Mobilität und Lebensstilanalysen
Schaffung einer nachhaltigen Mobilitätskultur
Bundesministerium für
Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW)
im Rahmen des
Forschungsprogramms
Stadtverkehr (FOPS)
Jutta Deffner
Dr. Konrad Götz
Steffi Schubert
Barbara Birzle-Harder
Öko-Institut, Freiburg
StetePlanung, Darmstadt
Script Corporate + Public Communication GmbH, Oberursel
Mystep Zürich
Öko-Institut Südtirol,
Bozen/Alto-Adige
Stadtbus
der Salzburg-AG
Stadtplanungsamt,
Stadt Frankfurt a.M.
11/2004-11/2006
abgeschlossen
Deffner, Jutta / Konrad Götz (2007): Mobilitätsstile. Ein sozial-ökologisches Forschungskonzept und seine planerischen Bezüge. In: Bracher, Tilman/Holzapfel, Helmut/Lehmbrock, Michael/ Reutter, Ulrike: Handbuch der kommunalen Verkehrsplanung. Kapitel 2.2.1.8. Heidelberg
Deffner, Jutta (2007): Nachhaltige Mobilitätskultur. Prinzipien zur kommunalen Umsetzung. In: Soziale Technik 1/2007. Graz
Konrad Götz/ Jutta Deffner (2006): Kopf und Bauch – eine neue Mobilitätskultur braucht Vernunft und Emotion. Vortrag auf den Toblacher Gesprächen 2006
Deffner, Jutta/ Götz, Konrad/ Schuber, Steffi/ Potting, Christoph/ Stete, Gisela/ Tschann, Astrid/ Loose, Willi (2006): Entwicklung eines integrierten Konzepts der Planung, Kommunikation und Implementierung einer nachhaltigen, multioptionalen Mobilitätskultur. ISOE Schlussbericht FOPS 70.0749/04 (BMVBS). Frankfurt
Tagungsflyer (pdf-file,
442 kb) Abschlusstagung am 13. Juli 2006 stellte das Projekt seine zentralen
Forschungs-ergebnisse auf der Abschlusstagung "Auf dem Weg zu einer
nachhaltigen, multioptionalen Mobilitätskultur" in Bad Boll vor)
"Mobilität ist Kultur" wird zunehmend zum Motto vieler Städte. Um Verkehr und Mobilität in Städten nachhaltiger zu gestalten, wird vielerorts eine Verbesserung der Mobilitätskultur angestrebt. Doch was ist darunter zu verstehen? Ist es nur ein neuer Modebegriff für ohnehin schon Bekanntes, wie Mobilitätsmanagement, integrierte Verkehrsplanung oder Partizipation in der Planung? Kann Mobilitätskultur überhaupt gezielt gestaltet werden und ist sie ein mögliches neues Leitbild in der Stadt- und Verkehrsentwicklung?
In einem vom BMVBS geförderten Forschungsprojekt wurde davon ausgegangen, dass erst durch verkehrsmittelübergreifende, multioptionale Angebote eine nachhaltige Mobilitätskultur entstehen kann. Deswegen soll zu Perspektivwechseln zwischen den Verkehrsarten animiert und damit auch die Interaktion und Kommunikation zwischen den Verkehrsteilnehmenden unterstützt werden. Wesentlich dabei ist, dass sowohl bei der Planung als auch bei der Kommunikation von neuen Angeboten, neuer Infrastruktur oder Services konsequent die Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer eingenommen wird, insbesondere im Sinne eines "von Tür zu Tür Denkens". Kommunikative und planerische Maßnahmen werden so miteinander verschränkt und Kommunikation nicht nachträglich auf verschiedene Mobilitätsangebote und Infrastrukturmaßnahmen aufgesetzt, sondern als zentrales Element in allen Phasen berücksichtigt.
Dabei gilt es, drei Formen der Kommunikation zu berücksichtigen: Kommunikation der Verkehrsteilnehmenden untereinander (Selbstregulierung), Kommunikation zwischen Planung und Bürgerschaft (gegenseitiges Lernen) und zudem Kommunikation als Inszenierung im Sinne von Imagebildung und emotionaler Kundenbindung. Ausgehend von einer sozial-ökologischen Mobilitätsdefinition entwickelte das interdisziplinäre Projektteam an einem beispielhaften Handlungsfeld – Fahrrad und ÖPNV – für Frankfurt am Main ein Rahmenkonzept für die kommunale Umsetzung, das Kommunikation und Planung integriert. Anhand der Städtestudien in Bozen, Freiburg, Salzburg und Zürich wurde zudem veranschaulicht, was von diesen Städten hinsichtlich einer Veränderung von Mobilitätskultur gelernt werden kann.