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Gender & Environment

 

Website der Oberlausitz-Kliniken: http://www.oberlausitz-kliniken.de

Website des St. Elibabeth-Krankenhauses Leipzig: http://www.ek-leipzig.de) 

 

Projekt:

Exemplarische Einführung von Gender Mainstreaming in zwei sächsischen Krankenhäusern

Leitung und Bearbeitung im ISOE:

Dr. Doris Hayn

Projektpartner:

Brigitte Wagner Unternehmensberatung, Frankfurt/Main
BIPS – Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin

Förderung:

Sächsisches Staatsministerium für Soziales, Europäischer Sozialfond (ESF)

Laufzeit:

11/2007-11/2008
abgeschlossen

 

Pressemitteilung des Sächsisches Staatsministeriums für Soziales zum Projektstart:
"Modellprojekt für familienfreundliche und gendergerechte Rahmenbedingungen in Krankenhäusern gestartet" (29.11.2007)

 

Exemplarische Einführung von Gender Mainstreaming in zwei sächsischen Krankenhäusern

In den letzten Jahren wird "Ärzte- und Ärztinnenmangel" mit Blick auf die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung mit medizinischen Dienstleistungen in Fachkreisen, Politik und Öffentlichkeit zunehmend problematisiert. Als ein Grund für diesen "Mangel" gilt die sinkende Zahl an Studienabsolventinnen und -absolventen sowie die gestiegene Nachfrage nach medizinischen Dienstleistungen. Zugleich wird davon ausgegangen, dass die Ausübung des Arzt- bzw. Ärztinnenberufs (insbesondere Tätigkeiten im stationären Bereich) deutlich an Attraktivität verloren hat, sowohl bezogen auf die gesellschaftliche Anerkennung als auch monetäre Gratifikationen. Dieser Attraktivitätsverlust wird zudem im Kontext sich verändernder gesellschaftlicher Rahmenbedingungen diskutiert: der Wandel des Gesundheitssystems, die damit einhergehenden umfassenden und schwierigen Umstrukturierungs- und Veränderungsprozesse in Krankenhäusern sowie die Veränderungen des Berufsfeldes wirken sich auf die Karriere- und Lebensplanung junger Ärztinnen und Ärzte aus. Wenngleich auch in Deutschland derzeit kein genereller Mangel an Ärztinnen und Ärzten festzustellen ist, zeichnet sich zumindest für ländliche, insbesondere ostdeutsche Regionen ab, dass ohne gezielte Aktivitäten und Maßnahmen in Zukunft Unterversorgungen auftreten können.

Das Krankenhaus als Arbeitsort in den Blick nehmen

Vor diesem Hintergrund hat das Sächsische Staatsministerium für Soziales (SMS) im Jahr 2006 eine Studie über nicht berufstätige Ärzte und Ärztinnen in Sachsen in Auftrag gegeben. Diese Studie zeigt neben Gründen für einen Ausstieg aus der ärztlichen Berufstätigkeit insbesondere auch Voraussetzungen auf für einen (Wieder-)Einstieg in den Beruf. Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass – um Ärzte- und Ärztinnenmangel abzuwenden – in Krankenhäusern Veränderungen notwendig sind, die von der gewünschten Lebensgestaltung und -planung sowie von den Interessen und Bedürfnissen der beschäftigten Frauen und Männern ausgehen. Um solche Veränderungen anzustoßen und aufzuzeigen, wie diese in Krankenhäusern realisiert werden können, hat das Sächsische Staatsministerium für Soziales/SMS das Modellprojekt "Exemplarische Einführung von Gender Mainstreaming in zwei sächsischen Krankenhäusern" in Auftrag gegeben. Das Projekt richtet sein Augenmerk auf das Krankenhaus als Arbeitsort unterschiedlicher Personalgruppen (Ärztlicher Dienst, Pflegedienst etc.) und Personengruppen (bspw. Altersgruppen) – nicht wie ansonsten meist üblich als Versorgungsort für Patientinnen und Patienten – und zielt auf geschlechtergerechte und familienfreundliche Rahmenbedingungen, Strukturen und Abläufe in zwei Modellkrankenhäusern. Es wird vom ISOE in Kooperation mit Brigitte Wagner Unternehmensberatung und dem Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS/Universität Bremen) koordiniert und begleitet.

Passgenaue und in der Praxis handhabbare Lösungsansätze entwickeln

ie Realisierung geschlechtergerechter und familienfreundlicher Rahmenbedingungen, Strukturen und Abläufe in Krankenhäusern, also die Einführung und systematische Umsetzung von Gender Mainstreaming (GM) stellt aufgrund der laufenden Umstrukturierungs- und Veränderungsprozesse in Krankenhäusern eine große Herausforderung dar. Zentral für eine erfolgreiche und dauerhafte Verankerung von Gender Mainstreaming in Krankenhäuser ist deshalb die enge Verknüpfung der Einführung von GM mit Organisationsentwicklung. Dies erfordert eine breit angelegte Analyse von Rahmenbedingungen und Personalfragen, Unternehmens- und Organisationskultur sowie Aufbau- und Ablauforganisation. Eine solche genderbezogene Organisationsanalyse ist grundlegend dafür, dass die GM-Einführung passgenau konzeptioniert wird und Umsetzungsprojekte in Organisationsstrukturen und Arbeitsabläufe integriert werden können. Sie trägt insgesamt wesentlich dazu bei, ein auf Gleichstellung ausgerichtetes Denken und Handeln in der täglichen Arbeit der gesamten Organisation zu erreichen. Um Krankenhäuser bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming zu unterstützen, bedarf es passgenauer, in der Praxis handhabbarer Lösungsansätze, die veranschaulichen wie insbesondere die organisatorisch-institutionelle Seite der Implementierung erfolgen kann. Diese Zielsetzung verfolgt das Projekt im Rahmen von zwei mit einander verzahnten Projektteilen (GM-Einführungsprozesse in Modellkrankenhäusern und Handreichung) umgesetzt.  

Gender Mainstreaming-Einführung in zwei Modellkrankenhäusern

Im Rahmen des Projekt wird Gender Mainstreaming exemplarisch in zwei sächsischen Modellkrankenhäusern eingeführt – der Oberlausitz-Klinken gGmbH und dem St. Elisabeth-Krankenhaus in Leipzig. Mittels einer in der ersten Projektphase durchgeführten genderbezogenen Organisationsanalyse wird die Ist-Situation beschrieben und unter Genderperspektive bewertet sowie Empfehlungen für die Umsetzung von GM erarbeitet. Darauf aufbauend werden in der zweiten Projektphase in beiden Krankenhäusern konkrete Umsetzungsmaßnahmen (so genannte Pilotprojekte) angestoßen und durchgeführt. Ziel der GM-Einführung in den beiden Modellkrankenhäusern ist es, die unterschiedliche Lebensgestaltung und -planung sowie von den Interessen und Bedürfnissen der beschäftigten Frauen und Männer stärker berücksichtigen zukünftig stärker zu berücksichtigen und Strukturen und Abläufe so zu gestalten, dass sie zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben (Work-Life-Balance) beitragen. Von den zukünftigen geschlechtergerechten und familienfreundlichen Rahmenbedingungen sollen somit sowohl Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Personalgruppen als auch die Krankenhäuser in ihren betriebswirtschaftlichen Interessen profitieren. Die GM-Einführungsprozesse in den beiden Modellkrankenhäusern sollen beispielhaft zweierlei veranschaulichen, welche Chancen und Potentiale die Einführung von Gender Mainstreaming für Krankenhäuser hat und wie die praktische Umsetzung in der Praxis erfolgen kann.

Handreichung zur Verallgemeinerung und Verbreitung der gewonnenen Ergebnisse

Die modellhafte GM-Einführung in den zwei Krankenhäusern ist Grundlage für den zweiten Projektteil, die Verallgemeinerung und Verbreitung der gewonnenen Ergebnisse. Hierzu wird eine Handreichung zur Einführung von Gender Mainstreaming in Krankenhäusern erstellt, die Empfehlungen und Hinweise für die Konzeption und Durchführung von Gender Mainstreaming-Einführungsprozessen bietet. Die Handreichung will so Krankenhäusern konkrete Wege aufzeigen, wie sie unter Berücksichtigung interner Gegebenheiten und externer Bedingungen geschlechtergerechte und familienfreundliche Rahmenbedingungen schaffen können und dadurch auch zur Erhöhung der Attraktivität des ärztlichen Berufs im stationären Bereich beitragen.