Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

04.08.2017

Energiewende, private Haushalte und nachhaltiger Konsum: Handlungsempfehlungen

Private Haushalte sind für knapp ein Viertel des Energieverbrauchs verantwortlich. Gelingt es nicht, diesen Anteil zu verringern, sind die klima- und energiepolitischen Ziele der Bundesregierung in Gefahr. Im Zuge des BMBF-Förderprogramms „Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems“ haben Forschungsprojekte untersucht, wie der Beitrag privater Haushalte zur Energiewende erhöht werden kann. Die Ergebnisse hat die Wissenschaftliche Koordination des Programms nun ausgewertet und in einer Übersicht zusammengestellt.


Symbolbild Wissenschaftliche Koordination des BMBF-Förderprogramms „Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems“

Eine erfolgreiche Transformation des Energiesystems beruht auf vielfältigen Voraussetzungen. So gilt der Energieverbrauch privater Haushalte als mitentscheidend für das Gelingen der Energiewende in Deutschland. Die möglichst umweltfreundliche Nutzung von Energie im Haushalt ist eng mit dem Konzept eines nachhaltigen Konsums verknüpft, dessen zentrale Rolle für die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie in dem 2016 von der Bundesregierung beschlossenen Nationalen Programm für nachhaltigen Konsum hervorgehoben wurde. Welche Rolle spielt der Energieverbrauch aber bislang im Kontext nachhaltigen Konsums? Wo liegen Möglichkeiten und Potenziale privater Haushalte?

Von den 33 Forschungs- und Entwicklungsprojekten zur Energiewende, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 2013 gefördert wurden, haben sich fast die Hälfte auch mit dem Politik- und Handlungsfeld nachhaltiger Konsum beschäftigt. Das mit der Wissenschaftlichen Koordination der Projekte beauftragte Öko-Institut und das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung haben diese Ergebnisse nun ausgewertet.

Innovative Handlungsansätze und Forschungsbedarf

Einen Schwerpunkt bildeten hier neue Handlungsansätze, die die Kompetenzen von Verbraucherinnen und Verbrauchern bei der Nutzung von Energie stärken. Diese wurden zum Teil bereits in der Praxis erprobt und in ihrer Wirkung bewertet. In diesem Zusammenhang untersuchten einige Projekte auch Aspekte, die für das Politikfeld nachhaltiger Konsum in Zukunft immer wichtiger werden, etwa die Auswirkungen digitaler Technologien auf das Nutzungsverhalten oder neue Praktiken der privaten Energieerzeugung.

Ein weiteres wichtiges Thema im Kontext nachhaltiger Konsum ist das der Energiearmut. Hier belegen die Forschungsergebnisse, dass die Lasten der Energiewende zwischen den sozialen Gruppen ungleich verteilt sind. Zwar konnten einige Projekte bereits Ansatzpunkte zur Verringerung von Energiearmut identifizieren. Weiterer Forschungsbedarf besteht sowohl hinsichtlich der genauen Definition und Bestimmung von Energiearmut als auch zu den strukturellen Faktoren, die sie beeinflussen.

Alle Ergebnisse sind im Entwicklungsportfolio zusammengefasst, das als Download zur Verfügung steht. WiKo_Entwicklungsportfolio_Energie_Nachhaltiger_Konsum.pdf (1,37 MB)

Mehr Informationen zur Wissenschaftlichen Koordination der 33 geförderten Forschungsprojekte "Umwelt- und Gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems“ des BMBF transformation-des-energiesystems.de


Weiter empfehlen:

Ansprechpartnerinnen

Nicola Schuldt-Baumgart

Nicola Schuldt-Baumgart
Leitung Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 069 707 6919-30
schuldt-baumgart(at)isoe.de

Melanie Neugart
Referentin Wissenskommunikation, Medienkontakt
Tel. 069 707 6919-51
neugart(at)isoe.de

Newsletter abonnieren