Learning Expedition

Das Workshop-Format der Learning Expedition unterstützt den Transfer von Ergebnissen der Nachhaltigkeitsforschung in die Praxis. Es adressiert insbesondere Entscheider*innen und Expert*innen in Kommunen und kommunalen Unternehmen. Dieser Wissenstransfer ist eng verknüpft mit erfolgreichen Lernprozessen. Genauer gesagt kann Lernen als ein Prozess verstanden werden, der zu Veränderungen des Verhaltens, Denkens oder Fühlens führt und zwar aufgrund von Erfahrungen oder neu gewonnenen Einsichten. Unser Format der Learning Expedition will diesen Lernprozess durch unterschiedliche mediale und dialogische Angebote unterstützen. Das Format setzt daher auf ein Zusammenspiel aus unterschiedlichen Inhalten, wechselnden Umgebungen und Interaktionen in der Gruppe. Sensorische Erfahrungen werden explizit in die Learning Expedition einbezogen. Fester Bestandteil dieses Formats sind zudem Veranstaltungsteile, die für die Teilnehmenden unbekannt, ungewöhnlich oder unbequem sind. Diese machen den „Expeditions-Charakter“ des Formats aus und unterstützen den Lernerfolg. Das Format lässt sich aufgrund seines modularen Aufbaus auf verschiedene Themenbereiche und Praxisorte übertragen.

Jede Learning Expedition besteht aus drei Phasen, denen eine Feedback-Phase vor- und eine Feedback-Runde nachgeschaltet ist:

  • Vorbesprechung 
    Vor der Veranstaltung wird der Wissensstand der Teilnehmenden zum Thema der Learning Expedition erfasst und eine „Wissenslandkarte“ gezeichnet.
  • Phase 1: Einführung in das Thema 
    In dieser einführenden Phase werden Hintergründe zum Thema der Learning Expedition vermittelt. Hier findet eine Sensibilisierung der Teilnehmenden mittels Impulsvorträgen und weiteren informativen Formaten/Methoden statt. 
  • Phase 2: Vertiefung des Themas 
    In der zweiten Phase werden Einzelaspekte des Themas vertieft. Diese Phase kann als kreative Erkundungs- und Erfahrungsphase verstanden werden, in der die Teilnehmenden die zentralen Inhalte des Themas vertiefen und kennenlernen. Der Fokus liegt auf sensorischen Erfahrungen der Teilnehmenden (z.B. über Exponate oder über eine Exkursion zu einem für das Thema relevanten Ort).
  • Phase 3: Diskussion 
    In der letzten Phase werden Fragen und Hinweise aus den ersten beiden Phasen gemeinsam mit den Teilnehmenden reflektiert und ggfs. weiterentwickelt.
  • Nachbesprechung 
    Am Ende der Veranstaltung wird die „Wissenslandkarte“ neu gezeichnet und mit der eingangs erstellten verglichen. Zudem wird ein Feedback zur Veranstaltung eingeholt, das der Evaluation des Formates dient.

Ein Beispiel aus der Praxis

Das Transferformat der Learning Expedition wurde in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten dreijährigen Forschungsprojekt MULTI-ReUse erstmals eingesetzt und erprobt. Ausgangspunkt des Forschungsprojektes war der Gedanke, dass innovative Technologien für eine Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser nur dann ihr Potenzial entfalten und sich auf dem Markt etablieren können, wenn sie von ihren Nutzern akzeptiert werden, praxiserprobt und auf die Bedürfnisse der Nutzer abgestimmt sind sowie ökologisch, politisch und finanziell tragfähig sind. Die im Forschungsprojekt durchgeführten Learning Expeditions fanden in einem Museum statt (Kaskade). Zu den Zielgruppen gehörten u.a. Bürgermeister*innen aus dem Einzugsgebiet des Projektpartners OOWV sowie Landfrauen aus der Region. Diese Zielgruppen sollten über wesentliche Ergebnisse des Forschungsprojektes informiert, zum Thema Notwendigkeit für alternative Konzepte der (Ab-)Wassernutzung sensibilisiert und sprachfähig gemacht werden.

Learning Expedition mit Landfrauen, September 2019, Foto: team ewen

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Leitung Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Pressesprecherin
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