ISOE-Tagung im Jubiläumsjahr

Aufbruch in die Gegenwart. Die sozial-ökologische Zukunft heute gestalten

In diesem Jahr feiert das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung einen runden Geburtstag. 1989 als gemeinnützige, unabhängige wissenschaftliche Einrichtung in Frankfurt am Main gegründet, gehört das Institut in der Hamburger Allee heute zu den führenden Instituten der Nachhaltigkeitsforschung in Deutschland. Seit drei Jahrzehnten arbeiten seine Forschungsteams aus den Gesellschafts-, Natur- und Ingenieurwissenschaften an der Lösung drängender Umweltprobleme. Im Jubiläumsjahr soll aber weniger in die Vergangenheit geschaut werden. Mit seiner Tagung im November will das ISOE vielmehr die Gegenwart kritisch in den Blick nehmen, denn es geht darum, jetzt die Gestaltungsmöglichkeiten für eine sozial-ökologische Zukunft zu erkennen und zu nutzen. 

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Dream Big (©CHBD/istockphoto)
Dream Big (©CHBD/istockphoto)

Sozial-ökologisch gestalten heißt: verstehen, welchen Anteil der „Faktor Mensch“ an komplexen Problemen hat, die an der Schnittstelle zwischen Natur und Gesellschaft entstehen. Und es heißt erkennen, welchen Beitrag jede Einzelne und jeder Einzelne ganz konkret für eine nachhaltige Entwicklung leisten kann: Wie lässt sich ein CO2-armer Lebensstil im Alltag umsetzten? Welchen Einfluss haben veränderte Alltagspraktiken auf den Klimawandel? Die Konzentration auf Forschungsfragen, die sich auf die sozialen Aspekte ökologischer Probleme beziehen, war schon der Gründergeneration des ISOE ein Anliegen. 

Heute ist Nachhaltigkeit längst kein Nischenthema mehr. Denn die negativen Folgen, die sich aus der Komplexität der Gesellschaft-Natur-Beziehungen ergeben, sind inzwischen unübersehbar. Klimawandel und Verlust der Artenvielfalt sind spürbare Bedrohungen. Die chronische Übernutzung natürlicher Ressourcen, insbesondere der vorhandenen Süßwasserbestände, führt in vielen Regionen der Welt zu Konflikten. Aber nicht nur die Ökosysteme sind aus dem Gleichgewicht. Auch gesellschaftlich gerät etwas ins Wanken. Ein Krisengefühl macht sich breit, und in Krisenzeiten funktionieren vertraute Orientierungspunkte und Gewissheiten oft nicht mehr. Dabei geht etwas Wichtiges verloren: ein Bild von Zukunft als einer viel versprechenden Zeit. Verloren geht auch das Bewusstsein für die Gegenwart als Gestaltungsraum, in dem Erkenntnisse und die mit jeder Krise verbundenen Möglichkeiten noch genutzt werden können.

Gegenwart als Gestaltungsraum von Zukunft verstehen 

Um diesen Gestaltungsraum zurückzugewinnen, lädt das ISOE mit seiner Tagung am 28. November dazu ein, sich für einen Moment von technologischen Heilsversprechen und den Bildern der drohenden ökologischen Katastrophe frei zu machen und gemeinsam zu fragen: „In welcher Welt wollen und können wir leben?“ Denn dass eine Krise der gesellschaftlichen Naturverhältnisse für immer mehr Menschen spürbar wird, ist offensichtlich. Nicht ohne Grund fordern weltweit Kinder und Jugendliche angesichts der drohenden Klimakatastrophe seit vielen Freitagen ihr Recht auf eine lebenswerte Zukunft ein. Aber der gesellschaftliche Diskurs um Zukunft ist vielstimmig und kontrovers. Eine Art „Kulturkampf“ um den richtigen Umgang mit der Krise ist im Gange.

Das ISOE will im Zuge seiner Tagung an ganz konkreten Beispielen in den Gestaltungsfeldern Wasser, Biodiversität, Mobilität und Nachhaltiger Konsum einen offenen Zugang zur Gestaltung der notwendigen sozial-ökologischen Transformation ermöglichen. Dies soll auch einen neuen Blick auf die Rolle von Wissen und Wissenschaft ermöglichen. Was kann und muss Wissenschaft heute leisten, um gemeinsam mit der Gesellschaft Gestaltungsperspektiven zu entwickeln? Denn die Dringlichkeit der globalen Herausforderungen erfordert genau das: einen gemeinsamen, ganz und gar nicht paradoxen Aufbruch in die Gegenwart, um hier und jetzt die Zukunft sozial-ökologisch zu gestalten. 

ISOE-Tagung „Aufbruch in die Gegenwart – Die sozial-ökologische Zukunft heute gestalten“

Donnerstag, 28. November 2019
Stadthaus Frankfurt am Main

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