Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

03.01.2017

Beitrag zu den Sustainable Development Goals – Wasserwiederverwendung in Namibia

Wie lässt sich kommunales Abwasser mithilfe von Teichanlagen so sammeln und aufbereiten, dass es zur ganzjährigen Bewässerung in der Landwirtschaft wieder eingesetzt werden kann? Das untersucht ein Projektteam aus Wissenschaft, technischer Praxis und einer Kommune im namibischen Cuvelai-Einzugsgebiet, einer der trockensten Regionen der Erde. Das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung ist an dem Verbundprojekt „EPoNa – Ertüchtigung von Abwasser-Ponds zur Erzeugung von Bewässerungswasser am Beispiel des Cuvelai-Etosha-Basins in Namibia“ beteiligt.


Abwasserteiche in Outapi

Abwasserteiche in Outapi/Namibia. Bild: Peter Cornel

Die nachhaltige Wiederverwendung von Wasserressourcen ist eines der UN-Entwicklungsziele, der Sustainable Development Goals (SDG). Das Verbundprojekt EPoNa leistet einen Beitrag zu den SDGs, indem es bereits bestehende Lösungen zur Abwasserbehandlung um Ansätze der Wasserwiederverwendung für trockene, wasserarme Regionen der Erde erweitert. In der Projektregion in Nordnamibia geht es darum, Abwasser als Ressource zu gewinnen und es ganzjährig als Bewässerungswasser für die Erzeugung von Futtermitteln einzusetzen. Im Cuvelai-Einzugsgebiet ist die Viehhaltung nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell von hoher Bedeutung.

Die adäquate Wasserbehandlung und -wiederverwendung kann zudem drohende Verunreinigungen durch Überflutungen verringern und damit die Risiken für die Gesundheit der Bevölkerung senken. Auch die Methanemissionen – verursacht durch unzureichende Abwasserbehandlung – können mit dem Ansatz der Aufbereitung reduziert werden. Das Konzept der Wasserwiederverwendung in EPoNa steht damit in direkter Verbindung mit landwirtschaftlicher Produktion, Gesundheit und Klimaschutz.

Rückkehr nach Outapi – Anknüpfung an Forschungsprojekt CuveWaters

Das Projekt unter der Leitung des Instituts IWAR der TU Darmstadt schließt an die Forschungs- und Entwicklungsarbeit des erfolgreichen Projekts CuveWaters an: Im Zuge der deutsch-namibischen Zusammenarbeit in CuveWaters waren in zehnjähriger Projektlaufzeit unter der Leitung des ISOE mithilfe unterschiedlicher Technologien natürliche Wasserressourcen nutzbar gemacht worden, unter anderem auch in der Stadt Outapi.

Von den schätzungsweise 5000 Einwohnern von Outapi ist nur ein Bruchteil an die Abwasserkanalisation angeschlossen. Das Abwasser gelangt in bestehende Abwasserteiche und wird dort nur rudimentär behandelt. Schwebstoffe sinken zu Boden und werden von Organismen zerlegt, das UV-Licht der Sonne desinfiziert das Wasser. Doch die Anlage ist so stark überlastet und mittlerweile verschlammt, dass Überschwemmungen in der Regenzeit und Dammbrüche erhebliche Risiken darstellen.

Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Abwasserponds

Gleichzeitig steht die Gemeinde vor dem Problem, dass zum Ende der etwa neunmonatigen Trockenzeit wegen Wassermangels nicht mehr genug Futterpflanzen kultiviert werden können, so dass bei ausbleibendem Regen das Vieh notgeschlachtet werden muss. Durch die Verbesserung der Leistungsfähigkeit der bestehenden Ponds soll nun das Abflusswasser für die Bewässerung von Futterpflanzen möglichst großflächig und ganzjährig genutzt werden können. Dabei liefert die Abwasserbehandlung den Dünger für die Futtermittelproduktion durch die enthaltenen Nährstoffe sogar noch mit – ganz im Sinne eines integrierten Systemansatzes.

Das Verbundprojekt „EPoNa“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Es führt die wissenschaftliche und technische Kompetenz von sechs Projektpartnern aus verschiedenen Bereichen zusammen. Aspekte des Anlagenbaus und des wirtschaftlichen Betriebs werden ebenso berücksichtigt wie Bewässerungstechniken, sozial-ökologische Ansätze oder die Frage, welche Pflanzen sich für den Anbau mithilfe von geklärtem Brauchwasser eignen. Auswirkungen auf die Nutztiere und die Lebensbedingungen der Menschen werden ebenfalls in die Betrachtungen einbezogen.

Aufgabe des ISOE ist es, Aspekte der Governance zu untersuchen sowie angepasste Managementstrukturen und Verfahren des Finanzcontrollings zu entwickeln. Das Forscherteam führt zudem eine sozial-ökologische Folgenabschätzung sowie eine Transferpotenzialanalyse durch. Um einen dauerhaften Betrieb der Anlagen zu sichern, wird zudem ein Handbuch erstellt, das für die Schulung von Betreibern und Entscheidungsträgern an bestehenden und zukünftigen Standorten eingesetzt werden kann.

Mehr zum Projekt


Weiter empfehlen:

Ansprechpartnerinnen

Nicola Schuldt-Baumgart

Nicola Schuldt-Baumgart
Leitung Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 069 707 6919-30
schuldt-baumgart(at)isoe.de

Melanie Neugart
Presse
Tel. 069 707 6919-51
neugart(at)isoe.de

Newsletter abonnieren