Übergänge

in eine nachhaltige Entwicklung

20.03.2018

Wassermanagement für Millionenstädte – Beispiel Coimbatore in Südindien

Mit 1,7 Millionen Einwohnern auf rund 250 Quadratkilometern gehört Coimbatore zu den typischen Millionenstädten Indiens. Die Bevölkerung der von der Industrie geprägten Stadt im Süden des Landes wird Schätzungen zufolge in den nächsten drei Jahrzehnten um mehr als die Hälfte anwachsen. Die Sicherung der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung gilt als eines der dringendsten Probleme. Im Forschungsprojekt Smart Water Future India wird seit Ende 2017 ein Konzept für ein nachhaltiges Wassermanagement für Coimbatore entwickelt. Wissenschaftler*innen machen sich hierfür derzeit direkt vor Ort ein Bild von der Wasserver- und Entsorgung, darunter auch Forscher des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung.


Kläranlage gereinigtes Wasser läuft in Rinne im Nachklärbecken

Wie können Umwelttechnologien in Verbindung mit einem intelligenten, systemischen Ansatz im Wassermanagement dazu beitragen, die nachhaltige Wasserversorgung in den schnell wachsenden Städten der Welt zu sichern? Das Projektteam von Smart Water Future India unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) entwickelt ein Konzept dafür und untersucht, wie die boomenden Metropolen Indiens durch eine Kooperation mit deutschen Partnern aus Forschung und Industrie unterstützt werden können. Coimbatore verfolgt das Ziel, bis 2045 alles Abwasser zu sammeln und zu reinigen. Dabei sollen 70 Prozent des Wassers wiederverwendet und auch Regenwasser genutzt werden, um eine stabile Wasserversorgungs- und Wasserentsorgungssituation zu schaffen.

Wasserexperten des ISOE sind derzeit mit Projektpartnern in Coimbatore, um sich vor Ort ein genaueres Bild zu machen. Dabei geht es darum, gemeinsam mit lokalen Akteuren sowohl Chancen als auch Risiken der Infrastrukturentwicklung zu besprechen, die Vorstellungen der indischen Praxisexperten von der Zukunft im Wassersektor zu ermitteln und alternative Ansätze zu diskutieren. Dazu werden Interviews mit Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, privaten und öffentlichen Unternehmen, mit Lokalpolitiker*innen, Wissenschaftler*innen und mit Vertreter*innen von Bürgergruppen und Nichtregierungsorganisationen geführt.

Nexus-Ansatz für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen

Zudem ermittelt das Forschungsteam bei diesem Aufenthalt, wie die wichtigen Infrastrukturelemente der Stadt miteinander verknüpft sind. Verbindungen zu anderen Sektoren wie dem Energiebereich, aber auch Fragen der Wassergovernance und der Ausbildung im Wassersektor werden genauer untersucht. Denn der Kern des Ansatzes für ein intelligentes Wasserressourcenmanagement liegt darin, die Herausforderungen bei der Stadtentwicklung nicht getrennt nach den herkömmlichen Sektoren zu betrachten, sondern im Sinne des Nexus Wasser-Energie-Ernährungssicherheit übergreifende Lösungen für Wasserversorgung, Energieversorgung und Ernährungssicherheit zu finden. Im Ergebnis sollen konkrete, ressourcenschonende Ansätze aufgezeigt werden, die das Grundwasser und Oberflächengewässer nachhaltig entlasten und städtischen Entscheidern richtungsweisende Potenziale offenlegen.

Das Projekt „Smart Water Future India“ wird im Rahmen der „Exportinitiative Umwelttechnologien“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert. Projektpartner sind neben dem Fraunhofer IGB und ISOE das Stuttgarter Beratungs- und Planungsunternehmen Drees & Sommer Advanced Building Technologies GmbH und die Kölner trAIDe GmbH – Partner für die internationale Geschäftsanbahnung.

Zum Projekt www.isoe.de/projekte/aktuelle-projekte/wasserressourcen-und-landnutzung/smart-water-future-india/

 

 


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Ansprechpartnerinnen

Nicola Schuldt-Baumgart

Nicola Schuldt-Baumgart
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