Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

15.03.2018

UN-Weltwassertag 2018 „Nature for Water“: Lösungen für globale Wasserkrise liegen (auch) in der Natur

Können Lösungen für die weltweiten Wasserprobleme in der Natur selbst liegen? Die Vereinten Nationen richten mit ihrem diesjährigen Motto zum Weltwassertag am 22. März das Augenmerk auf sogenannte naturbasierte Lösungen. Gemeint sind etwa Naturschutzmaßnahmen, die Ökosysteme und Trinkwasservorkommen schonen. Das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung untersucht, wie naturnahe Lösungen darüber hinaus auch in den Städten dazu beitragen können, den Druck auf die kostbare Ressource Trinkwasser zu reduzieren.


Bepflanzte Fassade

In der Agenda 2030 der UN ist der nachhaltige Umgang mit Wasser als ein zentrales Ziel verankert, um den globalen Wasserbedarf der wachsenden Weltbevölkerung zu sichern. Dieses Ziel wird nur durch die Verknüpfung einer Vielzahl von Lösungen zu erreichen sein. Das sind zum einen technische Lösungen, die unter anderem die Wasserwiederverwendung in den Blick nehmen – bislang fließen nach Angaben der UN mehr als 80 Prozent des von der Gesellschaft erzeugten Abwassers in die Umwelt zurück, ohne behandelt oder wiederverwendet zu werden. Zum anderen soll der hohe Druck auf die Ressource Trinkwasser auch mithilfe von naturbasierten Lösungen – Nature Based Solutions (NBS) – genommen werden. Intakte Auen als natürliche Hochwasservorsorge oder die Grundwasserspeicherung über natürliche Feuchtgebiete sind entsprechende Maßnahmen, die im Landschaftsbereich umgesetzt werden und auf natürliche Weise den Wasserkreislauf unterstützen können. Potenzial für naturbasierte Lösungen gibt es aber auch für den städtischen Raum.

Naturbasierte Lösungen für die Wasserprobleme in Städten

„Der ressourcenschonende Umgang mit Wasser ist längst auch für Städte zu einer Kernaufgabe geworden“, sagt Martin Zimmermann, Wasserforscher am ISOE. „Städte können naturbasierte Lösungen aufgreifen, indem sie die natürlichen grünen und blauen Infrastrukturen, also beispielsweise Parks oder Grünflächen, Flüsse oder Bäche, sinnvoll mit technischen Infrastrukturen verknüpfen.“ So könne beispielsweise Niederschlagswasser in stadtnahen Teichen und Becken aufgefangen werden. Näher zum Stadtzentrum hin bietet es sich an, das Regenwasser in Zisternen und unterirdische Speicher zu leiten, um damit Gärten, aber auch Straßenbäume oder neuartige „grüne Wände“ – vertikale, im Mauerwerk integrierte Grünflächen – und Parks zu versorgen. „Die Wasserspeicherung bietet sich nicht nur mit Blick auf die zunehmenden Starkregenereignisse in der Folge des Klimawandels an“, sagt Zimmermann, „sondern im Gegenzug auch für die ebenfalls häufiger werdenden Trockenperioden, in denen Städte dann nicht mehr zum Trinkwasser greifen müssten, um ihre Grünflächen zu versorgen – und ein angenehmes Klima für die Stadtbewohner zu schaffen.“

Stadtplanerisch umdenken: Wasserressourcen konsequent mehrfach nutzen

Die Möglichkeiten eines naturnahen urbanen Wasserkreislaufs würden stadtplanerisch bislang noch zu wenig berücksichtigt. Für fast alle Bedarfe würde noch immer Trinkwasser verwendet und abgeleitet. „Dabei benötigen weder die Gartenpflege, noch die Autowaschanlage oder die Toilettenspülung diese Qualität“, sagt Zimmermann. „Hier müssen wir umdenken, denn tatsächlich liegt eine Lösung für Wasserknappheit im Wasser selbst. Wir müssen nur die Ressource, die uns die Natur bereitstellt, in Haushalten, Gewerbe oder öffentlichen Einrichtungen und stadtnaher Industrie konsequent mehrfach nutzen“, so Zimmermann. Eingebunden in nachhaltige Wassermanagementkonzepte könnten somit auch naturbasierte Lösungen dazu beitragen, einem der Schlüsselziele der Sustainable Development Goals (SDG) der UN ein Stück näher zu kommen: Das Nachhaltigkeitsziel 6 verpflichtet die Weltgemeinschaft dazu, bis 2030 die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser sicherzustellen.


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