Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

21.03.2018

Gemeinsam für Gewässerschutz: Öffentliche Abschlussveranstaltung im Forschungsprojekt NiddaMan

Wie geht es der Nidda? Welche Strategien gibt es für ein nachhaltiges Wasserressourcen-Management im Einzugsgebiet des Flusses? Und wie kann die Zusammenarbeit von verschiedenen Akteuren verbessert werden, um die Wasserqualität der Nidda noch weiter zu verbessern? Zu Fragen wie diesen hat das regionale Verbundprojekt „NiddaMan“ unter Beteiligung des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung vor drei Jahren seine Arbeit aufgenommen. Am 20. März fand die öffentliche Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts in Frankfurt am Main statt.


Die Nidda bei Bonames

Projektpartner aus elf Institutionen zogen Bilanz im Forschungsprojekt NiddaMan. Unter der Leitung der Goethe-Universität haben sie sich drei Jahre lang gemeinsam mit gesellschaftlichen Akteuren mit Möglichkeiten einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Flusses beschäftigt, der wie der überwiegende Teil aller deutschen Oberflächengewässer ein wichtiges Kriterium noch nicht erfüllt: Die Nidda weist noch nicht den guten bis sehr guten ökologischen Zustand auf, wie ihn die EU-Wasserrahmenrichtlinie fordert.

Zwar ist die Nidda von der Quelle im Vogelsberg bis zur Mündung in den Main auf einer Länge von etwa 90 Kilometern in ihrem Oberlauf noch in einem nahezu naturnahen Zustand – hier ist die Wasserqualität gut, der Flusslauf naturbelassen und die Biodiversität entsprechend groß, das heißt, es gibt eine breite Vielfalt an Mikroorganismen, wirbellosen Tieren, Fischen, anderen Wirbeltieren und Vegetation am Ufer. Im Mittellauf jedoch treten zunehmend Konflikte zwischen Ökologie und der landwirtschaftlichen Nutzung angrenzender Flächen auf. Zudem gibt es in diesem dicht besiedelten Raum auch Einleitungen weitgehend gereinigten Abwassers aus einer Vielzahl von kommunalen sowie einigen privaten Kläranlagen. Im Unterlauf kommen noch weitere Belastungen hinzu, durch Abläufe von Verkehrsflächen und versiegelten Bereichen sowie die Einleitung von solehaltigem Wasser durch Bäderbetriebe.

Naturwissenschaftliche und sozial-ökologische Ergebnisse zum Gewässerschutz

Die Forschungsarbeiten in NiddaMan gingen über rein naturwissenschaftliche Untersuchungen zur Schadstoffbelastung und deren ökologischen Auswirkungen hinaus. Die aktive Bürgerbeteiligung wurde auch von sozial-ökologischen Studien des ISOE begleitet: In den Stakeholder-Dialogen ging es darum, das Wissen unterschiedlicher Akteure aus der Praxis einzubinden, Konfliktfelder bei der Nutzung der Flusslandschaft zu identifizieren und Nutzer*innen mit unterschiedlichen Interessen miteinander ins Gespräch zu bringen. Beobachtungen von Bürger*innen wurden zudem als aktive Beiträge zur Forschung via App auf die Internetplattform „NiddaLand“ übermittelt.

Am 20. März wurden die Ergebnisse zu Ökosystem- und Fischgesundheit, Spurenstoffen in Fließgewässern, Modellierung von Abflussvorgängen und Stoffeinträgen, technischen Maßnahmen und Anpassungsstrategien, Dialogen zur Nutzung und Gestaltung der Flusslandschaft und Wissenstransfer in Praxis und Öffentlichkeit vorgestellt und mit dem Publikum diskutiert. Einen Kurzbericht über die Abschlussveranstaltung finden Sie hier.


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Nicola Schuldt-Baumgart

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