Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

29.03.2018

Lösungsstrategien für weniger Plastik in Flüssen und Seen

Große Mengen Mikroplastik befinden sich nicht nur in den Ozeanen, auch Flüsse und Seen sind davon betroffen. Über die Eintragspfade und -mengen in Binnengewässern ist allerdings noch wenig bekannt. Das Forschungsprojekt PLASTRAT untersucht seit September 2017 in Flüssen und Seen Eintragspfade, Eliminationsstrategien sowie Auswirkungen von Plastik auf Mensch und Umwelt. Es sollen ganzheitliche Lösungen entwickelt werden, um die Ausbreitung von Plastikrückständen in Binnengewässern zu begrenzen.


See (Symbolbild)

Achten VerbraucherInnen beim Kauf von Produkten auf die Art der Verpackung oder auf das Material des Gebrauchsgegenstands selbst? Sortieren sie den Müll? Kennen sie den Diskurs zum Thema Mikroplastik und machen sie sich Gedanken darüber, wie sie den Anteil von Plastikverpackungen beim Einkauf verringern können? Im Mittelpunkt der Untersuchungen des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung steht die Frage, wie VerbraucherInnen die Risiken von Plastik wahrnehmen und bewerten und welchen Einfluss dies auf das Verhalten im Alltag hat. Am Beispiel ausgewählter Produktgruppen – von Hygieneartikeln über Bekleidung bis hin zu Hundekotbeuteln – werden konkrete Nutzungs- und Entsorgungspraktiken empirisch erforscht. Das ISOE untersucht dabei außerdem, wie VerbraucherInnen Produkte einschätzen, die aus kompostierbarem oder recyceltem Plastik bestehen.

Mit einem Gütesiegel die Plastikeinträge begrenzen

Projektübergreifend erarbeitet das ISOE gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis ein System, das Kunststoffe hinsichtlich ihrer ökotoxikologischen Wirkungen auf Binnengewässer bewertet und gleichzeitig die technischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt. Hier fließen auch die Ergebnisse der Befragung der VerbraucherInnen ein. Ziel ist es, ein Gütesiegel zu entwickeln, das Auskunft über die Umweltverträglichkeit bestimmter Produktgruppen bzw. Kunststoffe gibt. Hierzu werden Defizite herkömmlicher Umweltzeichen analysiert und Kriterien daraufhin geprüft, ob sie sich für das Gütesiegel eignen. Akteure der gesamten Wertschöpfungskette, darunter Hersteller von Kunststoffen, Hersteller von Kleidung, Zwischenhändler und Einzelhandel aber auch Interessenverbände, Politik und Verwaltung werden hierbei mittels sogenannter Stakeholderdialoge beteiligt.

Das Verbundprojekt PLASTRAT wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Forschungsschwerpunkt „Plastik in der Umwelt – Quellen, Senken, Lösungsansätze“ gefördert. Dieser Forschungsschwerpunkt ist Teil der Leitinitiative Green Economy des BMBF-Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklung" (FONA). Mehr zum Projekt


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Ansprechpartnerinnen

Nicola Schuldt-Baumgart

Nicola Schuldt-Baumgart
Leitung Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 069 707 6919-30
schuldt-baumgart(at)isoe.de

Melanie Neugart
Referentin Wissenskommunikation, Medienkontakt
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neugart(at)isoe.de

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