Abschlussveranstaltung im Forschungsprojekt Weschnitz Dialog

Zurück zur Natur? Wie die Renaturierung von Gewässern sozial-ökologisch gestaltet werden kann

Europaweit sind Gewässer in keinem guten ökologischen Zustand. Die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie der EU werden auch in Deutschland nicht erreicht. Das gilt auch für einige der Fließgewässer in Südhessen, wie etwa die Weschnitz oder die Modau. Der Handlungsdruck ist groß. Wie eine erfolgreiche Renaturierung aussehen könnte, darüber diskutierten Bürger*innen, Expert*innen und Wissenschaftler*innen bei der öffentlichen Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts Weschnitz Dialog am 15. Juni 2021. Das ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung, der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald sowie der Gewässerverband Bergstraße luden zu dieser digitalen Veranstaltung ein.

| Pressemitteilung
Die Weschnitz zwischen Weinheim und dem Rhein (Foto: ISOE)
Die Weschnitz zwischen Weinheim und dem Rhein (Foto: ISOE)

Rund 90 Prozent der deutschen Oberflächengewässer verfehlen die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie eines „guten ökologischen Zustandes“ – so auch die Weschnitz. Das soll sich mit der Renaturierung des Flusses und der Deichsanierung zwischen Biblis und Einhausen ändern. Damit dies gelingt, wurden im von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Forschungsprojekt Weschnitz Dialog Kommunikations- und Beteiligungsformate zur Konfliktvermeidung begleitet. So konnten gemeinsam mit allen Akteuren wirksame Lösungen zum Gewässer- und Hochwasserschutz geplant werden. 

Zum Abschluss des Projekts luden die Forschungspartner ISOE, der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald sowie der Gewässerverband Bergstraße zu einer Online-Diskussion ein, bei der es nicht nur um verständliche Wissenschaft, Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und pragmatische Lösungen ging, sondern auch um literarische Entdeckungen. Zur Einstimmung in die Veranstaltung, die pandemiebedingt digital stattfinden musste, nahm Torsten Schäfer die Teilnehmenden mit auf eine Fluss-Entdeckungsreise in Südhessen: Der Professor für Journalismus an der Hochschule Darmstadt las aus seinem aktuellen Buch „Wasserpfade“. 

Konflikte um Renaturierungsmaßnahmen frühzeitig berücksichtigen

Bei dem anschließenden Fachgespräch ging es um wichtige Fragen und Erfahrungen im Zusammenhang mit Renaturierungsmaßnahmen: Welche Potenziale bietet die Renaturierung auf dem Weg „Zurück zur Natur“ und wie sieht der Prozess konkret aus? Welche Rahmenbedingungen sind für die Renaturierung wichtig und welche Konflikte können sich durch unterschiedliche Interessen seitens Landwirtschaft, Stadtplanung und Naturschutzes ergeben? 

Im Zuge der Veranstaltung zeigten die Projektbeteiligten am Beispiel des Forschungsprojekts Weschnitz Dialog, wie eine sozial-ökologische Gestaltung der Renaturierung aussehen kann und wie Nutzungskonflikte entlang eines Gewässers frühzeitig berücksichtigt werden können. Zudem wurde diskutiert, wie das Thema Gewässerschutz anschaulich für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung genutzt werden kann. 

Mehr zum Projekt: www.weschnitz-dialog.de

Zurück zur Natur? Wie die Renaturierung unserer Gewässer sozial-ökologisch gestaltet werden kann

Diskussionsabend
Dienstag, 15. Juni 2021 – 18 Uhr
Online-Veranstaltung

Ablauf: 
Lesung Prof. Dr. Torsten Schäfer, Hochschule Darmstadt

Anschließend Fachgespräch mit: Ulrich Androsch (Gewässerverband Bergstraße, Lorsch), Dr. Jutta Weber (Geo-Naturpark Bergstraße Odenwald, Lorsch), Dr. Stefan Liehr (ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt am Main), Prof. Dr. Jörg Oehlmann (Goethe Universität Frankfurt am Main), Matthias Beuth (Martin-Luther-Schule, Rimbach)

Moderation: Carla Schönfelder, Team Ewen, Darmstadt

Veranstalter: ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung in Zusammenarbeit mit dem Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und dem Gewässerverband Bergstraße

Wissenschaftliche Ansprechpartnerin:

Dr. Katja Brinkmann
Tel. +49 69 707 6919-42
 

Pressekontakt:

Melanie Neugart
Tel. +49 69 707 6919-51
 

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