Bereichsbild Wasser und nachhaltige Umweltplanung: ein Wasserhahn, Absperrventil

Wasser und nachhaltige Umweltplanung

 

Das Projekt wird von Partnern und Partnerinnen des Forschungsverbundes MOMUS "Modellierung von Mensch-Umwelt-Systemen" durchgeführt. http://www.momus-network.de


Ausführlichere Informationen zum Projekt finden Sie unter

http://www.intafere.de

 

Projekt

INTAFERE – Integrierte Analyse von mobilen, organischen Fremdstoffe in Fließgewässern

Ansprechpartner:

Dr. Florian Keil

Bearbeitung im ISOE:

Prof. Egon Becker
Dr. Florian Keil
PD Dr. Thomas Kluge
Dr. Stefan Liehr
Dr. Immanuel Stieß

Projektpartner:


Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt:
Institut für Atmosphäre und Umwelt,
Institut für Physische Geographie,
Institut für Informatik,
Institut für Ökologie, Evolution und Diversität

Förderung:

Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes Hessen (HMWK)
sowie Eigenmittel

Laufzeit:

01/2005 – 12/2007
abgeschlossen

 

Risikobewertung von
mobilen, organischen Fremdstoffen
Ergebnisse des 1. Stakeholder-Workshops
im Rahmen des Forschungsprojekts pdf

Zukunftsszenarien zum Umgang mit
mobilen, organischen Fremdstoffen
Ergebnisse des 2. Stakeholder-Workshops
im Rahmen des Forschungsprojekts pdf

Risiken durch mobile, organische
Fremdstoffe: Modellierung als
Instrument gemeinsamen Lernens
Ergebnisse des 3. Stakeholder-Workshops
im Rahmen des Forschungsprojekts pdf

 

INTAFERE – Integrierte Analyse von mobilen, organischen Fremdstoffe in Fließgewässern

Der Einsatz von Chemikalien birgt zugleich Chancen und Risiken. Wie aber lässt sich ein Ausgleich zwischen Nutzungsinteressen und Schutzanforderungen unterschiedlicher gesellschaftlicher Anspruchsgruppen finden? Mit weltweit mehr als 100.000 Substanzen im ständigen Gebrauch, steht die Wissenschaft zugleich vor dem komplexen Problem, Risiken eines Einzelstoffs sicher zu bewerten, obwohl in der Umwelt eine Vielzahl von Stoffen gleichzeitig auf Organismen einwirken. Das transdisziplinäre Forschungsprojekt INTAFERE hat diese Fragen im Rahmen der Organisation eines gemeinsamen Lernprozesses zwischen Wissenschaft und Stakeholdern aufgenommen. Ziel war es, ein geteiltes Verständnis darüber herzustellen, wie unterschiedliche Handlungskontexte und Problemsichten zu einem bestimmten gesellschaftlichen Umgang mit stofflichen Risiken führen. Darauf aufbauend wurden tragfähige Vorschläge für die Verbesserung bestehender Verfahren der Risikobewertung entwickelt.

Wissensgrenzen und Grenzwerte

Mobile organische Fremdstoffe stellen für aquatische Ökosysteme und die natürlichen Wasserressourcen eine bisher unzureichend untersuchte Gefährdung dar. Dies gilt umso mehr, da sich bei einer Bewertung ihres Gefährdungspotenzials ein komplexes Problemfeld zeigt. Im Fließgewässer sind Organismen immer Mixturen von mobilen organischen Fremdstoffen ausgesetzt. Über deren "Cocktailwirkung" ist bisher jedoch nur sehr wenig bekannt. Überdies weisen Untersuchungen darauf hin, dass für einige mobile organische Fremdstoffe die althergebrachte Vorstellung der Toxikologie "Die Dosis allein macht das Gift" aufgegeben werden muss: Denn sie können bereits bei sehr niedrigen Konzentrationen Schadwirkungen verursachen, die bei hohen Dosen nicht beobachtet werden. Vor diesem Hintergrund sind klassische Bewertungsverfahren auf Basis von Grenzwertsetzungen für Einzelsubstanzen nicht mehr angemessen.  

Wissensgrundlagen zur Einschätzung des Gefährdungspotenzials

Aus Sicht des Vorsorgeprinzips muss daher gelten: Einträge von mobilen organischen Fremdstoffen in den Wasserkreislauf sind weitestgehend zu vermeiden. Voraussetzung für die Bestimmung entsprechender Maßnahmen ist eine integrative Perspektive. Nur wenn neben dem Erarbeiten einer entsprechenden ökologischen Wissensbasis, die ökonomischen und sozialen Aspekte der Produktion und des Verbrauchs von mobilen organischen Fremdstoffen gleichermaßen berücksichtigt werden, können begründbare Handlungsoptionen identifiziert und gesellschaftlich robuste Risikobewertungen erzielt werden. Für einen solchen Forschungsprozess ist es entscheidend, die betroffenen Akteure einzubeziehen. Das Projekt INTAFERE hat diesen integrativen Ansatz verfolgt, um Wissensgrundlagen für ein nachhaltiges Wasserqualitätsmanagement zu schaffen. Gemeinsam mit Stakeholdern wurden Vorschläge für erweiterte Bewertungsverfahren entwickelt, die diese Herausforderungen im Rahmen eines partizipativen Risikomanagements aufnehmen. Die INTAFERE-Ergebnisse sind über die INTAFERE-Webseite abrufbar.