Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

03.05.2018

Exotische Stechmücken in Hessen: Frankfurter Forschungsteam untersucht natürliche Bekämpfung

Mit den sommerlichen Temperaturen kommen auch die Stechmücken – nicht nur die heimischen. Seit einigen Jahren mischen sich auch exotische Insekten wie die Asiatische Buschmücke dazu. Eine Bereicherung für die Artenvielfalt, aber nicht ungefährlich für den Menschen: Die Asiatische Buschmücke ist Überträgerin von Infektionskrankheiten, gegen die bislang noch keine medikamentöse Behandlung möglich ist. Damit es erst gar nicht zur Erkrankung kommt, versuchen Forscherinnen und Forscher, die Mücken möglichst umweltverträglich zu bekämpfen.


Asiatische Buschmücke Aedes japonicus (Copyright: James Gathany/CDC)

Es sind kleine weiße Tonnen mit einem schwarzen Stutzen oder wassergefüllte schwarze Plastikbecher, die seit einiger Zeit auf Friedhöfen in Wiesbaden, Lorch und Dornburg im Westerwald stehen. Was auf manche Friedhofsbesucher irritierend wirken könnte, sind ausgeklügelte Fallen, mit denen Frankfurter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler drei Jahre lang Jagd auf exotische Stechmücken machen. Im Visier haben sie die Aedes japonicus, die 2008 erstmals in Deutschland nachgewiesen wurde und inzwischen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern vorkommt.

Die Asiatische Buschmücke hält sich bevorzugt an den Rändern von Siedlungen, Ortschaften und Städten auf. Sie favorisiert Kleingartensiedlungen oder Friedhöfe, denn Regentonnen oder Blumenvasen bieten ideale Brutstätten für ihre Larven. Deshalb stehen schon seit Oktober 2017 ausgewählte Friedhöfe im Rheingau, im Westerwald und in Wiesbaden unter besonderer Beobachtung des Frankfurter Forschungsteams, zu dem auch Wissenschaftler*innen des ISOE gehören. Ihr Ziel: Herausfinden, wie viele Asiatische Buschmücken über das Jahr verteilt in diesen Regionen unterwegs sind. Denn um sie einzudämmen, ist es wichtig zu wissen, wie viele schlüpfen und fliegen. Notwendig ist ihre Bekämpfung, weil die Buschmücke die Japanische Enzephalitis und das West-Nil-Fieber übertragen können. Das sind Tropenkrankheiten mit grippeähnlichen Symptomen, die in seltenen Fällen schwer verlaufen können.

Natürliche Bekämpfung mit ätherischen Ölen

Ein mögliches natürliches Bekämpfungsmittel gegen die Asiatische Buschmücke wird bereits getestet, indem an einzelnen Stellen Nelken- und Lavendelöl in die Eiablagegefäße mit stehendem Wasser getropft wird. Dadurch sollen vorhandene Larven abgetötet werden. Die ISOE-Wissenschaftler*innen untersuchen in dem Projekt, inwieweit die natürliche Mückenbekämpfung mit Nelkenöl bei Friedhofsbesuchern auf Zustimmung stößt.

Das Forschungsprojekt „AJAP II – Umweltfreundliche und nachhaltige Bekämpfung der Asiatischen Buschmücke“ läuft noch mindestens bis zum Sommer 2020 und wird vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum und dem Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Goethe-Universität Frankfurt geleitet. Finanziert wird das Projekt vom Fachzentrum Klimawandel (FZK) des Hessischen Landesamts für Natur, Umwelt und Geologie (HLNUG). Mehr


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