Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

16.05.2018

Mehr Klimaschutz durch "negative Emissionen"? Internationale Konferenz zu Chancen und Risiken neuer Technologien

Lässt sich die globale Erderwärmung noch auf bis zu maximal zwei Grad begrenzen? Die Skepsis wächst, dass dieses Ziel, auf das sich die Staaten 2015 beim Klimagipfel in Paris geeinigt haben, noch erreicht werden kann. Das Zwei-Grad-Ziel galt als Obergrenze, um zumindest den drastischsten Folgen des Klimawandels vorzubeugen. Da die dafür notwendige Reduzierung von CO2-Emissionen kaum mehr realistisch erscheint, werden jetzt zunehmend andere Wege diskutiert. Beim Konzept der "negativen Emissionen" wird der Atmosphäre CO2 entzogen. Wie dieser Ansatz zu beurteilen ist, diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen auf der internationalen Konferenz "The Morality and Policy of Negative Emissions for Climate Change Mitigation" am 17. und 18. Mai 2018 in Frankfurt am Main.


Perito Moreno Glacier, Argentine Patagonia

Organisiert wurde die zweitägige Veranstaltung von der Professur für Internationale Politische Theorie am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität unter Leitung des Philosophieprofessors Darrel Moellendorf. Kooperationspartner waren das Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum sowie das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, jeweils Frankfurt am Main.

Mit Technik in Richtung Pariser Klimaziele? Climate Engineering und Alternativen

Immer mehr Studien deuten darauf hin, dass sich die Pariser Klimaziele nur noch mit Techniken zur aktiven Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre erreichen lassen. Diese Ansätze gelten allerdings als noch nicht ausgereift, darüber hinaus sind die Kostenfrage und die Auswirkungen auf die Ökosysteme ungeklärt. Doch was wären die Alternativen? Eine sehr starke Senkung des CO2-Ausstoßes könnte zu einer globalen Rezession führen und Projekte der Armutsbekämpfung gefährden. Andere Technologien, etwa die Solarenergie, scheinen noch nicht leistungsfähig genug zu sein. Also bliebe nur noch der Versuch, mit einer Erwärmung über zwei Grad hinaus zurechtzukommen, beispielsweise durch gezielte Anpassungsstrategien.

Auf der Konferenz wurde der Frage nachgegangen, ob die Klimapolitik ihr Hauptaugenmerk künftig auf Technologien für negative Emissionen legen soll, oder ob eine der Alternativen ein besserer Weg wäre. Dabei ging es vor allem darum, nach welchen Kriterien diese Abwägungen beurteilt werden könnten und welche moralischen Erwägungen bei der Entscheidungsfindung zu diesem komplexen Thema eine Rolle spielen.

The Morality and Policy of Negative Emissions for Climate Change Mitigation

17. Mai 2018, 11.00 bis 18 Uhr und 18. Mai, 10.15 bis 16 Uhr
Hörsaal im Arthur-von-Weinberg-Haus (Robert-Mayer-Straße 2)
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung Frankfurt am Main.

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