Bereichsbild Alltagsökologie, Energie, Konsum: Bildausschnitt Mohn-Käse-Brötchen

 

Alltagsökologie, Energie, Konsum

 

Ergebnisse

Endbericht Juni 2009

 

Projekt:

Energieeffizienz und Energieeinsparung in ALG II- und Sozialhilfe-Haushalten

Projektleitung im ISOE

Dr. Immanuel Stieß

Projekt Team

Barbara Birzle-Harder
Dr. Immanuel Stieß

Kooperation und Gesamtprojektleitung

Elke Dünnhoff
ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH

Praxispartner
  • Caritasverband Frankfurt a. M.
  • Sozialdezernat Frankfurt/Main
  • Energiereferat der Stadt Frankfurt a. M.
Auftraggeber:

Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)

Laufzeit:

10/2008-07/2009

Energieeffizienz und Energieeinsparung in ALG II- und Sozialhilfe-Haushalten

Steigende Preise für Strom und Heizenergie haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass sich die Energiekostenbelastung privater Haushalte deutlich erhöht hat. Vor allem Haushalte mit geringem Einkommen sind von dieser Entwicklung betroffen. Bislang gibt es allerdings nur wenige Ansätze, wie diese Haushalte entlastet werden können. Denn existierende Beratungsangebote werden häufig nicht in Anspruch genommen, da sie den Bedürfnissen einkommensschwacher Haushalte nicht gerecht werden.

Cariteam-Energiesparservice

Mit dem "Cariteam-Energiesparservice" bietet die Caritas Frankfurt e.V. Langzeitarbeitslosen die Möglichkeit, sich im Bereich "Serviceberatung für Energie- und Wasserspartechnik" im sozialen, kommunikativen und inhaltlich-technischen Bereich zu qualifizieren. Gleichzeitig erhalten Haushalte mit geringen Einkommen (ALG II, Sozialhilfe) in Frankfurt a. M. ein kostenloses Angebot, durch eine Beratung in Verbindung mit einer ebenfalls kostenfreien Direktinstallation von kleineren Spargeräten (Energiesparlampen, Steckerleisten etc.) ihre Energiekosten zu senken. Das Projekt wird vom Caritasverband Frankfurt a. M. in Kooperation mit dem Sozialdezernat und dem Energiereferat der Stadt Frankfurt a. M., dem Rhein-Main-Jobcenter und dem Energieversorger Mainova durchgeführt.

Der Cariteam-Energiesparservice ist ein integratives Konzept, das arbeitsmarkt-, sozial- und klimapolitische Ziele miteinander verknüpft. Das bestehende Konzept wird nun auf Bundesebene ausgeweitet. Bisher fehlt jedoch eine fundierte Evaluation, um Aussagen zu Einspareffekten, Erfolgsfaktoren und Hemmnissen treffen zu können, und auf dieser Basis ggf. das Konzept zu optimieren und Strategien und Hilfestellungen für eine effiziente und erfolgreiche Übertragung auf andere Städte zu entwickeln.

Umfassende Analysen: Beratungskonzepte und ihre Übertragbarkeit, Sozialtarife für Strom und Finanzierungsmodelle für Haushaltsgeräte "unter der Lupe"

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes werden Handlungsmöglichkeiten zur Entlastung von Haushalten mit geringem Einkommen aus einer umfassenden Perspektive untersucht. Dabei werden folgende Schwerpunkte bearbeitet:

Evaluation Cariteam-Energiesparservice Frankfurt a. M.:

Am Beispiel des Cariteam-Energiesparservice wird untersucht, wie die Handlungsmöglichkeiten für eine effizientere Energieverwendung in Haushalten mit geringsten Einkommen durch zielgruppenspezifische Information und Beratung gestärkt werden können. Das ISOE führt eine sozialempirische Befragung der beratenen Haushalte durch, bei der u.a. die Zufriedenheit und Akzeptanz bezüglich des Beratungsangebotes ermittelt wird. Auf Basis der Ergebnisse werden Empfehlungen für eine mögliche Optimierung von Beratungsauftritt und -inhalten erarbeitet. Parallel dazu werden vom ifeu-Institut die quantitativen Wirkungen hinsichtlich der Energie- und Kosteneinsparungen sowie die Effekte für den Klimaschutz durch die Reduzierung von Kohlendioxid (CO2)-Emissionen analysiert und aufgezeigt.

Prozessbegleitung der bundesweiten Einführung eines Energiespar-Service:

Die Ergebnisse der Evaluation bilden die Grundlage für die wissenschaftliche Beratung des Caritasverbands Frankfurt a. M. und beispielhaft ausgewählter Kommunen bei der Übertragung des Energiespar-Service Konzepts auf andere Kommunen. Erfolgsfaktoren, Hemmnisse und Optimierungsmöglichkeiten werden analysiert und Empfehlungen für die Konzeptübertragung abgeleitet. Besonders berücksichtigt wird dabei, welche Beiträge Kommune, Beschäftigungsträger, Energieversorger, Verbraucherberatung leisten können und welche Formen von Kooperationen auf kommunaler Ebene dabei erforderlich sind.

Stromtarifmodelle für die Entlastung einkommensschwacher Haushalte

Zur Zeit werden unterschiedliche Modelle eines Sozialtarifes zur Verminderung der Stromkosten für Haushalte mit geringsten Einkommen diskutiert und beispielhaft bereits auch umgesetzt. Dazu gehören z.B. der "Sozialtarif" von EON, bei dem die Grundgebühr erlassen wird, oder ein "Spartarif" mit progressiver Preisentwicklung. Die unterschiedlichen Modelle werden im Rahmen des Projektes zusammengestellt und mit Blick auf ihre sozialen und klimapolitischen Wirkungen untersucht.

Finanzierungsmodelle von Haushaltsgroßgeräten

In einem weiteren Schritt werden Finanzierungsmodelle und -ideen für die Anschaffung energieeffizienter Haushaltsgroßgeräte für Transferleistungsempfänger untersucht. Dabei werden die gegenwärtig in der politischen Debatte befindlichen Vorschläge (Prämien für die Anschaffung energieeffizienter Haushaltsgeräte, Mikrokredite etc.) aufgegriffen, gegenübergestellt und in enger Kooperation mit Fachleuten aus der Praxis auf ihre Übertragbarkeit und Praxistauglichkeit untersucht und bewertet.