Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

ISOE-Tagung 2012

Wahrhaft nützlich – Anspruchskonflikt zwischen Wissenschaft und Gesellschaft (Paneldiskussion)

Das selbstzweckhafte Streben von Wissenschaft nach Wahrheit und Erkenntnis einerseits und der praktische Nutzen des Wissens andererseits zeichnen die moderne Wissenschaft aus und beschäftigen die Wissenschaft seit Jahrhunderten.

Ausgewählte Zitate der TeilnehmerInnen:

„Die Themensetzung in der Wissenschaft ist jener in den Medien sehr ähnlich und funktioniert nach den gleichen Gesetzen. Prominentes Beispiel ist die Hightech-Strategie der Bundesregierung. Diese wurde zwar 2006 im Parlament beschlossen, deren Weiterentwicklung und die Bestimmung der wichtigen Forschungsfragen der Zukunft würden aber in der Forschungsunion und der Administration des BMBF ausgehandelt. In der Forschungsunion vertreten sind aber nur die Großforschungseinrichtungen wie Helmholtz-Gemeinschaft, Fraunhofer-Gesellschaft, Max-Planck-Gesellschaft und einzelne Wirtschaftsunternehmen, aber weder Universitäten noch die Zivilgesellschaft.“ Ulrich Wengenroth, Technische Universität München

„Am Beispiel des Forschungsprojekts CuveWaters, das in Nordnamibia Lösungen für ein integriertes Wasserressourcenmanagement entwirft und das vom ISOE koordiniert wird, wird deutlich, wie in der Forschungspraxis das Spannungsverhältnis zwischen ‚Wissenschaft und Wahrheitssuche‘ sowie ‚gesellschaftlichen Anforderungen an praktische Lösungen‘ aufgelöst werden kann. Das Spannungsverhältnis führt hier zu einem produktiven Prozess für Innovation und Erneuerung, für Wissen und Transformation.“ Thomas Kluge, ISOE

„Es ist wichtig, die wirtschaftlichen Grundlagen für Forschung zu schaffen, wozu die Industrie durch ihre Wirtschaftsleistung beiträgt. Gleichzeitig besitzt die Industrie einen technologischen Innovationsauftrag: Durch technische Lösungen leistet sie einen Beitrag zur Bearbeitung von Transformationsthemen wie etwa aktuell zum Thema Energiewende. Zudem sollte die Suche nach Lösungen durch eine kontinuierliche Einbeziehung von neuen Entwicklungen und Lernprozessen offengehalten werden. In der Politik wird derzeit aber genau gegenteilig verfahren, indem in immer detaillierteren Regelungen bestimmte Wege vorgeschrieben werden.“ Brigitta Huckestein, BASF SE

„Die Zivilgesellschaft braucht größere Mitgestaltungsmöglichkeiten. Bislang fehlt ein öffentlicher Ort, an dem die gesellschaftlichen Interessen formuliert und gebündelt werden und wo darüber entschieden wird, welche Forschungsfragen die Zivilgesellschaft für wichtig hält. Die neue Plattform Forschungswende will ein Bewusstsein für das Thema schaffen und möglichst viele Akteure der organisierten Zivilgesellschaft einbeziehen.“ Steffi Ober, Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e.V. (VDW)

„Themen kommen vor allem dann parteiübergreifend in die Politik, wenn sie auf breite gesellschaftliche Resonanz stoßen. Bei der Förderpolitik sollte auf eine möglichst große Vielfalt geachtet werden, da die Nischenthemen von heute die Mainstreamthemen von morgen sein könnten.“ Gesine Schwan, Präsidentin der HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance


Dokumentation Paneldiskussion (pdf, 108 KB)

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Institutsbericht 2016

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