.“

Alle Artikel sind englischsprachig und werden via Ingenta als Open-Access-Artikel veröffentlicht: www.ingentaconnect.com/content/oekom/gaia sowie via www.gaia-online.net


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Nicola Schuldt-Baumgart

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