Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

Capital4Health – Interaktiver Forschungsverbund zur Förderung der Gesundheitsvorsorge

Jedes öffentliche Gesundheitssystem steht vor der Herausforderung, die Gesundheit der Bevölkerung zu stärken und gleichzeitig die Kostendämpfung im Auge zu behalten. Diese auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinenden Ziele lassen sich jedoch gemeinsam erreichen: Viele Krankheiten, die beispielsweise auf Fehlernährung und Bewegungsmangel zurückzuführen sind, können durch Prävention und Gesundheitsförderung zum großen Teil verhindert oder jedenfalls gemindert werden. Der Forschungsansatz der partizipativen Gesundheitsforschung greift diesen Gedanken auf und ergänzt ihn mit einem im Grunde transdisziplinären Ansatz: Nicht nur verschiedene Disziplinen wirken in dieser Forschung mit, sondern auch Expertinnen und Experten aus dem Gesundheitswesen und vor allem auch die Zielgruppen, auf die sich die Vorsorgemaßnahmen beziehen. Konzepte und Methoden, wie sie beispielsweise in der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung entwickelt wurden, wurden erst kürzlich für diese Forschung in einem ganz anderen gesellschaftlichen Problemfeld ‚entdeckt‘.

Forschungsansatz

Der Forschungsverbund „Capital4Health – Capabilities for Active Lifestyles. An interactive knowledge-to-action research network for health promotion“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Das ISOE ist Mitglied in diesem Verbund für transdisziplinäre Gesundheitsvorsorge. Das Forscherteam untersucht, wie gesündere und bewegungsaktivere Lebensstile durch die Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten bestimmter Zielgruppen und Multiplikatoren sowie durch erweiterte strukturelle Kapazitäten (neue Mittlerinfrastrukturen zwischen Gesundheitswesen und Zielgruppen) gefördert werden können. Zudem wird untersucht, wie ein interaktiver Wissensaustausch zwischen Forschenden, Mittlerpersonen (z.B. aus Gesundheitswesen, Pädagogik, Pflege) und den Zielpersonen gelingen kann.

Unter der Leitung des Instituts für Sportwissenschaft und Sport (Prof. Dr. Alfred Rütten) an der Uni Erlangen hat der Forschungsverbund im Frühjahr 2015 seine Arbeit aufgenommen und zielt mit seinem Forschungskonzept auf einen transdisziplinären, partizipativen Ansatz. Zahlreiche Forschungseinrichtungen, Firmen, Behörden und Institutionen kooperieren, um für die bzw. mit den Zielgruppen Kleinkinder, Schüler, Auszubildende, Männer um die 40 sowie Senioren Konzepte für bewegungsaktive Lebensstile zu entwickeln.

Das Forscherteam des ISOE unterstützt die Leitung des Forschungsverbunds im Rahmen der internationalen Steuerungsgruppe des Vorhabens auf dem Gebiet der Konzepte und integrativen Methoden der transdisziplinären Forschung.

Hintergrund

Der transdisziplinäre Ansatz ist in der Public-Health-Forschung noch nicht wirklich angekommen. Bisher wird noch von „Participatory Public Health Research“ gesprochen oder – wie in dem Titel dieses Projekts – von „Knowledge-to-Action Research“. Lediglich an der School of Social Ecology der University of California Irvine (UCI) gibt es bereits den Ansatz einer „Transdisciplinary Public Health“.

Projektpartner

Institut für Sportwissenschaft und Sport der Universität Erlangen

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Laufzeit

02/2015–01/2018

Matthias Bergmann

Ansprechpartner

Matthias Bergmann
Tel. 069 707 6919-0
bergmann(at)isoe.de

Publikationen

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Rütten, Alfred/Annika Frahsa/Thomas Abel/Matthias Bergmann/Evelyne de Leeuw/David Hunter/Maria Jansen/Abby King/Louise Potvin (2017): Co-producing active lifestyles as whole-system-approach: theory, intervention and knowledge-to-action implications. Health Promotion International