Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

23.06.2017

Transportmittel im Trend: Fahrradverkehr in der Zukunftsstadt

Das Fahrrad feiert „Geburtstag“: Vor 200 Jahren erfand Karl Drais mit seiner „Draisine“ eine Laufmaschine auf zwei Rädern – noch ohne Pedale. Bald darauf waren Fahrräder schon nicht mehr aus dem Straßenbild wegzudenken. Vom Auto regelrecht an den Rand des Straßenverkehrs gedrängt wurden sie erst Mitte des 20. Jahrhunderts. Heute gewinnt das Fahrrad zunehmend an Bedeutung, wenn es um eine nachhaltige Lebensweise geht. „Zukunft der Stadt – 200 Jahre Fahrrad und voll im Trend?“ hieß deshalb die Podiumsdiskussion, die das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung mit dem ADFC Hessen, der Goethe-Universität Frankfurt und dem Innovationszentrum PIER F im Rahmen der Bürger-Universität veranstaltete.


Fahrradfahren in der Stadt

Das Fahrradfahren erlebt in den Städten einen regelrechten Boom. Allein in Frankfurt stieg in den letzten zwei Jahren die Anzahl an Radfahrerinnen und Radfahrer, die innerhalb von acht Stunden in der Innenstadt gezählt wurden, um ein Drittel auf 44.000 an. Zu Beginn der Verkehrszählung 1988 waren es noch 8.000. Viele Städte sind bemüht, die Fahrradinfrastruktur zu verbessern. Durch den Ausbau von Radwegen, durch Fahrradschnellwege oder auch durch Fahrverbote für den motorisierten Verkehr sollen mehr Leute vom Auto auf das Fahrrad umsteigen. Die Gründe sind naheliegend: Es werden weniger Luftschadstoffe ausgestoßen, das Klima wird geschont, Bewegung trägt zu einem gesunden Lebensstil bei und die Aufenthaltsqualität in Städten steigt. Weil die Fortbewegung mit dem Rad Lösungen für mehrere gesellschaftliche Herausforderungen gleichzeitig bietet – Energiewende, Klimawandel und Gesundheit – wünschen sich viele, dass das Radfahren in den Städten noch stärker gefördert wird. Zumal das Fahrrad im Radius von fünf Kilometern das schnellste Verkehrsmittel ist und damit Auto wie Nahverkehr überlegen ist.

Am 22. Juni diskutierten Heiner Monheim (Raumkom – Institut für Raumentwicklung und Kommunikation), Klaus Oesterling (Verkehrsdezernent der Stadt Frankfurt am Main), Walter Bien (Kasseler Verkehrs-Gesellschaft) und Norbert Sanden (ADFC Hessen e.V.) in der Reihe „Werkstattbericht Zukunftsstadt“ der Bürger-Universität über die Zukunft des Fahrrads. Das Publikumsinteresse am Thema war groß, der Veranstaltungsraum im Pier F im Frankfurter Osthafen voll besetzt. Zentral waren Fragen wie: Wie bemüht sich die Stadt Frankfurt um die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur? Welche Systeme haben sich in anderen Städten bewährt? Jutta Deffner vom ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung und Thomas Klinger von der Goethe-Universität moderierten die Veranstaltung.


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