Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

02.11.2018

Im Jahr 2040: Zukunftsbilder aus dem Leben in einer Bioökonomie

Wie leben, wohnen oder ernähren wir uns zukünftig in einer nicht mehr auf fossilen Rohstoffen basierenden Wirtschaft? Diese Fragen diskutierten Expertinnen und Experten aus Industrie und Forschung zusammen mit Jugendlichen beim zweiten BioKompass-Zukunftsdialog am 18. September im Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main. Daraus sind Zukunftsbilder entstanden, die mögliche Varianten des Alltags in einer Bioökonomie des Jahres 2040 beschreiben. Sie sind Teil des Forschungsprojekts „BioKompass“, an dem auch das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung beteiligt ist.


Angesichts von Klimawandel, Ressourcenknappheit, Umweltverschmutzung und Digitalisierung ist ein Umdenken in allen Teilbereichen der Gesellschaft notwendig. Die Entwicklung hin zu einer biobasierten Wirtschaftsweise könnte dazu beitragen, ihre konkrete Ausgestaltung ist jedoch noch offen. Die gesellschaftliche Beteiligung an diesem Transformationsprozess der Wirtschaft wird im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Projekt BioKompass durch unterschiedliche Methoden angeregt. Unter der Leitung des Fraunhofer ISI werden bis 2020 Möglichkeiten partizipativer Szenarienentwicklung, interaktive Ausstellungsformate sowie Kurse für Oberstufenschülerinnen und -schüler erprobt.

Beim Zukunftsdialog im Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main haben im September 50 Teilnehmer*innen unterschiedliche Zukunftsszenarien für ein Leben in der Bioökonomie erkundet. Diese Szenarien waren zuvor vom Fraunhofer ISI mit Expert*innen entwickelt worden. Die Teilnehmer*innen des Zukunftsdialogs haben sich typische Alltagssituationen im Leben eines Menschen im Jahr 2040 vorgestellt und sind mittels der Storytelling-Methode in unterschiedliche Varianten von Zukunft in einer Bioökonomie eingetaucht.

Die Grenzen des Planten respektieren: Alltagsgeschichten aus dem Jahr 2040

Die vier Zukunftsbilder und Alltagsgeschichten zeigen konkret und leicht verständlich auf, wie sich der Alltag durch eine Bioökonomie verändern kann und regen zum Nachdenken über alternative Zukunftswelten an. Ein Beispiel: Oda (23) fördert mit ihrem genügsamen Lebensstil eine Bioökonomie, die die Grenzen des Planeten respektiert. Oda bezieht Bio-Milch und -Käse aus ihrem „Kuh-Sharing“, beteiligt sich über Mitgliedsbeiträge und Solidarpreise am Geschäftsrisiko der regionalen Landwirte, muss aber auf exotisches Obst und Gemüse verzichten.
Ziel der Arbeit mit den Zukunftsbildern ist, Bürgerinnen und Bürger und vor allem Jugendliche frühzeitig in die Entwicklung von Zukunftsvorstellungen über eine Bioökonomie einzubinden und damit die Möglichkeiten der Mitgestaltung der eigenen Zukunft aufzuzeigen. Dies soll den notwendigen Diskurs darüber fördern, welche Bioökonomie wir uns als Gesellschaft wünschen, wie wir Nachhaltigkeit sicherstellen können und wie wir unser Konsumverhalten dafür ändern wollen.

Die Zukunftsbilder und -geschichten sind in einer Publikation des Fraunhofer ISI veröffentlicht, die als Download zur Verfügung steht. Sie dienen als Anregung, sich selbst ein Bild von alternativen Ausprägungen einer Bioökonomie der Zukunft zu machen. Sie rufen ins Bewusstsein, wie unterschiedlich die Bioökonomie ausgestaltet werden kann und wie sehr eigene Konsum- und Lebensweisen das beeinflussen. Das ISOE wird im Zuge der begleitenden Evaluation des Projekts BioKompass nun untersuchen, wie die Zukunftsbilder aufgenommen werden und in welcher Form sie sich als Grundlage für Partizipations- und Kommunikationsformate eignen.

Zum Download Kurz- und Langfassung „Zukunftsbilder aus dem Leben in einer Bioökonomie“. Simone Kimpeler, Elna Schirrmeister, Bärbel Hüsing, Ariane Voglhuber-Slavinsky www.senckenberg.de/root/index.php


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